Fotoausstellung
Von Venntüten und Plaggenstechern

Havixbeck -

Die Wanderausstellung „Vogelfänger, Venntüten und Plaggenstecher“ mit Fotografien des Zoologen Dr. Hermann Reichling wurde im Baumberger-Sandstein-Museum eröffnet.

Dienstag, 17.04.2018, 06:04 Uhr

Dr. Bernd Tenbergen erläuterte den Besuchern bei der Eröffnung der Ausstellung die Besonderheiten der Fotos, die Dr. Hermann Reichling von Natur, Landschaft und Menschen machte.
Dr. Bernd Tenbergen erläuterte den Besuchern bei der Eröffnung der Ausstellung die Besonderheiten der Fotos, die Dr. Hermann Reichling von Natur, Landschaft und Menschen machte. Foto: Iris Bergmann

Reichling hat ein Händchen dafür gehabt“, schwärmt Dr. Bernd Tenbergen vom LWL-Naturkundemuseum Münster. Gemeint waren die Fotos und deren Motive, die Dr. Hermann Reichling machte und die nun für sechs Wochen im Baumberger-Sandstein-Museum in Havixbeck unter dem Titel „Vogelfänger, Venntüten und Plaggenstecher“ zu sehen sind. Am Sonntag gab der Kurator, der die Ausstellung für das Naturkundemuseum entwickelt hat, den Gästen eine Einführung in die Arbeiten des münsterischen Zoologen.

Dr. Hermann Reichling war von 1919 bis 1933 und von 1945 bis zu seinem frühen Tod 1948 Direktor des heutigen LWL-Naturkundemuseums. Der Zoologe war aber auch ein begnadeter Fotograf. Fast 9000 Glasplatten hat er mit seiner Balgenkamera aus Holz belichtet, die die Familie Reichlings dem Naturkundemuseum überlassen hat. 5000 davon wurden schon digitalisiert. Als großformatige Schwarz-Weiß-Fotos hängt nun eine Auswahl davon im ehemaligen Rabertshof.

Reichling hat Tiere und Natur fotografiert. Das Faszinierende daran ist der Blickwinkel. „Zum Beispiel die drei Waldkäuzchen, die er aus nächster Nähe abgelichtet hat“, erläutert Tenbergen. Dazu müsse man wissen, dass es damals noch keine Teleobjektive gab. Reichling musste also viel Geschick aufwenden, um den Tieren so nahe zu kommen.

Immer wieder fotografierte Reichling auch Menschen. Schäfer bei der Arbeit, Landstreicher, eine Bauernfamilie. „Diese Menschen waren stolz darauf, fotografiert zu werden“, wusste Tenbergen. „Damals wurden eigentlich nur reiche und hochgestellte Persönlichkeiten abgelichtet.“ Auch Stadtfotos finden sich in der Sammlung. Vor allem ist es hier Münster und das tägliche Leben dort. Szenen vom Wochenmarkt oder den Häuserreihen auf dem Prinzipalmarkt – vor dem Krieg und noch in ursprünglichem Zustand.

All das zusammen ergibt einen Einblick in die Zeit vor rund 100 Jahren sowie in die teilweise schroffen Veränderungen sowohl in der Fauna – zum Beispiel mit dem verschwinden ganzer Vogelarten – als auch die Veränderungen durch die zunehmende Industrialisierung.

Zum Thema

Bis zum 10. Juni (Sonntag) ist die Ausstellung „Vogelfänger, Venntüten und Plaggenstecher“ im Baumberger-Sandstein-Museum in Havixbeck zu sehen.

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