Windkraftanlagen
Natruper sind sauer

Havixbeck -

Von der Verwaltung der Gemeinde Havixbeck fühlen sich 120 Bürger aus Natrup beim Thema Windkraft im Stich gelassen.

Mittwoch, 05.07.2017, 06:07 Uhr

Bürger aus Natrup machten ihrem Unmut beim Bürgermeister darüber Luft, dass die Windkraft-Diskussion nicht öffentlich geführt worden sei.
Bürger aus Natrup machten ihrem Unmut beim Bürgermeister darüber Luft, dass die Windkraft-Diskussion nicht öffentlich geführt worden sei. Foto: Klaus de Carné

Mit einer zehnköpfigen Gruppe trat die Interessengemeinschaft Natrup am Montagabend bei Bürgermeister Klaus Gromöller auf. In Vertretung von 120 Anwohnern aus Natrup verdeutlichten sie ihre Bedenken in Sachen Windenergie. In der Bauerschaft sind zwischen dem Stift Tilbeck und der Bahnlinie drei Windkraftanlagen geplant. Die städtebaulichen Verträge sind in Arbeit und sollen in der morgigen Ratssitzung, weiter beraten werden. Allerdings wieder im nichtöffentlichen Teil.

Die Bürger sind stark verärgert über die Vorgehensweise der Verwaltung. Dies machten sie persönlich und in einem gemeinsam verfassten Schreiben der Interessengemeinschaft sehr deutlich, das sie an Bürgermeister Klaus Gromöller und Fachbereichsleiterin Monika Böse überreichten.

Nicola Hövelmann las zu Beginn des Treffens den Brief vor, der unserer Redaktion vorliegt. Erzürnt sind die Anwohner nicht nur, dass aus ihren Augen die wichtigsten Diskussionen nicht öffentlich am Bürger vorbeigingen, sondern auch, dass der Bürgermeister vier Wochen für eine nichts sagende Antwort aus dem Monat April benötigt habe.

„Sie haben es nicht einmal für nötig erachtet, dieses Schreiben an Rats- und Ausschussmitglieder für eine Bewertung, Beratung und Meinungsbildung weiterzugeben“, heißt es in dem Schreiben.

Weiter heißt es: „Wir haben den Eindruck, dass sich die Verwaltungsspitze nicht für die Interessen der Anwohner und das Gemeinwohl interessiert, sondern das Thema Windkraft und Änderung des Flächennutzungsplans so schnell wie möglich und am besten unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne Bürgerbeteiligung verabschieden und durchwinken will.“

Die Natruper fordern den Bürgermeister auf, das Thema Windkraft und die Ausmaße der geplanten Bebauung aktiv in den Ausschüssen und in der Öffentlichkeit zu erörtern, um eine faire Meinungsbildung aller Bürger zu erzielen. Es könne nicht sein, dass Anwohner von Natrup, Stift Tilbeck und Schapdetten erst nach Genehmigung und beim Bau der Windkraftanlagen realisieren, um welche Bauwerke und deren Folgen es sich handeln würden.

Bürgermeister Klaus Gromöller zeigte sich betroffen über diese Aussagen und erwiderte, dass er für Transparenz stehe. Die Verwaltung habe in öffentlichen Sitzungen die Fakten aufgezeigt, die öffentlich zu machen seien. Wenn es um die städtebaulichen Verträge ginge, dann seien diese nicht öffentlich.

Fachbereichsleiterin Monika Böse unterstrich dabei, dass das Planverfahren offen ausgelegt worden sei und jeder Bürger Eingaben machen konnte. Nach dem derzeitigen Windkrafterlass und dem Regionalplan der Bezirksregierung habe die Gemeinde Havixbeck Kernzonen für Windkraft herausarbeiten müssen. Bevor eine Verspargelung der Landschaft stattfinde, habe sich die Politik für Windkraftzonen entschieden.

Gespannt sind sowohl Verwaltung als auch die Menschen in Natrup, ob die neue Landesregierung in Düsseldorf schon bald ihre Ankündigung durchsetzt, dass die Abstände auf 1500 Meter hochgesetzt werden. Dann wäre die Grundlage eine andere für Havixbeck. Die Gemeindeverwaltung lässt sich durch den Städte- und Gemeindebund beraten. „Mal sehn was kommt. Das weiß zurzeit noch keiner“, so Gromöller.

Erst nach den Sommerferien, im September, möchte der Havixbecker Gemeinderat einen Beschluss zum Flächennutzungsplan treffen. Einen Bebauungsplan wird es für das Gebiet nicht geben.

Aus Sicht der Natruper wäre es sinnvoll gewesen, an einem Runden Tisch zusammen mit Anwohnern, Bürgern, Eigentümern der Flächen und Investoren zu diskutieren.

„Wir fordern einen Dialog, um den sozialen Frieden zu erhalten und Streitigkeiten zu verhindern“, so eine der Forderungen in dem Brief.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4984610?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F162%2F
Nachrichten-Ticker