Gerhard Ernst 50 Jahre Priester
Charme des Dorfes gleich gemocht

Hohenholte -

Seit zehn Jahren wohnt der Priester Gerhard Ernst in Hohenholte und fühlt sich dort sehr wohl. Er sei schnell heimisch geworden im Stiftsdorf. „Als ich den Charme des Dorfes erblickte, war ich fasziniert und dachte mir: Hier kannst du gut leben“, erzählt Pastor Ernst. Weihbischof Josef Voss hatte ihn damals gebeten, als Überbrückung nach Hohenholte zu gehen. Dies sei keine schlechte Idee gewesen.

Samstag, 30.06.2018, 07:00 Uhr

Gerhard Ernst arbeitet seit 50 Jahren als Priester im Bistum Münster. Etliche Gemeinden hat er kennengelernt. Seit 13 Jahren ist er Klinikpfarrer beim LWL in Münster. Seit zehn Jahren lebt er in Hohenholte. Sein Hund James ist ihm ein guter Begleiter.
Gerhard Ernst arbeitet seit 50 Jahren als Priester im Bistum Münster. Etliche Gemeinden hat er kennengelernt. Seit 13 Jahren ist er Klinikpfarrer beim LWL in Münster. Seit zehn Jahren lebt er in Hohenholte. Sein Hund James ist ihm ein guter Begleiter. Foto: Klaus de Carné

Auf ein besonderes Jubiläum blickt Gerhard Ernst in diesen Tagen: Seit 50 Jahren ist er Priester. Der 74-Jährige beschäftigt sich seit 1962 intensiv mit der Theologie und der Germanistik. 1963 zog er ins Priesterseminar in Münster. Ein Jahr verbrachte er zwischendurch in Würzburg. Besonders habe ihm während des Studiums ein Austausch mit Studenten der niederländischen Stadt Nijmegen gefallen.

Am 29. Juni 1968 wurde er vom damaligen münsterischen Bischof Joseph Höffner im Paulus-Dom in Münster geweiht. Höffner wurde später Kardinal und Erzbischof von Köln. Zuvor machte der junge Theologie-Student sein Examen bei keinem geringeren als dem späteren Papst Benedikt, Josef Ratzinger, der damals in Münster Theologie lehrte.

Wer ein halbes Jahrhundert als Priester im Bistum tätig ist, der kann sehr viel berichten. Nach der Priesterweihe war Ernst Pfarrer in St. Josef an der Hammer Straße in Münster. Nebenbei nahm er über Jahre an einer Fortbildung zum Gesprächstherapeuten teil. Dies brachte ihm auch die Leitung der Telefonseelsorge in Münster für zehn Jahre ein. Zu der Zeit war er Pfarrer in der Stadt Warendorf.

Sein nächster Einsatzort war ab 1976 Ladbergen. „Erst hieß es, dort gibt es nicht so viel zu tun. Das sah aber ganz anders aus. Ich kam in eine junge Gemeinde und durfte eine Kirche und ein Pfarrzentrum bauen“, so Ernst im Gespräch mit unserer Zeitung. Zur gleichen Zeit wurde er im Priesterseminar als Pastoralpsychologe eingesetzt. Ganze 30 Jahre hat er sich dieser Tätigkeit gewidmet, die anspruchsvoll war, weil es um den einzelnen Menschen ging.

Bischof Reinhard Lettmann, der Vorgänger vom jetzigen Bischof Genn, berief den fleißigen Priester 2005 zum Seelsorger in die LWL-Klinik für psychisch-kranke Menschen in Münster. Bis dahin war Gerhard Ernst Pfarrer in St. Petronilla in Münster-Handorf.

Bis zum Ende diesen Jahres arbeitet Priester Ernst noch in der Klinik. „Dann war ich 13 Jahre dort und konnte vielen Menschen beiseitestehen mit ihren Sorgen.“ Er wirkte im Sinne des Propheten Jesaja: „Einen Auftrag hat mir Gott gegeben. Freude für die Elenden zu geben.“

Als Priester wird er in Hohenholte und Havixbeck gebraucht. Messen, Beerdigungen und Taufen gehören zu seinem Aufgabengebiet.

Mit Else Annegarn habe er quasi Tür an Tür gewohnt und ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis gehabt. „Sogar das Originalrezept ihrer beliebten Hochzeitssuppe hat sie mir überlassen“, erinnert sich Ernst noch heute gerne an die Gastwirtin. „Die rührige Frau werden wir hier nicht vergessen!“

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Am nächsten Sonntag (8. Juli) feiert Gerhard Ernst mit der Gemeinde um 9.30 Uhr eine Dankmesse in St. Georg. Danach gibt es Gelegenheit beim Kirchencafé ihm persönlich zu gratulieren.

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