Der Tätowierer Klaus G. Bürschel
Kunst und Handwerk am Körper

Havixbeck -

Tattoos, das war bis vor einiger Zeit noch verbunden mit Hafen, Seemännern oder „Knastis“, mit Totenköpfen auf der Brust oder Anker auf dem Oberarm. Inzwischen aber sind Tattoos durchaus salonfähig und die Kundschaft kennt weder Stand noch Alter.

Samstag, 22.07.2017, 06:07 Uhr

Klaus G. Bürschel bei seiner Arbeit, die für ihn nicht nur Beruf und Berufung ist, sondern Kunst und Handwerk am Körper. Der Havixbecker hat – wie jeder Künstler – inzwischen seinen ganz eigenen Stil entwickelt und spricht damit einen breiten Kundenstamm an.
Klaus G. Bürschel bei seiner Arbeit, die für ihn nicht nur Beruf und Berufung ist, sondern Kunst und Handwerk am Körper. Der Havixbecker hat – wie jeder Künstler – inzwischen seinen ganz eigenen Stil entwickelt und spricht damit einen breiten Kundenstamm an. Foto: Iris Bergmann

„Ich hatte Lust auf ehrliches Handwerk!“ Wobei der Begriff Handwerk nur einen Teil der Arbeit von Klaus G. Bürschel ausmacht. Der zweite Teil ist Kunst. Und zwar Kunst am Körper. Genau das macht der Havixbecker: Er tätowiert wahre Kunstwerke auf Körper – seit Kurzem in seinem eigenen Tattoostudio an der Altenberger Straße in Havixbeck.

Der Tätowierer wird zum Künstler

Tattoos, das war bis vor einiger Zeit noch verbunden mit Hafen, Seemännern oder „Knastis“, mit Totenköpfen auf der Brust oder Anker auf dem Oberarm. Inzwischen aber sind Tattoos durchaus salonfähig und die Kundschaft kennt weder Stand noch Alter. Der smarte Banker macht‘s, ebenso wie die 65-jährige Großmutter. „Ja, das hat sich stark verändert,“ weiß Bürschel. Und während früher Tattoos eher an versteckten Stellen des Körpers ihren Platz fanden, legen die Kunden heute Wert darauf, dass das Körper-Kunstwerk auch zu sehen ist. Der Tätowierer wurde so mehr und mehr zum Künstler.

Ich nehme mir Zeit, unterhalte mich mit dem Kunden und so finden wir gemeinsam heraus, was das Richtige ist und ob ihm mein Stil gefällt.

Klaus G. Bürschel

Klaus G. Bürschel ist ein Künstler. Er erlernte zunächst das Bildhauer- und Steinmetz-Handwerk, dann arbeitete er über 20 Jahre als Grafiker und Illustrator für eine Firma, die im Piercing- und Tattoogeschäft tätig ist.

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Und irgendwann, vor gut vier Jahren, beschloss Bürschel, sich ein Tattoo machen zu lassen. Aber nicht von irgendwem, sondern von sich selbst. „Naja“, schmunzelt er und schaut an seinen Beinen herunter. „Ich hab quasi an mir selbst gelernt, denn schließlich muss ich ja wissen, wie es sich anfühlt und wie das für meine Kunden ist.“ Denn schmerzfrei ist Tätowieren keineswegs.

Mehrere Sitzungen zum Traum-Motiv auf der Haut

Nach seinen ersten eigenen Tattoos ging er ein Jahr lang in einem Tattoostudio in Gronau „in die Lehre“. Ein richtiger Lehrberuf ist Tätowierer indes nicht. „Leider,“ bedauert Bürschel. Denn immerhin sei es ein Eingriff am Körper, hat mit Hygiene und Anatomie zu tun. Da müsse man gut Bescheid wissen. Im K.G.B Tattoostudio ist das zu sehen: Hygiene ist hier oberstes Gebot und auch die Farben und Gerätschaften, mit denen Klaus Bürschelarbeitet, sind von bester Qualität.

Wenn mein Kunde hier mit einem Tattoo rausgeht, muss auch ich selbst zufrieden sein.

Klaus G. Bürschel

So wie auch seine Beratung. „Mal eben schnell“ ein Tattoo stechen lassen, das gibt‘s nicht bei Bürschel. Die Chemie zwischen dem Kunden und ihm müsse schon stimmen, meint er. „Ich nehme mir Zeit, unterhalte mich mit dem Kunden und so finden wir gemeinsam heraus, was das Richtige ist und ob ihm mein Stil gefällt.“ Denn wie jeder Künstler hat auch Klaus Bürschel seine „Handschrift“, seinen ganz eigenen Stil. Und der ist anspruchsvoll.

Wer die Zeichnungen betrachtet, die er anfertigt, zum Beispiel Gesichter oder Tiere, so detailliert, als wären es schwarz-weiß Fotografien. Wenn der Kunde und er dann das Richtige gefunden haben, geht‘s ans Werk. Mit einer „Sitzung“ ist es meist nicht getan, drei bis vier mal, je nach Aufwand des Motivs muss gestochen werden. Am Schluss zählt für Bürschel nur eins: „Wenn mein Kunde hier mit einem Tattoo rausgeht, muss auch ich selbst zufrieden sein.“

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