Haus Stapel
Geld für neue Schieferdeckung

Havixbeck -

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert die Restaurierung der Dächer des Hauses Stapel mit 80.000 Euro. Finanziert wird die Neueindeckung mit Sauerländer Schiefer.

Freitag, 28.07.2017, 06:07 Uhr

Einen Fördervertrag in Höhe von 80.000 Euro überreichte Sigrid Karliczek (2.v.l.) an Dr. Mechthild Freifrau Raitz von Frentz (3.v.l.). Mit dabei (v.l.) Bürgermeister Klaus Gromöller, Handwerksmeister Olaf Pohlmann und Kristina Sauerstein.
Einen Fördervertrag in Höhe von 80.000 Euro überreichte Sigrid Karliczek (2.v.l.) an Dr. Mechthild Freifrau Raitz von Frentz (3.v.l.). Mit dabei (v.l.) Bürgermeister Klaus Gromöller, Handwerksmeister Olaf Pohlmann und Kristina Sauerstein. Foto: Klaus de Carné

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ( DSD ) stellt 80.000 Euro für Arbeiten an Haus Stapel zur Verfügung. Konkret dienen die Mittel zur Restaurierung der Zwischendächer auf der Gartenseite, der Ecktürme der Vorburg mit ihren acht Gauben sowie der drei Hauben auf dem Torturm, deren Sauerländer Schieferdeckung erneuert wird.

Den dazugehörigen symbolischen Fördervertrag überbrachte am Donnerstag Sigrid Karliczek, Ortskuratorin Münster der DSD, gemeinsam mit Kristina Sauerstein von WestLotto an die Denkmaleigentümerin Dr. Mechthild Freifrau Raitz von Frentz.

Auf einer Insel in Havixbeck besaßen die Herren von Kerkerinck bereits im Jahre 1211 eine Wasserburg, wo heute gemeinsam mit einer älteren Vorburg das Herrenhaus Stapel steht. Den repräsentativen, aus gelben Baumberger Sandsteinquadern errichteten Bau mit seinen 55 Zimmern ließ Ernst Konstantin von Droste-Hülshoff, ein Onkel der Dichterin, zwischen 1819 und 1827 für seine 22 Kinder von dem Münsteraner Architekten August Reinking errichten.

Das Herrenhaus Stapel ist die größte klassizistische Schlossanlage im Münsterland. Bevor der Besucher Haus Stapel erreicht, muss er eine Brücke mit zwei trophäengeschmückten Pfeilern überqueren und das Torhaus der barocken hufeisenförmigen Vorburg durchschreiten, die 1719 nach Entwürfen des jungen Johann Conrad Schlaun entstand und stark mit den strengen Formen des Haupthauses kontrastiert.

„Gerahmt wird das repräsentative Torhaus mit drei gestaffelten Türmen, die von geschweiften Dächern mit Laternen bekrönt werden, von zwei Ecktürmen und eingeschossigen Flügeln mit abgewalmten Dächern“, erklärte Dr. Mechthild Freifrau Raitz von Frentz. Hochrechteckfenster mit Verdachungen, Lisenen und im Bereich der Durchfahrt mit Rustikaquaderung gliedern den Bau zusätzlich.

Haus Stapel findet besonderes kunsthistorisches Interesse durch den in Westfalen umfangreichsten Bestand an Bildtapeten des frühen 19. Jahrhunderts. Handgemalte Landschaftstapeten und Supraporten zeigen etwa bekannte Rheinansichten. Im Tigerzimmer sind auf der 1815 angefertigten Handdrucktapete aus der Manufaktur Joseph Dufour Paris Szenen der sogenannten Indienfolge mit Tempeltanz, Tiger- und Leopardenjagd dargestellt.

In der Bibliothek ist eine seidene, grün-weiß längs gestreifte Draperietapete der elsässischen Manufaktur Jean Zuber & Cie aus Rixheim angebracht. Weitere Tapeten befinden sich in der Kapelle – von der Firma Zuber & Cie – und im Treppenhaus – wiederum aus der Pariser Manufaktur Dufour. Hier zeigt das Deckenmedaillon Venus, die drei Grazien, Amor und Putten.

Bei der Restaurierung des Tigerzimmers konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits 2011 helfen. Haus Stapel und nun insbesondere seine Vorburg zählt damit zu den über 410 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mitteln von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte.

Im Landkreis Coesfeld zählen auch Schloss Senden, die Kirche in Nottuln oder der Hof Grube in Lüdinghausen zu den Förderprojekten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

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