Urteilsspruch des Landgerichts
Gewerbsmäßiger Betrug

Havixbeck/Münster -

Gegen die drei Angeklagten im Prozess um Betrugsstraftaten beim Ankauf von Autos fällte das Landgericht Münster die Urteile. Auch eine Havixbeckerin gehörte zu den Geschädigten.

Montag, 03.07.2017, 17:07 Uhr

Das Landgericht Münster fällte das Urteil im Prozess um Betrugsstraftaten.
Das Landgericht Münster fällte das Urteil im Prozess um Betrugsstraftaten. Foto: Friso Gentsch/dpa

Im Prozess um die Betrugsstraftaten im Ankauf von hochwertigen Personenkraftwagen, ist das Urteil gefallen. Das Landgericht Münster schickte den 42 Jahre alten Hauptangeklagten wegen gewerbsmäßigen Betrugs in zehn Fällen für drei Jahre und neun Monate in Haft.

Für zwei Beihilfetaten erhielt ein 23-Jähriger aus Ibbenbüren ein Jahr und sechs Monate Freiheitsstrafe. Zudem müssen die beiden Angeklagte mit dem Widerruf ihrer zur Bewährung ausgesetzten Freiheitsstrafe von eineinhalb beziehungsweise zwei Jahren rechnen.

Der Dritte im Bunde, ein 20-Jähriger aus Norderney, kam mit einer Geldstrafe von 2000 Euro davon. Für ihn zahlte sich aus, dass er frühzeitig ein Geständnis abgelegt und maßgeblich zur Aufklärung beigetragen hatte. „Die Geldstrafe soll ihn erinnern und wehtun“, sagte vorsitzende Richter.

Wie die Tatbestände rechtlich zu bewerten sind, ergab eine detaillierte Rückschau auf die Straftaten. In der Zeit von Ende September bis zum 22. Dezember 2016 beging der 42-Jährige nach Trennung von seiner Frau und fünf Kindern aus „finanzieller Not“ die Käufe und Wiederverkäufe von hochwertigen Personenkraftwagen. Um bereits getätigte Geldüberweisungen vorzugaukeln, legte er den Besitzern fingierte Überweisungsträger vor. Tatsächlich war sein Konto nicht gedeckt.

Auf diese Masche fiel auch eine Pkw-Besitzerin aus Havixbeck herein. Der Schaden beträgt rund 13.000 Euro.

Auf Initiative von Geschädigten konnten Pkw sichergestellt werden und gingen teilweise zurück. Der 23-Jährige unterstützte den Hauptangeklagten durch Fahrzeugtransporte. Der Jüngste des Trios meldete die Pkw zum Teil auf seinen Namen an.

Das Landgericht Münster ließ in seinem Schuldspruch den Anklagevorwurf des bandenmäßigen Betrugs fallen. Nach Überzeugung von Staatsanwalt und Strafkammer hatte der 42-Jährige die Betrugsstraftaten im Alleingang begangen, sich dabei aber der Mithilfe der Mitangeklagten bedient.

Eine besonders kriminelle Raffinesse konnte das Gericht in den Tathandlungen nicht feststellen. Es sei eher eine ziemlich naive Vorgehensweise gewesen.

Der Staatsanwalt hatte im Prozess für den 42-Jährigen eine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten beantragt. Die Verteidiger plädierten auf eine etwas mildere Strafe.

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