Glücksreisende
Sandsteinroute auf dem Prüfstand

Havixbeck -

Um mehr Radtouristen in die Region zu locken, soll die Sandsteinroute im Rahmen des Masterplans „Baumberge-Touristik 2026“ zur Premiumradroute entwickelt werden. Die Sandsteinroute soll über die Grenzen der Baumberge hinaus bekannt werden.

Mittwoch, 19.09.2018, 07:00 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 19.09.2018, 07:00 Uhr
Vor der Abfahrt am Billerbecker Dom: (v.l.) Birgit Lenter (Marketing Havixbeck), die „Glücksreisenden“ Anja Gabriel und Manuel Liebig, Karin Kortenjann (Marketing Havixbeck), Christian Wermert (Gemeinde Nottuln) und Marion Kessens (Stadt Billerbeck).
Vor der Abfahrt am Billerbecker Dom: (v.l.) Birgit Lenter (Marketing Havixbeck), die „Glücksreisenden“ Anja Gabriel und Manuel Liebig, Karin Kortenjann (Marketing Havixbeck), Christian Wermert (Gemeinde Nottuln) und Marion Kessens (Stadt Billerbeck). Foto: Stephanie Sieme

Die Leezen stehen draußen vor der Tür schon bereit. Die Rucksäcke sind gepackt. Es kann losgehen. „Wir freuen uns auf die Zeit im Münsterland“, sagt Anja Gabriel . Zusammen mit Freund Manuel Liebig verbringt sie 14 Tage in den Baumbergen. Die beiden Glücksreisenden, wie sie sich selber nennen, begeben sich auf die Sandsteinroute, die die fünf Baumberge-Kommunen Havixbeck, Nottuln, Billerbeck, Coesfeld, und Rosendahl miteinander verbindet. Sie werden die rund 160 Kilometer lange Strecke ganz genau unter die Lupe nehmen: Infrastruktur, Streckenverlauf – einfach alles.

Und das hat einen Grund: Um mehr Radtouristen in die Region zu locken, soll die Sandsteinroute im Rahmen des Masterplans „Baumberge-Touristik 2026“ zur Premiumradroute entwickelt werden. Die Sandsteinroute soll über die Grenzen der Baumberge hinaus bekannt werden.

Dafür haben sich die Touristiker der Baumberge-Kommunen kreative Unterstützung von Anja Gabriel und Manuel Liebig geholt. „Es ist der erste Stein, der ins Rollen gebracht wird. Wir wollen zeigen, dass der Masterplan kein Papier ist, das in der Schublade sein Dasein fristet“, so Marion Kessens, Touristikmanagerin der Stadt Billerbeck.

Es ist ein erster Aufschlag. Der Beginn eines kreativen Prozesses. Es ist eine Art Brainstorming, bei dem alles möglich ist. Bleibt die Sandsteinroute eine Rundroute? Sollen die Niederlande noch mit eingebunden werden? „Wie kann man Sandstein aufregender gestalten?“, so die Managerin. Oder ist die Sandsteinroute so wie sie ist perfekt? Bleibt es beim Namen Sandsteinroute? Fragen über Fragen.

Bei den Antworten sollen die Glücksreisenden helfen. Und: Alles ist offen. „Es ist kein Projekt, das in zwei Wochen oder zwei Monaten zu machen ist“, betont Manuel Liebig.

Die Glücksreisenden sind ausgebildete Touristiker, die sich für zehn Monate aus ihrem Beruf ausgeklinkt haben und – teilweise mit dem Rad – unterwegs im Osten waren. 15 Länder haben sie bereist: Russland, Mongolei, China, Nepal, Indien, Oman, Kambodscha, Malaysia, Singapur, Griechenland, Albanien, Italien, Österreich, Schweiz und Deutschland. Anja Gabriel und Manuel Liebig betreiben einen Blog, wo man ihre Motivation und ihre Abenteuer nachlesen kann (www.gluecksreisende.de).

Derzeit sind sie mit ihrem Projekt „DestinationsWorkaway“ auf Tour. Dabei sind die beiden für einen begrenzten Zeitraum in verschiedenen deutschen Tourismusregionen unterwegs, geben Impulse, üben aber auch Kritik. Denn während ihrer zehnmonatigen Reise haben sie viele Erfahrungen gesammelt. Schließlich waren sie, wie sie sagen, selbst immer als Touristen unterwegs – oft aber auch mit dem Blick durch die Touristiker-Brille.

„Auf unserer Reise haben wir gemerkt, wie wichtig zum Beispiel eine gute Beschilderung ist. Gute Beispiele dafür haben wir in der Schweiz und in Bayern gesehen“, erzählt Manuel Liebig. „Wenn das nicht ist, dann braucht man auch nicht über ein hochtrabendes Marketing nachdenken.“

Die letzten Reisekilometer haben die Glücksreisenden von Athen aus bis in ihre Heimat nach Deutschland per Drahtesel zurückgelegt – knapp 3000 Kilometer waren es im Sattel. Kurz vor ihrer Ankunft zurück in Deutschland machten sie dann den Aufruf an Touristiker, sich für ein „Destinationsworkaway“ bei ihnen zu bewerben. Das heißt, die beiden arbeiten gegen Logis 14 Tage kostenlos.

„Ich habe den Aufruf an einem lauen Sonntagabend im Mai entdeckt und mich mit der Sandsteinroute für die gemeinsame Baumberge-Touristik spontan und witzig beworben“, so Marion Kessens. „Etwa 14 Tage später erhielt ich die Zusage.“

Schon vor ihrem Start waren Anja Gabriel und Manuel Liebig im Havixbecker Sandstein-Museum, im Stift Tilbeck und am Longinusturm. Erste Eindrücke haben sie gesammelt und es gefällt ihnen.

„Landschaftlich ist es sehr schön hier“, so Manuel Liebig. „Es sind Bilderbuchorte“, ergänzt Anja Gabriel. „Als wir am Sonntag unterwegs waren, war richtig was los. Viele Radfahrer, Jogger, Nordic Walker. Es war schön zu sehen, wie sich das Leben an einem Sonntag hier abspielt. Es ist eine aktive Region.“

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