Anne-Frank-Gesamtschule
„Rauschbrille“ zeigt Gefahren

Havixbeck -

„Wie würdet ihr als Eltern reagieren, wenn eure Kinder betrunken nach Hause kommen?“ „Was tun, wenn Freunde von euch so viel getrunken haben, dass der Notarzt kommen muss?“

Mittwoch, 21.02.2018, 17:02 Uhr

Mit der „Rauschbrille“ erfuhr Stella Althues, wie Alkohol die Reaktionsfähigkeit und das Gleichgewicht beeinträchtigt. Petra Nachbar und Leonie Carsten gaben dazu Hinweise. Auch Hans-Uwe Hahn (kl. Bild) vom Kreuzbund informierte.
Mit der „Rauschbrille“ erfuhr Stella Althues, wie Alkohol die Reaktionsfähigkeit und das Gleichgewicht beeinträchtigt. Petra Nachbar und Leonie Carsten gaben dazu Hinweise. Auch Hans-Uwe Hahn (kl. Bild) vom Kreuzbund informierte. Foto: AFG

„Wie würdet ihr als Eltern reagieren, wenn eure Kinder betrunken nach Hause kommen?“ „Was tun, wenn Freunde von euch so viel getrunken haben, dass der Notarzt kommen muss?“ „Wie wirkt eigentlich welche Menge Alkohol und was sind die Konsequenzen eines täglichen Konsums auch nur geringer Mengen Alkohol?“ – Mit diesen Fragen setzten sich die Schülerinnen und Schüler des siebten Jahrgangs an der Anne-Frank-Gesamtschule (AFG ) in einem Projekt auseinander.

Diese zwei Tage sind als Programm für die 13-Jährigen, die in einem Alter sind, in dem schon bald Alkohol eine größere Rolle spielen wird, fest im Schulprogramm der AFG verankert. Wichtige Suchtprävention findet so statt, so die Schule in einer Pressemitteilung.

Außerschulische Experten unterstützten dabei die Arbeit der Klassenlehrer. Im Rahmen der NRW-Landeskampagne „Sucht hat immer eine Geschichte“ übernahmen Dr. Gerd Pohl, Petra Nachbar und Leonie Carsten, Mitarbeiter der Caritas-Beratung im Kreis Coesfeld, und Hans-Uwe Hahn vom Kreuzbund Coesfeld wichtige Module des Präventionsprojektes.

Am Beispiel von „Tom und Lisa“ beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema „Alkohol bei einer Party“. Rechtliche Aspekte wurden geklärt. Risiken und Alternativen zum frühen Alkoholkonsum wurden gegeneinander abgewogen. Mit „Rauschbrillen“ erfuhren die Schülerinnen und Schüler, wie Alkohol wirkt und die Verhaltensmöglichkeiten einschränkt.

Hans-Uwe Hahn berichtete sehr persönlich über seinen Lebensweg, über seinen Absturz in den Alkoholismus, aber auch, wie Alkoholiker sich retten können, welche Beratungs- und Therapiemöglichkeiten es gibt. Alkoholiker müssten sich jeden Tag wieder neu entscheiden: „Heute trinke ich nicht!“ Dabei würden Selbsthilfegruppen wichtige Unterstützungsarbeit leisten. Hans-Uwe Hahn leitet mehrere Selbsthilfegruppen, darunter auch die Gruppe des Kreuzbundes aus Nottuln.

Am Ende des Projekts stand der Film „Zoey“. Gezeigt wird ein 15-jähriges Mädchen aus einer suchtbelasteten Familie. Der Vater ist Alkoholiker. Seine Tochter Zoey versucht, ihm zu helfen und scheitert. Schnell wurde den Schülerinnen und Schülern klar: Kinder sind niemals schuld daran, dass ihre Eltern trinken. Und sie haben in der Regel keine Chance zu helfen, auch keine Verantwortung für die Alkoholkrankheit ihrer Eltern. Die tragen diese allein selbst. Nur sie sind in der Lage, sich zu retten.

Aber Kinder aus suchtbelasteten Familien können für sich sorgen und Hilfe in Anspruch nehmen. Zum Beispiel, indem sie Gespräche mit Vertrauenspersonen suchen. Die Klassenlehrer sind dafür bereit.

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