DLRG Havixbeck
Im Einsatz an der Ostsee

Havixbeck -

Damit andere in Sicherheit am und im Meer Urlaub machen können, leisten sie ihren ehrenamtlichen Dienst: die Rettungsschwimmer der DLRG Havixbeck.

Mittwoch, 09.08.2017, 19:08 Uhr

Einsatz an der Ostsee (v.l.): die DLRG-Mitglieder Nicola Daldrup, Daniel Possenriede, Nicole Lensing und Jens Zumbusch.
Einsatz an der Ostsee (v.l.): die DLRG-Mitglieder Nicola Daldrup, Daniel Possenriede, Nicole Lensing und Jens Zumbusch. Foto: DLRG Havixbeck

Die erste Hälfte der Sommerferien ist vorbei, und die ersten Urlauber kommen zurück nach Havixbeck. Doch nicht nur Urlauber. Auch sieben Rettungsschwimmer der DLRG-Ortsgruppe Havixbeck tauschten das örtliche Freibad gegen die Ostsee. Am Schönberger Strand, Kalifornien und in Großenbrode leisteten sie 882 ehrenamtliche Einsatzstunden.

An jedem Morgen klingelte der Wecker schon früh, denn pünktlich um 9 Uhr mussten alle auf ihren Posten sein. Die Aufgaben sind vielfältig: Das Besetzen der Wachtürme, um von dort aus aufzupassen, dass niemandem im oder am Wasser etwas passiert, gehörte genauso dazu wie das Aufklaren des Sanitätsmaterials oder das Besetzen eines der Motorrettungsboote.

Viele Einsätze gab es für die Havixbecker. So leisteten sie bei fast 300 kleineren Verletzungen Erste Hilfe. Aber auch ihre gute Ausbildung im Sanitätswesen war gefragt, etwa bei Knochenbrüchen, schweren Schnittverletzungen oder Prellungen nach Sportunfällen.

Nicht nur bei der Versorgung der Verunfallten waren die Rettungsschwimmer im Einsatz. Auch im und auf dem Wasser. So mussten sie mehrmals mit einem Rettungsbrett, ähnlich einem Surfbrett, rausschwimmen, um Kite-Surfern zu helfen, die sich – noch am Anfang ihrer sportlichen Karriere – überschätzt hatten. Aber auch abgetriebene Luftmatratzen und Gummitiere mussten mit dem Rettungsboot geborgen werden.

„In diesem Jahr hielten sich die Einsätze, auf Grund des meist nicht so guten Wetters, in Grenzen“, so Jens Zumbusch , der bereits zum vierten Mal in Schönberg im Einsatz war. Umso mehr Zeit blieb dann, um für die Einsätze zu üben. „An der Ostsee herrschen viel extremere Verhältnisse als in einen Schwimmbad, das muss geübt werden.“

Der Einsatz der Havixbecker blieb auch dem Schönberger Bürgermeister Peter Kokocinski nicht verborgen. Er lernte sie bei der Vorstellung der neuen DLRG-Unterkunft kennen und lobte: „Die Arbeit der jungen Rettungsschwimmer wird oft als selbstverständlich wahrgenommen, was sie aber nicht ist. Ohne sie wäre ein normaler Strandbetrieb gar nicht möglich.“

Dank des schlechten Wetters gab es vor allem auch für die Neulinge an der Küste Zeit, alles kennenzulernen. „Gerade das Schwimmen bei schlechtem Wetter sowie das Bootfahren bei großem Wellengang ist sehr anstrengend, macht aber auch viel Spaß“, so Elisabeth Thier, die zum ersten Mal dabei war.

Mit welchen Wetterverhältnissen man an der Ostsee rechnen kann, erfuhr sie auch bei einem Besuch der DGZRS, auf dem Seenotkreuzer Bremen. Dort lernten sich die Helfer aus beiden Hilfsorganisationen kennen und tauschten sich über ihre Einsätze aus.

Neben der Arbeit durfte der Spaß natürlich auch nicht zu kurz kommen. Am Abend stand immer etwas auf dem Programm. Ob Bananenbootfahren, Beachvolleyball am Strand oder das gemeinsame Grillen am Bootsschuppen – es war für jeden etwas dabei.

In den kommenden Wochen werden weitere Rettungsschwimmer aus Havixbeck zur Ostsee fahren, um dort ihren ehrenamtlichen Dienst zu leisten. Damit sich die schweren Einsätze in Grenzen halten, rät die DLRG allen, die ihre Freizeit am und im Wasser verbringen wollen, nur an bewachten Badestellen schwimmen zu gehen und sich über Gefahren wie Wind und Strömung vor Ort zu informieren. „Denn wenn bei ablandigem Wind ein Kind auf einer Luftmatratze abtreibt, das Ganze für längere Zeit unbemerkt bleibt und keine Rettungsmannschaft in der Nähe ist, kann das sehr schnell böse ausgehen.“

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