Schafzüchter sorgen sich
Ein Stück Dorfgeschichte

Havixbeck -

„In gerade einmal 20 Jahren ist in Ostdeutschland die Zahl der Mutterschafe um 44 Prozent zurückgegangen, wobei sich der Rückgang in der letzten Dekade fast verdoppelt hat.“ Das sorgt auch die Züchter in Havixbeck. „Setzt sich der Trend fort, wird die ostdeutsche Schafzucht in nur zehn Jahren ausgerottet sein.“

Mittwoch, 14.03.2018, 20:03 Uhr

Der Havixbeck Schafzuchtverein sorgt sich um den Bestand in Ostdeutschland.
Der Havixbeck Schafzuchtverein sorgt sich um den Bestand in Ostdeutschland. Foto: dpa

Ein Stück Havixbecker Dorfgeschichte feiert in diesem Jahr Jubiläum: Der Schafzuchtverein, gegründet im Mai 1938, ist 80 Jahre alt geworden. „Auch wenn Schafe in der heutigen urban geprägten Gesellschaft genauso wenig wertgeschätzt werden wie die Landwirtschaft als Ernährer allgemein, halten die Vereinsmitglieder an der Schafzucht fest, auf jeden Fall am Verein“, heißt es in der Pressemitteilung der Züchter. Entsprechend gut besucht sei die Hauptversammlung gewesen.

Bei den Wahlen zum Vorstand wurden die amtierenden Kandidaten, die stellvertretende Vorsitzende Ulla Kauling und die Kassiererin Margret Füssmann-Jaswetz, wiedergewählt. Ein Schwerpunkt der Veranstaltung waren Informationen rund ums Schaf. „Dabei zeigten die Schaftage im August auf Haus Düsse und die Landesschafschau in Borken im September für die Milchschaf interessierten Vereinsmitglieder das inzwischen gewohnte Bild: Es gibt noch Züchter ostfriesischer Milchschafe, aber sie sind in NRW selten geworden“, informieren die Züchter weiter.

Aufhorchen ließ sie aber eine andere Entwicklung: „Während in NRW die Schafzucht laut amtlicher Statistik relativ stabil ist, setzt in Ostdeutschland ein alarmierender Wandel ein.“ In gerade einmal 20 Jahren sei dort die Zahl der Mutterschafe um 44 Prozent zurückgegangen, wobei sich der Rückgang in der letzten Dekade fast verdoppelt habe. Weiter schreiben die Züchter: „Über die Ursachen lässt sich nur spekulieren, aber da die wirtschaftlichen und bürokratischen Probleme in Ost und West eigentlich die gleichen sind, gerät die sehr hohe Wolfspopulation im Osten in den Blickpunkt. Setzt sich der Trend fort, wird die ostdeutsche Schafzucht in nur zehn Jahren ausgerottet sein.“

Zum Schluss der Jahreshauptversammlung wurde die Planung des Sommerfests Ende Juli in Angriff genommen.

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