Anne-Frank-Gesamtschule
Eigene und andere Stärken entdecken

Havixbeck -

Mit links schreiben oder gar malen können nicht viele. Und wenn die Aufgabe lautet, mit der linken Hand ein Selbstporträt zu zeichnen, ohne hinzusehen, sind die Ergebnisse bestimmt lustig. Ein Projekttag bestätigt dies – und nicht nur das. . .

Dienstag, 04.12.2018, 18:00 Uhr
Viel Spaß hatten die Siebtklässler der Anne-Frank-Gesamtschule, als sie sich die Ergebnisse der Selbstporträts anschauten. Die Bilder waren mit der linken Hand gemalt worden, und dass noch ohne hinzusehen. . .
Viel Spaß hatten die Siebtklässler der Anne-Frank-Gesamtschule, als sie sich die Ergebnisse der Selbstporträts anschauten. Die Bilder waren mit der linken Hand gemalt worden, und dass noch ohne hinzusehen. . . Foto: Anne-Frank-Gesamtschule

Was kommt dabei heraus, wenn man mit der linken Hand und ohne hinzusehen ein Selbstporträt zeichnet? Auf jeden Fall viel Spaß. „Das ist eine Aufgabe, die dazu gemacht ist, um zu scheitern. Und wir sind gescheitert und haben darüber gelacht. Behaltet für den heutigen Tag das Gefühl bei, dass es nicht schlimm ist, etwas nicht gut oder einen Fehler zu machen“, so Hannah Löwer vom Verein Theater-Impulse zu Schülern der Klasse 7.

„Vielfalt statt Ausgrenzung“ war der Projekttag überschrieben, den sie und drei weitere Theaterpädagogen mit den Klassen des siebten Jahrgangs der Anne-Frank-Gesamtschule gestaltete.

Der Verein Theater-Impulse aus Bielefeld hat sich 2006 gegründet und macht für und mit Kindern Theater, berichtete Canip Gündogdu, der seit der Gründung mit dabei ist. In ihrer Arbeit wollen die Theaterpädagogen zum Entdecken anregen. Erwa, wie vielfältig Menschen sind, zum Entdecken der eigenen Stärken und der Stärken anderer.

Mit spielerischen Übungen brachen die Mitglieder von Theater-Impulse das Eis bei den Siebtklässlern und schafften es, eine vertrauensvolle Atmosphäre herzustellen, heißt es in einem Bericht.

Das Ergebnis der Übungen zeigte: Ohne Regeln gibt es kein gutes Miteinander. „Was brauchen wir für eine Gemeinschaft, in der alle Spaß haben können?“ fragte Hannah Löwer. „Nicht beleidigen, sondern den anderen motivieren. Nicht ausrasten, wenn man verliert, sondern sich sagen: Du hast gut gespielt“, brachte es Tinus Lühn auf den Punkt.

Neben theoretischen Impulsen zu Formen von Diskriminierung, Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung wurde mit der Theatermethodik „Theater der Unterdrückten“ des brasilianischen Theaterregisseurs und -theoretikers Augusto Boal gearbeitet. Hierbei inszenierten die Schüler Konfliktszenen oder Szenen von Ausgrenzung. Durch die Möglichkeit, in einer solchen Situation Problemlösungen zu probieren, werde ihnen der Blick aus verschiedenen Perspektiven ermöglicht, das eigene Handeln in Frage gestellt und Empathie gestärkt.

„Theater der Unterdrückten bietet unseren Jugendlichen kreative Antworten auf ihre alltäglichen und oftmals schwierigen Probleme. Damit wird dieser Ansatz dem ersten Leitsatz der AFG besonders gerecht: wir wollen die Schüler ermutigen, mit Selbstkritik und Zivilcourage das Gemeinwesen mitzugestalten“, begrüßt Schulleiter Dr. Torsten Habbel das Theaterprojekt.

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