Ausbildung zum Dachdecker
Hoch auf dem Dach oder an der Kantbank

Havixbeck -

Auf den Dächern hoch über der Stadt und in der Werkstatt ist Clemens Bockloh gefordert. Der 18-Jährige macht in Havixbeck einen Ausbildung zum Dachdecker.

Samstag, 25.11.2017, 06:11 Uhr

Vielfältige Arbeiten erledigt Dachdecker-Auszubildender Clemens Bockloh.
Vielfältige Arbeiten erledigt Dachdecker-Auszubildender Clemens Bockloh. Foto: Kleinwechter

Hoch hinaus geht es für Clemens Bockloh – nicht jeden Tag, aber immer wieder. Der Dachdecker-Auszubildende hatte kürzlich seinen Arbeitsplatz in 35 Metern Höhe auf einem älteren Haus am Hohenzollernring in Münster. „Da muss man schwindelfrei sein, sonst klappt es nicht mit der Arbeit“, weiß der 18-Jährige, der sich seit August im dritten Ausbildungsjahr befindet. Das Dach des Hauses in Münster hat eine aufwendige Konstruktion, wo Kupfer und andere Metalle passgenau eingearbeitet werden mussten. Für Clemens Bockloh kein Problem. Er arbeitet gerne mit verschiedenen Metallen, die er teilweise schon in seinem Ausbildungsbetrieb Kleinwechter und Bröker mit Sitz im Gewerbegebiet „Lütke Feld“ vorbereitet. Das Unternehmen mit 25 Mitarbeitern hat hochmoderne Maschinen in seinen Hallen. „Alles, was wir vorfertigen können, machen wir am Boden“, so Firmenchef Bastian Kleinwechter.

Die Kantbank gehört zu den Maschinen, die viel Handarbeit aus früherer Zeit abnimmt. Clemens Bockloh arbeitet gerne daran. Metalle in den verschiedensten Formen und Ausführungen gehören zu seinem Spezialgebiet.

Der junge Mann aus Appelhülsen hat den Dachdeckerbetrieb während eines Schulpraktikums kennengelernt und war begeistert von der handwerklichen Arbeit. „Es ist eine totale Umstellung, wenn man von der Schule kommt und dann einen Achtstunden-Tag bestehen muss. Aber es klappt nach einigen Wochen“, berichtet Clemens Bockloh von seiner Ausbildung. Er zeigt sich begeistert von der Vielfalt der Arbeit. „Kein Tag ist wie der andere. Jedes Gebäude ist anders und die Dächer so verschieden“, so der junge Auszubildende, der in seiner Freizeit Trompete bläst und gerne mit dem Radel in der Natur unterwegs ist. Schiefer und Betonziegel gehören genauso zum Werkstoff wie Folienbahnen für Flachdächer.

Dachdecker sind für das Dach, die Wände und für die Dichtigkeit von Fußböden zuständig. „Ein Haus wird durch uns dicht, egal an welcher Stelle“, so Bastian Kleinwechter, der den Beruf von der Pike auf gelernt hat und heute gerne ausbildet. Drei Auszubildende sind in seinem Betrieb.

Der Beruf sei durch den Einsatz von Kränen und Hilfsmaschinen körperlich einfacher geworden. Dennoch müsse man belastbar sein. „Wir sind zu jeder Jahreszeit auf dem Dach. Nur bei extremen Wetterlagen nicht“, so der Unternehmer. Er sieht gute Verdienstmöglichkeiten für Gesellen, die mit reichlich Erfahrung auch als Vorarbeiter gut verdienen. „Wir haben mit allen Gewerken eines Hauses zu tun. Das heißt, wir arbeiten mit anderen Firmen Hand in Hans, um ein Gebäude qualitätsvoll herzustellen.“ Der Beruf des Dachdeckers sei vielseitiger, als von der Bevölkerung meistens wahrgenommen, erklärt Kleinwechter, der alle Interessierten einlädt, den Beruf und den Betrieb kennenzulernen.

Ein Auszubildender verdient im ersten Lehrjahr 650 Euro, im zweiten Jahr 850 Euro und im dritten Jahr 1050 Euro. Der Dachdeckerverband unterhält in Eslohe im Sauerland ein Ausbildungsinstitut. Im fünfwöchigen Blockunterricht wird dort die Theorie vertieft.

In einem Jahr hat Clemens Bockloh schon den Gesellenbrief in der Tasche und kann dann schauen, wie er weitermacht. „Ich kann die Ausbildung und damit den Beruf nur empfehlen. Wer gerne handwerklich tätig ist, der hat Freude damit.“

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