Ausbildung zum Fliesenleger
Sinn für Materialien muss sein

Havixbeck -

Für Fitim Eshrefi ist es die Ausbildung überhaupt. Er hätte nichts anderes werden wollen. Fitim hat durch seinen Bruder schon sehr viel in dem Bereich kennengelernt und weiß daher, worauf es beim Fliesenlegen ankommt. Der 22-Jährige ist inzwischen im zweiten Ausbildungsjahr bei der Havixbecker Firma Mühlenbeck im Einsatz.

Mittwoch, 19.09.2018, 12:06 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 15.09.2018, 06:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 19.09.2018, 12:06 Uhr
Fitim Eshrefi erlernt den Beruf des Fliesenlegers. Es ist sein Traumberuf, weil er kreativ und handwerklich tätig sein kann. Die fertige Arbeit des Tages zu sehen, findet er klasse.
Fitim Eshrefi erlernt den Beruf des Fliesenlegers. Es ist sein Traumberuf, weil er kreativ und handwerklich tätig sein kann. Die fertige Arbeit des Tages zu sehen, findet er klasse. Foto: Klaus de Carné

„Ein Sinn für Sauberkeit und Ordnung muss einfach vorhanden sein“, fordert Karl-Heinz Hartz von seinen Auszubildenden. Der Meister und Ausbilder für den Beruf des Fliesenlegers ist seit Jahrzehnten tätig und weiß wie es geht. Es habe viele Veränderungen in der Berufssparte gegeben, aber die Ausbildung sei immer angepasst worden. Hartz arbeitet im Handwerkskammerbildungszentrum Münster und unterrichtet alle Ausbildungsjahrgänge.

„Die genaue Bezeichnung für die Ausbildung lautet Fliesen-, Platten- und Mosaikleger“, erklärt Firmeninhaber Elmar Mühlenbeck, der den Betrieb vor Jahren von seinem Vater übernommen hat. Im Mai des nächsten Jahres besteht die Firma 50 Jahre.

Fitim Eshrefi findet es „cool“, abends den Erfolg der eigenen Arbeit zu betrachten. „Wir sanieren oft Bäder und sehen, wie schön neu und sauber alles wird“, so der Auszubildende. Die Vielfalt sei heute sehr groß. Die Fliesenformate würden immer größer. „Damit muss man richtig gut umgehen können.“

Das frühere Mörtel-Dickbett, in das Fliesen quasi hineingelegt wurden, gibt es eigentlich kaum noch. Heute wird alles geklebt und mit dünnen Materialien verlegt. „Auf dem Boden ist das einfacher als an der Wand. Da kann es schon mal runterrutschen“, weiß der junge Lehrling nach seinem ersten Lehrjahr.

Eine grundsolide Ausbildung sei das Wichtigste in allen Berufssparten sind sich Elmar Mühlenbeck und Meister Hartz einig. Auch wenn die Lehrlinge gleich mit auf die Baustellen kämen, sei eine intensive Einweisung mit praktischen Elementen unerlässlich. Deshalb sind die Fliesenleger im ersten Jahr 17 Wochen im Ausbildungscenter in Münster. Dort hat jeder eine große Wandecke, an der er sich austoben kann. Der Zuschnitt der Fliesen für ein bestimmtes Maß wird dort praktisch erlernt. Interessant zu sehen, wie ein Loch für einen Anschluss mitten in einer Wandfliese fein ausgepickelt wird.

Und was muss der junge Mensch ansonsten noch mitbringen für die Lehrzeit? Ein gesunder Menschenverstand sei allgemein wichtig, damit man die immer neuen Umstände auf der Baustelle erfassen könne, so Elmar Mühlenbeck. „Auch der Sinn für Materialien muss vorhanden sein, ebenso wie die Mathematik, weil man schon Berechnungen anstellen muss“, so Mühlenbeck. Dies lerne der junge Kollege aber nach und nach. Am wichtigsten sei ihm aber, dass der Auszubildende ein Teamplayer sei. „Sonst funktioniert es auf der Baustelle nicht.“ Mühlenbeck beschäftigt 20 Mitarbeiter und zwei Auszubildende. Im Regelfall lernen sich der zukünftige Chef und sein Auszubildender durch ein Praktikum kennen.

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