Haushaltsentwurf 2018
Premiere für den Bürgermeister

Havixbeck -

Einen ausgeglichenen Haushalt brachte Bürgermeister Klaus Gromöller als Entwurf zur weiteren Beratung in den Rat ein. Nach mehreren Jahren gibt es sogar wieder einen leichten Überschuss.

Freitag, 08.12.2017, 20:12 Uhr

In digitalisierter Form ist der Haushaltsplanentwurf 2018 auf der Homepage der Gemeinde (www.havixbeck.de) einzusehen. „Damit schaffen wir Transparenz“, freuen sich Bürgermeister Klaus Gromöller (l.) und Kämmerer Stefan Wilke.
In digitalisierter Form ist der Haushaltsplanentwurf 2018 auf der Homepage der Gemeinde (www.havixbeck.de) einzusehen. „Damit schaffen wir Transparenz“, freuen sich Bürgermeister Klaus Gromöller (l.) und Kämmerer Stefan Wilke. Foto: Frank Vogel

Für Klaus Gromöller war es eine Premiere. Zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt im Jahre 2009 konnte der Bürgermeister am Donnerstagabend einen ausgeglichenen Haushalt zur Beratung in den Rat einbringen und sogar einen planmäßigen Überschuss von 286.000 Euro verkünden. Und die Perspektiven sind vielversprechend: 2019 sei noch einmal ein Defizit zu erwarten, 2020 und 2021 aber werden nach den vorliegenden Orientierungsdaten wieder positiv. „Ein schönes Gefühl“, freute sich Gromöller auch im Gespräch mit unserer Zeitung.

Für diese überraschend günstige Entwicklung nannte Gromöller vier Gründe: die guten Steuereinnahmen, das niedrige Zinsniveau, Erträge aus Grundstücksverkäufen, aber auch der „verantwortungsvolle Umgang mit Haushaltsmitteln“. Das alles mache nicht nur möglich, den Kassenkredit vollständig zu tilgen, den die Gemeinde hatte aufnehmen müssen, um die Ausgaben der laufenden Verwaltung zu finanzieren. Das ermögliche auch etliche Investitionen.

Rund 6,3 Millionen Euro sind im Haushaltsentwurf vorgesehen. Projekte, die finanziert werden, sind unter anderem die Erweiterung der Gesamtschule, die Atemschutzwerkstatt der Feuerwehr, das Sandstein-Museum und weitere Wohnungen für Flüchtlinge. Konzepte könnten jetzt umgesetzt werden: Ortsentwicklung, Abwasserbeseitigung und mehr. „Die finanzielle Situation gibt uns viele Gestaltungsmöglichkeiten, die Gemeinde nach vorne zu bringen“, sagt auch Kämmerer Stefan Wilke .

Gelingen kann das alles, so der Bürgermeister, allerdings auch nur dank zahlreicher Förderprogramme. Beim Sandstein-Museum und bei der Burg Hülshofff werden sogar die Folgekosten vom Landschaftsverband beziehungsweise von der Droste-Hülshoff-Stiftung getragen. „Wir hatten nie bessere Voraussetzungen, um die vorgenannten Investitionen in unsere Strukturverbesserung und Zukunftsfähigkeit zu tätigen.“ Es gehe darum, die Standortfaktoren zu stärken, was sich mittel- und langfristig auszahlen werde.

Um die 6,3 Millionen Euro Investitionsausgaben zu stemmen, sollen rund 2,6 Millionen Euro an Investitionskrediten aufgenommen werden, erklärte Stefan Wilke. Im Gegensatz zu dem Kassenkredit würden durch die Investitionskredite Werte geschaffen, betonte Gromöller. Das Eigenkapital werde nicht verringert. Im Gegenteil: Bis 2021 sei zu erwarten, dass dieses um rund 600.000 Euro erhöht werden kann.

Positiv haben sich die Schlüsselzuweisungen auf den Haushaltsentwurf ausgewirkt. Waren es im ablaufenden Jahr 1,5 Millionen Euro, bekommt die Gemeinde in 2018 nun 2,1 Millionen Euro. Das sei zwar eine Verbesserung, allerdings nur deshalb, weil „mehr Geld im Topf ist“, wie Gromöller und Wilke erläutern. Eine Umverteilung, die die ländliche Region nicht weiter benachteilige, stehe weiter aus. Gespräche seien auf Landesebene aber avisiert. „Wir setzen da auf das Prinzip Hoffnung.“

Trotz aller Freude über die gute Finanzlage mahnen Gromöller und Wilke zu weiterhin verantwortungsvollem Umgang mit den Geldern. Gromöller: „Auch in Zukunft gilt es: seriös finanzieren, alle Fördermöglichkeiten nutzen, Folgekosten im Blick behalten.“

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