Haus Rüschhaus
Gedichte im Droste-Spiegel

Havixbeck -

Das „Spiegelbild“ von Annette von Droste-Hülshoff, einerseits ist es ein Gedicht aus der Feder der Dichterin, andererseits sind es ihre Gedichte selbst. Sowohl das eine, als auch das andere haben die Schauspieler Carolin Wirth und Carsten Bender sich vorgenommen.

Dienstag, 13.06.2017, 12:06 Uhr

Die Schauspieler Carolin Wirth und Carsten Bender setzten Gedichte von Annette von Droste-Hülshoff und Werke anderer Dichter in Beziehung.
Die Schauspieler Carolin Wirth und Carsten Bender setzten Gedichte von Annette von Droste-Hülshoff und Werke anderer Dichter in Beziehung. Foto: Maxi Krähling

Das „Spiegelbild“ von Annette von Droste-Hülshoff , einerseits ist es ein Gedicht aus der Feder der Dichterin, andererseits sind es ihre Gedichte selbst. Sowohl das eine, als auch das andere haben die Schauspieler Carolin Wirth und Carsten Bender sich vorgenommen. Sie setzten ihre Lieblingsgedichte anderer Dichter mit Werken der Droste in Beziehung. Bei der Lesung im Rahmen des „Tages der Gärten und Parks“ im Haus Rüschhaus hielten sie diesen Gedichten sozusagen den Droste-Spiegel vor.

Auf der kühlen Tenne hauchten die beiden Schauspieler den Gedichten Leben ein. Teils im Wechsel, teils in verschiedenen Rollen und teils im Unisono trugen Carolin Wirth und Carsten Bender die Gedichte vor. So unterschiedlich die Dichter, ihre Lebensweisen und Lebenszeitalter gewesen sein mochten, so ähnlich sind doch die Themen, die sie mit Worten versuchten zu bändigen.

So trifft „Der Dichter“ der jungen Annette von Droste-Hülshoff etwa auf die „Zornige Sehnsucht“ von Friedrich Hölderlin. Beide beschreiben das Los des Dichters, mit stetig fleißiger Arbeit lediglich eventuell Lob und Anerkennung für ihre Werke zu erlangen.

„Außerdem hat sich die Droste auch mit dem Orient beschäftigt, nur weiß das niemand“, machte Carolin Wirth auf die folgenden Gedichte neugierig. Nur kurze, phrasenhafte Verse sind es, in denen Annette von Droste-Hülshoff Szenen und Elemente aus der östlichen Welt verarbeitet, etwa: „Der Fischer“, „Süß“ oder „Verliebt“. Eingeklammert wurden diese kurzen Gedichte von alten, ebenso kurzen Werken eines persischen Dichters.

Die Liebe, oder eher gesagt die Beziehungen der Menschen, standen bei der Lesung ebenfalls auf dem Programm. „Denn Annette hatte ja einen ziemlich klaren Blick auf die bitteren Beziehungen ihrer Geschlechtsgenossinnen“, läutete Caroline Wirth erneut einen neuen Abschnitt ein.

Die beiden Schauspieler verstanden sich darauf, durch wenig Inszenierung, dafür mit umso mehr Stimmgewalt und Ausdruckskraft das Unterschiedliche und doch das Gleiche der Gedichte zum Vorschein zu bringen. Dadurch entstand ein schönes Spiegelbild von Lyrik, Annette von Droste-Hüshoff und ihren Dichter-Kollegen.

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