Ausbildung zum Altenpfleger
Senioren „Rundumpaket“ geben

Havixbeck -

Die Arbeit mit Menschen ist für die Auszubildenden im Marienstift Droste zu Hülshoff Motivation, die Ausbildung zur Altenpflegerin und zum Altenpfleger zu absolvieren.

Mittwoch, 28.02.2018, 06:02 Uhr

Das Marienstift Droste zu Hülshoff ist froh über eine große Anzahl von Auszubildenden. Dazu gehören unter anderem (hintere Reihe, v.l.): Tafsir Diallo, Chantal Paul, Leon Rennekamp, Stefanie Pinkepank und Kerstin Jolk mit Pflegedienstleiter Oliver Göckener. Vordere Reihe: (v.l.) Sozialdienstleiter Martin Wiedau, Bewohnerin Margarete Urmelt, Einrichtungsleiter Tobias Vormann und Auszubildende Jolanta Schmudde.
Das Marienstift Droste zu Hülshoff ist froh über eine große Anzahl von Auszubildenden. Dazu gehören unter anderem (hintere Reihe, v.l.): Tafsir Diallo, Chantal Paul, Leon Rennekamp, Stefanie Pinkepank und Kerstin Jolk mit Pflegedienstleiter Oliver Göckener. Vordere Reihe: (v.l.) Sozialdienstleiter Martin Wiedau, Bewohnerin Margarete Urmelt, Einrichtungsleiter Tobias Vormann und Auszubildende Jolanta Schmudde. Foto: Klaus de Carné

Über Nachwuchsmangel kann sich das Marienstift derzeit nicht beklagen. Immerhin sind elf Frauen und Männer dabei, die Ausbildung zum staatlich examinierten Altenpfleger zu absolvieren. „Ein zwölfter Lehrling ist in der Warteschleife und könnte bald auch beginnen“, zeigt sich Einrichtungsleiter Tobias Vormann glücklich, dass sich viele junge Menschen für den Beruf interessieren. Er weiß aber auch, dass es dringend notwendig ist, denn immerhin gehen in den nächsten Jahren viele Mitarbeiter in den Ruhestand.

Für den 18-jährigen Leon Rennekamp war es die richtige Wahl. Sein zweites Ausbildungsjahr hat begonnen und er verfügt schon über umfangreiche Kenntnisse. „Die Dankbarkeit der älteren Bewohner ist groß und das bringt einem auch selber Freude“, erzählt der junge Mann. Seine Mutter arbeitet als Altenpflegerin und von ihr hat er im Vorfeld schon viel gehört. Einen größeren Einblick erhielt er während eines Praktikums. „Danach habe ich die Ausbildung begonnen“, erzählt Leon Rennekamp. Jeder ältere Mensch habe andere Bedürfnisse. „Das ist nicht anders, als bei uns Jüngeren.“

Bei Tafsir Diallo (28) war der Weg ein ganz anderer. Er hat als Migrant eine Herberge und eine Arbeit in Havixbeck gefunden. Vor fast vier Jahren kam der junge Mann aus dem westafrikanischen Guinea nach Deutschland. In der Baumberge-Gemeinde hat er sich prima integriert und über die Arbeit im Marienstift ist er froh. Tafsir Diallo hat in seiner Heimat schon mit Kindern in einer Schule gearbeitet. Es mache ihm einfach Freude, sich um Menschen in allen Lebenslagen zu kümmern.

Die Ausbildung zum Altenpfleger ist vielschichtig. Zunächst startet die Zeit mit einer dreimonatigen Theoriephase in einer der Pflegeakademien. Dann erst werden die Auszubildenden durch ihre Mentoren in den Wohnbereichen langsam an die Arbeit mit den älteren Menschen gewöhnt. Während der drei Jahre gehören Hospitationen in der Geriatrie und der ambulanten Pflege zum Ausbildungsprogramm.

Kerstin Jolk konnte sich an Schreibtischarbeit nicht gewöhnen und wollte viel lieber mit Menschen direkt arbeiten. Durch Wochenenddienste im Marienstift gefiel der 44-Jährigen die Arbeit so gut, dass sie sich um einen Ausbildungsplatz bewarb. Ein Jahr hat sie schon geschafft und freut sich selber, den Bewohnern ein „Rundumpaket“ geben zu können.

78 Männer und Frauen leben im Marienstift an der Altenberger Straße. Die Betreuung wird Tag und Nacht sichergestellt. Das Marienstift bewerkstelligt dies mit einer Frühschicht von 6.30 bis 14 Uhr und von 13.30 bis 21 Uhr in der Spätschicht. Nachts sind feste Mitarbeiter eingeteilt und die Auszubildenden noch nicht beteiligt.

Die Mutter von Chantal Paul (20) arbeitet auch als Altenpflegerin und von ihr hat sie sehr viel über den Beruf erfahren. Die Arbeit mit den Menschen sei klasse und bringe einen selber weiter.

„Es ist eine spannende Herausforderung Tag für Tag“, meint Jolanta Schmudde (44), die vorher ihren „Familienbetrieb“ gemanagt hat und jetzt die Ausbildung grundlegend absolvieren möchte. Gelernt hat sie den Beruf der Näherin.

Im ersten Ausbildungsjahr befindet sich Stefanie Pinkepank. Die 22-Jährige liebt die Vielfalt im Beruf der Altenpflegerin. Die Weiterbildung sei enorm und würde sie reizen auf Dauer noch mehr lernen zu wollen.

„Wer schulisch noch einen höheren Bildungsabschluss machen möchte, kann den zweiten Bildungsweg wählen und dann noch mehr erreichen“, weiß Tobias Vormann aus eigener Erfahrung. Für eine Frau sei der Beruf auch in Teilzeit ideal. Er und seine Kollegen von der Hausleitung seien begeistert, dass viele junge Menschen im Hause tätig seien und es hoffentlich lange so bleibe.

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