AFG-Erinnerungstag in den Niederlanden
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbinden

Havixbeck -

Wie lebt es sich während des Krieges unter fremder Besatzung? Und welcher Mut gehört dazu, unter diesen Umstanden Menschen zu verstecken, die um ihr Leben fürchten müssen?

Samstag, 22.12.2018, 15:00 Uhr
Das „Aaltense Museum – Interaktives Untertauchermuseum“ in den Niederlanden besuchten Schülerinnen und Schüler des neunten Jahrgangs der Anne-Frank-Gesamtschule.
Das „Aaltense Museum – Interaktives Untertauchermuseum“ in den Niederlanden besuchten Schülerinnen und Schüler des neunten Jahrgangs der Anne-Frank-Gesamtschule. Foto: AFG

Wie lebt es sich während des Krieges unter fremder Besatzung? Und welcher Mut gehört dazu, unter diesen Umstanden Menschen zu verstecken, die um ihr Leben fürchten müssen? Schülerinnen und Schüler der neunten Jahrgangsstufe stellten sich während des Erinnerungstages der Anne-Frank-Gesamtschule ( AFG ) diese Fragen. Sie besuchten das „Aaltense Museum – Interaktives Untertauchermuseum“.

Die Bewohner des Dorfes Aalten in den Niederlanden versteckten während des zweiten Weltkrieges circa 2500 Menschen vor der Deportation durch die Nationalsozialisten. Das Dorf selbst hatte damals nur 13 000 Einwohner, berichtet die Anne-Frank-Gesamtschule in einer Mitteilung.

Vorbereitet wurde der Besuch durch einen Museums-Mitarbeiter in Havixbeck, der anhand der Geschichte seines Vaters anschaulich und eindrucksvoll schildern konnte, wie risikoreich und gefährlich der Einsatz der Aaltener für die verfolgten Juden und Widerstandskämpfer war.

Das Museum selbst schafft es, ein Bild vom Alltag der Aaltener und der Untergetauchten zu vermitteln: Sei es durch anschauliche Exponate, Tondokumente von Zeitzeugen oder die Möglichkeit, die Enge eines Versteckes selbst zu empfinden.

„So – im wahrsten Sinne des Wortes – zugänglich und historisch verdichtet ist die damalige Zeit woanders kaum zu erleben. Dieses Museum ist daher eine einzigartige Gelegenheit Geschichte hautnah zu vermitteln“, ist Sebastian Webbeler, begleitender Lehrer und Organisator des Projekttages, überzeugt.

Neben dem Museum finden sich in Aalten weitere Zeugnisse der nationalsozialistischen Besatzung, zum Beispiel die Synagoge. Diese ist nach der teilweisen Zerstörung im Zweien Weltkrieg 1983 von Bürgern der Stadt wieder restauriert worden, um die Erinnerung an das jüdische Leben in Aalten und die Verbrechen der Deutschen aufrecht zu erhalten.

Lehrer Sebastian Webbeler ist beeindruckt von den in Aalten gesammelten Eindrücken: „Hier zeigt sich eine beeindruckende niederländisch-deutsche Erinnerungskultur, die auf Aufklärung, Austausch und Verständigung setzt. So verbindet der Erinnerungstag Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.“

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