THW bei der „Rescue Vlissingen“
Mit Klompen Pluspunkte gesammelt

Havixbeck/Gronau -

Auf der „Rescue Vlissingen“, der größten Rettungs- und Katastrophenschutzausstellung in den Niederlanden, waren die THW-Ortsverbände Havixbeck und Gronau gemeinsam vertreten.

Dienstag, 28.08.2018, 18:20 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 28.08.2018, 18:20 Uhr
Die Havixbecker und Gronauer THW-Kräfte vor dem Einsatzgerüstsystem. An der Vlissinger Strandpromenade zeigten sie, wie Mensch und Tier aus Höhen abgeseilt werden können.
Die Havixbecker und Gronauer THW-Kräfte vor dem Einsatzgerüstsystem. An der Vlissinger Strandpromenade zeigten sie, wie Mensch und Tier aus Höhen abgeseilt werden können. Foto: Lisa Dierselhuis

Die kleine Stadt Vlissingen im Südwesten der Niederlande ist eigentlich eher für gemütliche Sommerurlaube am weißen Nordseestrand berühmt. Eigentlich – wäre dort nicht alle zwei Jahre die größte Rettungs- und Katastrophenschutzausstellung der Niederlande, und das unter freiem Himmel. 180 Aussteller aus den Niederlanden und anderen Ländern Europas waren jetzt angereist, um sich selbst, ihre Technik und ihre Aufgaben auf der „Rescue Vlissingen“ zu präsentieren. Vom Marinehubschrauber bis zum Löschfahrzeug, vom Löschangriff bis zur Geiselbefreiung, es wurde etwa 100 000 Zuschauern jede Menge Spektakuläres geboten. Sogar die italienische Polizei war angereist – stilecht mit einem Lamborghini, schreibt Ralf Kosse in einem Bericht.

Um den Niederländern das Technische Hilfswerk (THW) aus Deutschland näherzubringen, waren auch dieses Mal wieder die THW-Ortsverbände Havixbeck und Gronau angereist. Neben der Feuerwehr aus Wesel und der Polizei NRW handelte es sich um die einzigen deutschen Aussteller vor Ort.

Die Gronauer THW-Helferinnen und -Helfer stellten mit ihrer Bergungsgruppe den Gerätekraftwagen I und einen Turm aus dem Einsatzgerüstsystem des THW vor. Die Havixbecker beeindruckten mit ihren Rettungshunden und technischem Ortungsgerät aus der Fachgruppe „Ortung“. Am Gronauer Turm wurden die Havixbecker Vierbeiner abgeseilt, was das Publikum aus niederländischen und auch deutschen Touristen, aber auch Feuerwehrkräfte, Polizisten und Soldaten anzog. Dabei gestaltete sich die Sicherung des Gronauer Turmes zu einer Drei-Nationen-Aufgabe: Da die deutschen THW-Helfer für die Stabilität des Turmes mehrere Kubikmeter an Wasser als Gewicht brauchten, half die belgische Feuerwehr mit ihrem Löschfahrzeug und besorgte Wasser von den niederländischen Veranstaltern.

Für freudiges Schmunzeln sorgte bei den Besuchern ein modisches Accessoire mit niederländischer Tradition: Die Gronauer hatten sich blaue Holzschuhe mit THW-Aufdruck fertigen lassen und konnten so kräftig Pluspunkte sammeln. Selbst der vor Ort anwesende NRW-Landesbeauftragte des THW, Dr. Hans-Ingo Schliwienski, trug diese harte Fußbekleidung tapfer. Die niederländischen Besucher waren sehr am THW interessiert und konnten sich von flüssig niederländisch sprechenden THW-Kräften erklären lassen, dass das THW auf ehrenamtliche Helferinnen und Helfer setzt, und was der Unterschied zur Feuerwehr ist – in der Art gibt es nämlich nichts Vergleichbares in den Niederlanden.

Vor der längeren Rückfahrt ins Münsterland lag am nächsten Tag noch ein Besuch im nahe gelegenen „Watersnoodmuseum“, welches über die Flutkatastrophe von 1953 informiert. Diese Sturmflut mit über 1800 Toten alleine in den Niederlanden war der erste Auslandseinsatz des damals noch ganz jungen Technischen Hilfswerks und setzte Maßstäbe für die Rettung sowie für die nachfolgenden umfassenden Küstenschutzbauten an der niederländischen Küste.

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