Anne-Frank-Gesamtschule
AFG an zwei Standorten

Havixbeck -

Die Schullandschaft ist in Bewegung. Alleine durch die Bildung der Sekundarschulen, die aus Haupt- und Realschulen zusammengeführt wurden, ist in den vergangenen Jahren ein neues Bild von Schulen entstanden. Seit einigen Monaten überlegen die Gemeinde Havixbeck und die Stadt Billerbeck in Fragen der Schulstandorte zu kooperieren.

Samstag, 09.09.2017, 06:09 Uhr

Die Anne-Frank-Gesamtschule hat sich in Havixbeck etabliert. Jetzt besteht die Möglichkeit im Nachbarort Billerbeck einen Zweitstandort einzurichten.
Die Anne-Frank-Gesamtschule hat sich in Havixbeck etabliert. Jetzt besteht die Möglichkeit im Nachbarort Billerbeck einen Zweitstandort einzurichten. Foto: Ansgar Kreuz

Die Anne-Frank-Gesamtschule ( AFG ) ist eine erfolgreiche weiterführende Schule mit der Sekundarstufe I und dem Oberstufenzentrum Baumberge. Über 1000 Schüler besuchen diese Schule. Schon länger stellen sich Politik und Schulleitung die Frage, welche Auswirkungen der demografische Wandel, die Wiedereinführung von G9 und die neuen Gesamtschulen in Münster auf Dauer für Auswirkungen auf die AFG haben könnten. So besuchen aktuell allein aus Münster 165 Schüler die AFG.

Aus den Rathäusern in beiden Orten ist zur Kooperation noch wenig zu hören. Am vergangenen Dienstag informierten eine Dezernentin der Bezirksregierung Münster, Bürgermeister Klaus Gromöller und Fachbereichsleiterin Monika Böse die rund 100 Lehrerinnen und Lehrer an der Anne-Frank-Gesamtschule über den Stand der Dinge. Das Kollegium an der Geschwister-Eichenwald-Schule in Billerbeck wurde bereits vor den Sommerferien informiert.

Auf Anfrage unserer Zeitung bei der Bezirksregierung Münster teilte diese mit, dass im Juni ein Fahrplan für die Kooperation erarbeitet wurde. Nachdem die Kollegien informiert worden seien, gehe der Weg nun weiter in die Schulkonferenzen der Schulen. Die Entscheidung über die Weiterentwicklung der Schulstandorte liege bei den Schulträgern und den Räten beider Kommunen. Auch der Konsens mit den Umlandgemeinden würde gesucht, so die Pressestelle der Bezirksregierung.

Zum Hintergrund: Die Anmeldezahlen für die Gemeinschaftsschule sind in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen, der Fortbestand der Geschwister-Eichenwald-Schule ist unsicher geworden. Damit zeichnet sich auch in Billerbeck ein landesweiter Trend ab: Eltern wählen für ihre Kinder Schulen, die erfolgreich bis zum Abitur führen.

Vor diesem Hintergrund biete sich die Erweiterung der Havixbecker Gesamtschule mit einem zweiten Standort an, ist aus der Politik in Havixbeck zu vernehmen. Nicht zuletzt, weil etliche Kinder schon von Billerbeck nach Havixbeck fahren. Damit hätte die AFG zwei Standorte in der Baumberge-Region. Ohne einen Schulwechsel könnten die Kinder alle Schulabschlüsse bis hin zum Abitur erlangen. Mit einer Stärkung der Sekundarstufe I würde letztlich auch das Oberstufenzentrum Baumberge ausgebaut werden können.

Schulleiter Dr. Torsten Habbel sagte auf Anfrage unserer Zeitung: „Für die Havixbecker Schüler ändert sich nichts, sie bleiben in der Schule vor Ort.“ Die komplette Oberstufe würde selbstverständlich weiter allein in Havixbeck unterrichtet. Mehr könne er zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Es müssten erst alle Gremien beider Schulen durch den Schulträger informiert werden.

In der Lehrerschaft der Anne-Frank-Gesamtschule ist zunächst Unruhe entstanden. Einige überlegen sich, ob sie nun an zwei Standorten arbeiten und mit dem Auto nach Billerbeck pendeln müssen. Auch dieser Umstand wird sich bald klären.

Für die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans der Gemeinde Havixbeck wurde vor Wochen ein Institut beauftragt. Dabei soll auch untersucht werden, wie groß ein Anbau an der AFG ausfallen muss. Der Jahrgang 10 ist weiterhin in der Grundschule untergebracht.

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