Gesprächsabend des Christlichen Landvolks
Rechtspopulistischen Parolen entgegentreten

Havixbeck -

Mit Pfarrdechant Norbert Caßens aus Nottuln tauschten sich Mitglieder des Christlichen Landvolks Havixbeck aus. In einer Predigt hatte der Priester im September klar Stellung gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsradikalismus bezogen.

Dienstag, 30.10.2018, 10:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 30.10.2018, 10:00 Uhr
Norbert Caßens, Pfarrdechant von St. Martin Nottuln.
Norbert Caßens, Pfarrdechant von St. Martin Nottuln. Foto: Frank Vogel

Auf Initiative des Christlichen Landvolks Havixbeck fand ein Gesprächsabend mit Pfarrdechant Norbert Caßens statt. Anfang September hatte der Priester in seiner Predigt in der Pfarrgemeinde St. Martin Nottuln klar Stellung gegen Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit bezogen.

Der Inhalt der Predigt und die Aufforderung „Jetzt ist die Zeit zu widersprechen“ waren Thema und Anstoß für die Diskussionen beim Christlichen Landvolk. Pfarrdechant Caßens machte deutlich, dass er jedes Wort heute noch genau so sagen würde. Seine Motivation zu dieser politischen Predigt im Gottesdienst sei der wachsende Rechtsruck in der Gesellschaft gewesen. Schon in den 1980er-Jahren, als Caßens Pfarrer in Recklinghausen war, kam es zu zahlreichen Demonstrationen von Rechtsradikalen vor dessen Haustür. Mit Glockengeläut versuchte die Gemeinde damals ein Zeichen des Protestes zu setzen, heißt es in einer Mitteilung des Christlichen Landvolks.

Zu seiner Predigt erhielt Nottulns Pfarrdechant Hunderte E-Mails aus dem In- und Ausland, zu seiner Verwunderung sogar welche, die seinen Mut und seine Offenheit zu diesem Thema bewunderten. Er stellte den Zuhörern die Frage, ob man für solch einen Schritt tatsächlich derart viel Mut brauche und woher die Angst komme, so ein Thema nicht öffentlich machen zu wollen.

Norbert Caßens machte deutlich, dass jeder Einzelne gefragt sei, gegen populistische Hetze sowie menschenverachtende und rechtsradikale Äußerungen das Wort zu erheben. Im Kleinen – beim Grillfest, in der Schule oder am Arbeitsplatz – könne jeder etwas tun, bevor die „Lawine“, die Caßens in seiner Predigt in Anlehnung an Erich Kästner als Metapher verwendete, richtig losrollt.

Auch Probleme mit Flüchtlingen, deren Migration und Gewalttaten von Asylsuchenden dürften nicht kleingeredet werden. Eine Verharmlosung von Problemen spiele den populistischen Parteien und rechtsradikal denkenden Menschen in die Karten.

Nach reger Diskussion stellte sich in der Runde heraus, dass das Hauptproblem in Deutschland nicht die Flüchtlingspolitik sei, sondern soziale Probleme und Themen. Die Schere zwischen Arm und Reich werde immer größer, die Mittelschicht immer kleiner. Nach Ansicht der Teilnehmer liegen die Probleme in überteuerten Mietpreisen, Personalmangel in der Pflege, fehlenden Kinderbetreuungsplätzen, einem nicht nachhaltigen Rentenkonzept und mangelndem Umweltschutz.

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