Wilhelm Rawe verstorben
Überzeugter Demokrat

Havixbeck -

Im Alter von 88 Jahren verstarb Wilhelm Rawe aus Havixbeck am vergangenen Freitag. Der CDU-Politiker war 29 Jahre lang Mitglied des Bundestages.

Mittwoch, 08.11.2017, 06:11 Uhr

Wilhelm Rawe verstarb am vergangenen Freitag im Alter von 88 Jahren. 29 Jahre war er für die CDU im Deutschen Bundestag tätig.
Wilhelm Rawe verstarb am vergangenen Freitag im Alter von 88 Jahren. 29 Jahre war er für die CDU im Deutschen Bundestag tätig. Foto: Klaus de Carné

Wilhelm Rawe ist tot. Der gebürtige Havixbecker verstarb am vergangenen Freitag (3. November) im Alter von 88 Jahren. Vor drei Monaten starb seine Frau Renate, die ihm immer eine große Stütze war und die er sehr vermisste. Jetzt trauern viele Bürger um einen Havixbecker, der sich zeitlebens für seinen Ort, den Kreis Coesfeld und darüber hinaus für die Menschen als langjähriges Bundestagsmitglied eingesetzt hat.

Wilhelm Rawe wurde am 7. Februar 1929 in Havixbeck geboren. Nach dem Besuch der Volksschule trat Rawe 1943 als Betriebsjunghelfer in den Dienst der Deutschen Reichsbahn ein und war bis 1950 bei der Bahn tätig. Er stieg in den gehobenen Beamtendienst auf und bestand auf dem Zweiten Bildungsweg das Abitur.

Nebenberuflich absolvierte Rawe von 1956 bis 1965 ein Studium der Rechtswissenschaften, das er mit beiden juristischen Staatsexamina beendete. Danach stieg er in den höheren Dienst der Deutschen Bundesbahn auf. Seit 1971 war er als Rechtsanwalt und seit 1977 auch als Notar in Havixbeck zugelassen.

1953 wurde Wilhelm Rawe Mitglied der Jungen Union (JU) und der CDU . Von 1962 bis 1968 war er Landesvorsitzender der JU Westfalen-Lippe. Von 1962 bis 1986 gehörte er dem CDU-Landesvorstand Westfalen-Lippe an und war von 1968 bis 1970 auch stellvertretender CDU-Landesvorsitzender. Ab 1986 gehörte er dem Vorstand des neu gebildeten CDU-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen an.

Von 1965 bis 1994 war Wilhelm Rawe 29 Jahre Mitglied des Deutschen Bundestages . Hier war er von November 1971 bis Oktober 1982 Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Von Oktober 1971 bis September 1972 war er außerdem Vorsitzender des Untersuchungsausschusses Pan International. Wilhelm Rawe ist immer als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Tecklenburg sowie Coesfeld-Steinfurt in den Bundestag eingezogen.

Vom 4. Oktober 1982 an war der Havixbecker Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen beziehungsweise Bundesminister für Post und Telekommunikation in der von Bundeskanzler Helmut Kohl geführten Bundesregierung. Nach dem Rücktritt von Postminister Christian Schwarz-Schilling 1992 nahm Rawe noch bis Ende Januar 1993 die Aufgaben des Ressorts Post und Telekommunikation beim Bundesminister für Verkehr wahr. Anschließend schied er aus der Regierung aus.

In der von Bundeskanzler Helmut Kohl geführten Bundesregierung wirkte Wilhelm Rawe als Staatssekretär mit.

In der von Bundeskanzler Helmut Kohl geführten Bundesregierung wirkte Wilhelm Rawe als Staatssekretär mit. Foto: Udo Giesen

Für gute Freunde und politische Weggefährten war „Staatsmann Willi“, wie er liebevoll und anerkennend gerne genannt wurde, ein Begleiter durch Jahrzehnte. „Willi Rawe hat sehr viel Wertschätzung erfahren. Er konnte wahrlich stolz auf das Geleistete sein, wobei er niemals die eigene Herkunft und die tiefe Verbundenheit zu seiner westfälischen Heimat vergessen hat“, sagte der CDU-Kreisvorsitzende und neue MdB Marc Henrichmann. Ihm sei er ein guter Ratgeber gewesen, da Rawe den Austausch mit anderen Menschen so feinsinnig und mit großem Gespür gelebt habe. „Die Freude an der Politik hat er bis zuletzt nicht verloren“, so Henrichmann.

Vor sechs Wochen, am Abend der Bundestagswahl, ließ er es sich nicht nehmen, zur Wahlparty der Havixbecker CDU zu kommen, um dem zweiten Havixbecker im Deutschen Bundestag, Marc Henrichmann, persönlich zu gratulieren. Im Kopf sei noch alles klar, nur der Rest sei nicht mehr so in Ordnung, ließ er die Gäste wissen. Bis zum letzten Tag war er mit Leib und Seele mitten im Geschehen dabei. Für seinen Humor und seine Lebensfreude war er bekannt. Er war ein überzeugter Demokrat mit Herz und Seele.

Die Trauerfeier findet am Samstag (11. November) um 10.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Dionysius statt. Die Beisetzung findet im engsten Familienkreis statt.

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