Beauftragung der Pastoralreferenten
Genn: „Jeden so annehmen, wie er ist“

Havixbeck -

„Nehmen Sie jeden so an, wie er ist“, schrieb Bischof Felix Genn den 16 Pastoralreferenten ins Stammbuch, die am Sonntag während eines feierlichen Gottesdienstes im Paulus-Dom ihre Beauftragung zum pastoralen Dienst erhielten.

Dienstag, 02.10.2018, 12:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 02.10.2018, 12:00 Uhr
16 Pastoralreferentinnen und -referenten erhielten von Bischof Dr. Felix Genn am Sonntag im Paulus-Dom in Münster ihre Beauftragung zum Dienst. Aus Havixbeck mit dabei Christoph Schulte (oben links) und Jens König-Upmeyer (oben 3.v.r.).
16 Pastoralreferentinnen und -referenten erhielten von Bischof Dr. Felix Genn am Sonntag im Paulus-Dom in Münster ihre Beauftragung zum Dienst. Aus Havixbeck mit dabei Christoph Schulte (oben links) und Jens König-Upmeyer (oben 3.v.r.). Foto: Pressestelle/Jürgen Flatken

„Nehmen Sie jeden so an, wie er ist“, schrieb Bischof Felix Genn den 16 Pastoralreferenten ins Stammbuch, die am Sonntag während eines feierlichen Gottesdienstes im Paulus-Dom ihre Beauftragung zum pastoralen Dienst erhielten. Mit dem Pontifikalamt unter dem Motto „Angesicht“ endete die mehrjährige Ausbildung am Institut für Diakonat und Pastorale Dienste (IDP). Die Neuen werden im gesamten Bistum in unterschiedlichen Bereichen der Seelsorge tätig sein.

„Heute feiern wir den Weihetag unseres Doms“, sagte Genn gleich zu Beginn des Gottesdienstes. „Und was es heißt, zur Versammlung der Kirche Gottes zu gehören. Das erfahren wir gerade ganz bedrückend in diesen Tagen“, bezog sich das Kirchenoberhaupt konkret auf die Missbrauchsstudie der Katholischen Kirche. „Dennoch geben wir die Zuversicht auf das Erbarmen Gottes nicht auf.“

Man könne stolz auf das Bauwerk sein, das zum Wahrzeichen der Stadt Münster geworden sei. „Doch dürfen wir das? Sind die dunklen Schatten nicht viel mächtiger als all das, was wir hier heute vollmundig feiern? Ist jetzt nicht eine Stunde der Finsternis, statt einer des Lobes und Stolzes dar-über, Kirche zu sein?“, fragte ein sichtlich betroffener Bischof.

„Es fällt mir immer schwerer, Scham und Entrüstung zu zeigen, Entschuldigung zu sagen. Die Worte klingen hohl und leer, obwohl ich sie wirklich von Herzen so meine“, gab Genn Einblick in sein Gefühlsleben. Menschen würden ihm schreiben, ihn fragen, wie man bei „so einem Laden“ noch mitmachen könne? Und er wandte sich direkt an die neuen Pastoralreferenten: „Sie sagen heute, Sie machen mit. Sie machen mit bei dieser Solidargemeinschaft, für die Sie in Haft genommen werden“, freute Genn sich.

„Wenn Sie in Mithaftung genommen werden, erinnern Sie sich daran, warum Sie mitmachen, was Ihnen wichtig ist“, gab er ihnen mit auf den Weg.

Im Evangelium rufe Jesus die Sünder zu sich. „Und jeder von uns ist ja wohl ein Sünder.“ Jesus weise sie nicht ab. Im Gegenteil: „Er richtet sie, richtet uns wieder auf.“

In dieser Erfahrung liege die Dankbarkeit begründet und daraus erwachse die Sendung, das Erfahrene weiter zu geben. „Und das ge-nau ist unsere Sendung: jeden so anzunehmen, wie er ist“, erläuterte Genn. „Sie haben den Gottesdienst unter das Schlagwort ‚Angesicht‘ aus dem Evangelium gestellt.

Darüber freue ich mich sehr. Das zeigt, dass Sie jeden Menschen sehen wollen. Dienen heißt, den anderen wahrzunehmen“, so Bischof Genn.

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