Hochwasserschutz
Aa-Brücke ist das Nadelöhr

Hohenholte -

Ökologische Verbesserungen sollen an der Münsterischen Aa in Hohenholte zwischen der Aa-Brücke und der Klostermühle umgesetzt werden. Zudem soll etwas für den Hochwasserschutz getan werden.

Donnerstag, 14.06.2018, 20:00 Uhr

Frei entfalten können soll sich die Münsterische Aa in Zukunft bei Hohenholte zwischen der historischen Aa-Brücke und der Klostermühle. Wie die Umgestaltung des Geländes aussehen könnte, zeigt dieser Vorabzug des Planentwurfs.
Frei entfalten können soll sich die Münsterische Aa in Zukunft bei Hohenholte zwischen der historischen Aa-Brücke und der Klostermühle. Wie die Umgestaltung des Geländes aussehen könnte, zeigt dieser Vorabzug des Planentwurfs. Foto: AG Wasser- und Bodenverbände

Die Münsterische Aa soll im Bereich Hohenholte ökologisch aufgewertet werden. Die Verbesserungen sollen im Gewässerabschnitt zwischen der historischen Aa-Brücke und der Klostermühle erfolgen. Im Zuge dieser Maßnahme könnte auch der Hochwasserschutz für die Anlieger oberhalb der Aa-Brücke erhöht werden. Pläne dazu wurden im Umweltausschuss der Gemeinde Havixbeck am Mittwochabend vorgestellt.

Diplom-Ingenieur Marco Pfeil von der Arbeitsgemeinschaft Wasser- und Bodenverbände Westfalen-Lippe erläuterte den Ausschussmitgliedern zunächst den Projektteil, der sich ab der Aa-Brücke flussabwärts in Richtung Klostermühle erstreckt. Hier möchte die Naturschutzstiftung Kreis Steinfurt, in deren Besitz sich die Flächen bereits befinden, im kommenden Jahr eine ökologische Gewässerentwicklung durchführen. Daran ist die Gemeinde Havixbeck nicht direkt beteiligt, da der Bereich auf Altenberger Gebiet liegt.

„Der Grundgedanke ist, dem Gewässer mehr Raum zu geben, in dem es sich eigenständig verlagern darf“, erklärte Marco Pfeil. Das Gelände, auf dem sich zurzeit Äcker und Wiesen befinden, wird so umgestaltet, dass sich die Aa hindurchschlängeln kann. Dazu wird ein sogenanntes Initialgerinne angelegt. In der Folge soll sich das Wasser seinen eigenen Weg suchen. Totholz und Baumstümpfe dienen dazu, dass sich Lebensräume für Tiere und Pflanzen entwickeln können. Bei Hochwasser kann sich die Aa ausbreiten und die Flächen überschwemmen.

Der Bolzplatz nahe der Aa-Brücke bleibt auch in Zukunft erhalten. Gleiches gilt für den Fuß- und Radweg, der entlang der Münsterischen Aa zwischen dem Stiftsdorf und der Klostermühle verläuft. Das alte Flussbett werde angepasst und in das Hochwassergeschehen einbezogen, so Marco Pfeil.

Zusätzlich zur ökologischen Aufwertung der Aa auf den Flächen der Naturschutzstiftung Kreis Steinfurt untersuchte der Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft Wasser- und Bodenverbände Möglichkeiten zum Hochwasserschutz in den Bereichen oberhalb der Aa-Brücke. In einem Antrag an den Gemeinderat hatte die CDU-Fraktion auf die sich durch vermehrte Starkregenereignisse verschärfende Situation für die Anrainer hingewiesen und eine Lösung für die Rückstauproblematik gefordert.

„Der Knackpunkt ist die Brücke. Die ist ein hydraulisches Nadelöhr“, verdeutlichte Marco Pfeil die aktuelle Situation mit Schaubildern und Karten. Für verschiedene Wasserstände hatte er Berechnungen angestellt. Fazit: Der Durchlass der unter Denkmalschutz stehenden Aa-Brücke ist zu klein. Abhilfe könnte ein Bypass schaffen, über den bei steigenden Pegeln das Wasser durch ein zweites Flussbett abgeleitet wird.

Ob überhaupt und wie dieser Bypass umgesetzt werden könnte, blieb in der Sitzung des Umweltausschuss offen. Zunächst muss noch eine Reihe offener Fragen geklärt werden. Dabei spielt der Denkmalschutz der historischen Aa-Brücke ebenso eine Rolle wie ein möglicher Grunderwerb von einem privaten Flächeneigentümer. Schließlich wäre zu klären, wer Träger dieser Maßnahme zum Hochwasserschutz wird. Wegen der Lage im Grenzgebiet, ist auch eine Abstimmung zwischen den Gemeinden Havixbeck und Altenberge erforderlich.

Die Gemeindeverwaltung wird beauftragt, so die einstimmige Beschlussempfehlung des Umweltausschusses an den Gemeinderat, alle notwendigen Schritte zur Anlage eines Bypasses an der Aa-Brücke durchzuführen, um Überschwemmungen künftig zu vermeiden. Die Umsetzung soll spätestens im Oktober 2019 erfolgen.

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