Schulhunde
„Buju“ und „Fondue“ haben Ferien

Havixbeck -

Die Schulhunde der Baumberge-Schule, „Buju“ und „Fondue“, und ihr Herrchen, der Sozialpädagoge Niklas Blanke, starten jetzt wie die Grundschüler in die Sommerferien.

Samstag, 15.07.2017, 06:07 Uhr

Das Trio Buju, Niklas Blanke und Fondue verstehen sich blendend. Der Sozialpädagoge setzt die Therapiehunde in der Grundschule ein.
Das Trio Buju, Niklas Blanke und Fondue verstehen sich blendend. Der Sozialpädagoge setzt die Therapiehunde in der Grundschule ein. Foto: Klaus de Carné

Auf die langen Sommerferien haben viele Jungen und Mädchen schon gewartet. Jetzt sind sie da, die freien Tage. Aber nicht nur die Kinder freuen sich, auch „Buju“ und „Fondue“ – zwei Hunde – dürfen sich sechs Wochen ausruhen. Mit ihnen ihr Herrchen Niklas Blanke , der als Sozialpädagoge an der Baumberge-Schule seit fast neun Jahren arbeitet. Er ist ein Kinder- und Hundefreund. Deshalb bringt er Mensch und Hund gerne zusammen.

„Ein Hund, oder auch zwei, wie in unserem Fall, können echte Eisbrecher in Gesprächen mit Schülern und Eltern sein“, erklärt Niklas Blanke. Es entstehe sofort eine bessere Gesprächsatmosphäre, gerade wenn es um schwierige Situationen gehe. Allein die bloße Anwesenheit eines Hundes würde schon Ängste abbauen.

Der Mischlingsrüde Buju ist sieben Jahre alt und wurde als Therapiehund, speziell als Schulhund, ausgebildet. Buju ist täglich an der Grundschule. Die Kinder kommen einzeln oder in kleinen Gruppen zum Diplom-Sozialpädagogen Blanke ins Lernstudio. „Gerade ängstliche Kinder fühlen sich von Buju angenommen und in keiner Weise bedroht“, erzählt Niklas Blanke im Gespräch mit unserer Zeitung.

Zunächst werden immer Verhaltensregeln erklärt, damit die Kinder die Signale des Hundes verstehen und kennenlernen. Durch die besondere Atmosphäre im Raum sind die Jungen und Mädchen bemüht, Rücksichtnahme zu erlernen. Besonders für ausgegrenzte Schüler sei der enge Kontakt zum Hund gewinnbringend.

Neue, besonders auch ängstliche Schüler, können auf diesem Weg schneller in die Klassengemeinschaft integriert werden. Die Kontaktaufnahme zu anderen Kindern wird ihnen auf diesem Weg erleichtert.

Nur wenn das Herrchen das Kommando gibt, dann schnappen die Hunde das Futter von der Pfote.

Nur wenn das Herrchen das Kommando gibt, dann schnappen die Hunde das Futter von der Pfote. Foto: Klaus de Carné

Durch den Körperkontakt zum Hund werden Ängste und Unsicherheiten abgebaut. „Die Zuwendung des Hundes zum Kind stärkt das Selbstwertgefühl und die Frustrationstoleranz“, so der Sozialpädagoge.

Ebenso werden durch Anwesenheit und Spiele mit dem Hund die Bereiche Aufmerksamkeit, Selbstständigkeit und Lernbereitschaft gefördert. Mit verbundenen Augen können Körperteile, Spielzeuge und Halsbänder des Hundes erfühlt werden.

„Buju ist eine echte Bereicherung des Schullebens“, so Schulleiterin Regina Sommer . Bislang haben alle Beteiligten, besonders die Schüler, nur positive Erfahrungen mit dem Einsatz Bujus im pädagogischen Handlungsfeld der Schule gemacht.

Der Vierbeiner ist seiner Rasse entsprechend menschenbezogen. Aber bevor Buju regelmäßig die Arbeit von Niklas Blanke in seinem Lernstudio unterstützen konnte, mussten er und sein Herrchen gemeinsam die Schulbank drücken. Zusammen im Team haben die beiden im Herbst 2010 die Therapiehundeausbildung absolviert und mit sehr gutem Erfolg und Zertifikat bestanden.

Niklas Blanke und Mischlingsrüde Buju haben Verstärkung bekommen. Die kleine Kooiker-Hündin „Fondue“ geht jetzt mit in die Schule. Dort lernt sie als „Azubine”, alles das, was ein ordentlicher Schulhund so braucht. Jede Menge Tricks hat der große Buju ihr schon verraten und Fondue hat fleißig geübt. Gerne präsentiert sie diese den Schülern in den Klassen. Lärm und viel Wirbel machen Fondue gar nichts aus. Sie freut sich riesig, wenn sie von den Kindern gestreichelt wird. Der ruhige Rüde Buju ist nicht nur ein geduldiger Lehrer, sondern auch Fondues großes Vorbild.

Natürlich besucht Fondue nicht nur in die Baumberge-Schule, sondern geht noch in die Hundeschule. Hier stehen Gehorsamsübungen auf ihrem Stundenplan. Beide Hunde gehören der Familie Blanke.

„Die beiden Hunde ergänzen sich hervorragend. Gerade Schüler, die Angst vor Hunden oder sogar vor großen schwarzen Hunden haben, können so erst einmal auf die kleine freundliche Fondue treffen.“

Buju und Fondue werden von Niklas Blanke vor allem eingesetzt, um gezielt an verschiedenen Themen zu arbeiten. Inhalte im Einsatz mit den Schülern sind: eigene und fremde Grenzen und Regeln erkennen, Vertrauen aufbauen und die Stärkung der Verantwortung und des Selbstbewusstseins.

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