Infoabend zur Museumserweiterung
„Wir können uns das leisten“

Havixbeck -

Viele Fragen richteten Einwohner während des Informationsabends zur Erweiterung des Baumberger-Sandstein-Museums zu einem Kompetenzzentrum für Naturstein und Baukultur an Bürgermeister Klaus Gromöller. Gemeinsam mit weiteren Unterstützern versuchte er, die Kritiker von dem Projekt zu überzeugen.

Dienstag, 02.10.2018, 18:14 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 02.10.2018, 18:14 Uhr
Über die Erweiterung des Sandstein-Museums informierten (v.l.) Kreis-Kulturreferentin Swenja Janning, Moderator Jens Stachowitz, Martin Schmidt vom LWL und Bürgermeister Klaus Gromöller.
Über die Erweiterung des Sandstein-Museums informierten (v.l.) Kreis-Kulturreferentin Swenja Janning, Moderator Jens Stachowitz, Martin Schmidt vom LWL und Bürgermeister Klaus Gromöller. Foto: Marco Steinbrenner

Viele Fragen brannten den Besuchern der Informationsveranstaltung der Gemeinde zur Erweiterung des Baumberger-Sandstein-Museums zu einem Kompetenzzentrum für Naturstein und Baukultur auf den Nägeln. Hinterfragt wurde, was die Neuausrichtung des Museums für die Gemeinde aus kultureller und wirtschaftlicher Sicht bringe, was unter dem Begriff „Kompetenzzentrum“ zu verstehen sei oder ob Havixbeck sich das Projekt finanziell überhaupt leisten könne.

Zur Beantwortung der Fragen hatte sich Bürgermeister Klaus Gromöller mehrere Unterstützer an seine Seite geholt. Die Kulturreferentin des Kreises Coesfeld, Swenja Janning, und Martin Schmidt vom Fachbereich Baukultur des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe sowie von der Gemeinde Fachbereichsleiterin Monika Böse und Museumsleiter Dr. Joachim Eichler warben wie der Bürgermeister für ein Festhalten an dem Regionale-2016-Projekt. Den Verzicht auf die Erweiterung zum Kompetenzzentrums für Naturstein und Baukultur fordern hingegen die Initiatoren eines Bürgerbegehrens. Moderiert wurde die Diskussion von Jens Stachowitz.

„Wird hier nicht der zweite Schritt vor dem ersten getan?“, fragte ein Bürger, ob der Gemeinderat nicht zunächst noch einen Beschluss zu diesem weitreichenden Vorhaben fassen müsse. Ein solcher Grundsatzbeschluss sei bereits erfolgt, erklärte Bürgermeister Klaus Gromöller. Er verwies auf die Ablehnung des gemeinsamen Antrages „Sandstein-Museum neu denken“ von FDP und Grünen. In der April-Sitzung hat der Rat beschlossen, „die bisherigen Planungen für die Entwicklung eines Kompetenzzentrums für Naturstein und Baukultur am Sandsteinmuseum fortzusetzen“.

Auf Nachfrage ergänzte der Bürgermeister, das im Zuge der weiteren Umsetzung noch weitere Ratsbeschlüsse zu fassen seien. Ein weiterer Grundsatzbeschluss sei mit der Verabschiedung des Haushalts 2018 gefasst worden, in dem das Projekt enthalten sei.

Begrüßt wurde von einer Bürgerin die Vermittlung der Themen rund um den Sandstein in einem außerschulischen Lernort. Dafür bräuchte es aber keine so teure Erweiterung, hieß es darauf von anderer Seite.

Museumsleiter Dr. Joachim Eichler wies auf die bereits laufende Kooperation mit der Anne-Frank-Gesamtschule hin. Auch die Volkshochschule habe Interesse, den geplanten Seminarraum für ihre Veranstaltungen zu nutzen. Einen Markt sieht der Museumsleiter zudem für Tagungen, die sich an Architekten und Studierende richten. „Weiterbildungen in Sachen Naturstein finden so nirgendwo statt“, erklärte Eichler.

Der Kreis Coesfeld knüpft die Erhöhung seines Betriebskostenzuschusses an die Umsetzung der Planungen. „Die Regionale 2016 ist ein Gütesiegel; es zeigt, wie gut ein Konzept durchdacht ist“, erläuterte Kreis-Kulturreferentin Swenja Janning. „Nur die Dauerausstellung zu erneuern, reicht nicht aus. Es braucht auf lange Sicht einen Motor, der neue Impulse setzt auf Dauer.“ Dies könne das Kompetenzzentrum für Sandstein und Baukultur leisten.

Kritisch hinterfragt wurde in mehreren Redebeitragen, ob sich die Gemeinde Havixbeck die Erweiterung des Sandstein-Museums zum Kompetenzzentrum für Naturstein und Baukultur finanziell leisten kann. Die Sorge vor dem Abrutschen in die Haushaltssicherung, dem Wegfall anderer freiwilligen Leistungen oder Steuererhöhungen wurde mehrfach geäußert.

„Wir können uns das leisten“, zeigte sich Bürgermeister Klaus Gromöller überzeugt. Er begründete dies mit der momentanen Finanzausstattung. Der aktuelle Haushalt sei strukturell ausgeglichen. Auch für die Jahre 2020 und 2021 zeichne sich eine positive Entwicklung im Gemeindehaushalt ab. Der Bürgermeister gab aber auch zu verstehen, dass der Haushalt von vielen äußeren Einflüssen abhängig sei, die von der Gemeinde nicht zu steuern seien.

Öfter fiel in den Beiträgen der Begriff „Bauchmerzen“, die man mit der Museumserweiterung habe. Ob die Sorgen der Bürger ausgeräumt werden konnten, wird sich zeigen. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens wollen jedenfalls an ihrem Vorhaben festhalten und Unterschriften gegen die Erweiterung zum Kompetenzzentrum für Naturstein und Baukultur sammeln.

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