Möbelhaus Frede
Ein gemeinsames Lebenswerk

Havixbeck -

Eine Tradition geht zu Ende: Im Laufe des Jahres 2019 schließt das Möbelhaus Frede seine Pforten.

Sonntag, 30.12.2018, 20:00 Uhr
Das Einrichtungshaus Frede in Havixbeck schließt im Laufe des Jahres 2019 seine Pforten. Die Inhaber Jutta und Clemens Schulze Havixbeck wechseln in den Ruhestand.
Das Einrichtungshaus Frede in Havixbeck schließt im Laufe des Jahres 2019 seine Pforten. Die Inhaber Jutta und Clemens Schulze Havixbeck wechseln in den Ruhestand. Foto: Ludger Warnke

Die Entscheidung haben sie nicht leichtfertig getroffen. Vielmehr ist sie in Ruhe gereift und wurde sorgfältig abgewogen. Nun steht fest: Jutta (64) und Clemens (66) Schulze Havixbeck werden ihr traditionsreiches Möbelhaus Frede im Jahr 2019 schließen und in den Ruhestand wechseln. Damit endet nicht nur ein 65 Jahre währendes erfolgreiches Kapitel Havixbecker Wirtschaftsgeschichte, auch die Familientradition steht vor einer Zäsur. Schließlich gründete Herbert Frede, der Vater von Jutta Schulze Havixbeck, 1954 das Möbelhaus.

Auch wenn die Entscheidung feststeht, sich damit abzufinden, „das fällt immer noch schwer“, sagt Clemens Schulze Havixbeck im WN-Gespräch. Im Büro zeigt er auf zwei Schreibtische, die Kopf an Kopf zusammenstehen und denen man ansieht, dass an ihnen wirklich gearbeitet wird. „Hier sitzen meine Frau und ich uns seit 40 Jahren gegenüber“, erzählt der 66-Jährige von einem gemeinsamen beruflichen Lebenswerk, das 1977 mit der Übernahme der Firmengeschicke begann. Jutta und Clemens Schulze Havixbeck vergrößerten die Verkaufsfläche, griffen neue Wohntrends auf und achteten dabei stets auf Qualität und Service. Damit legten sie den Grundstein für eine erfolgreiche Entwicklung des Geschäfts, das weithin in der Region bekannt ist. „Wir als inhabergeführtes Möbelhaus können besser auf die Kundenwünsche eingehen. Bei uns fühlen sich die Kunden einfach geborgener“, ist Clemens Schulze Havixbeck durchaus stolz.

Dass sich nun die Türen schließen werden, hat ausschließlich persönliche Gründe. Jutta und Clemens Schulze Havixbeck sind in einem Alter angekommen, in dem der Ruhestand eine realistische Lebensperspektive ist. Einen Nachfolger aus der Familie gebe es nicht. Auch habe man lange Zeit versucht, einen versierten Kollegen für die Geschäftsfortführung zu finden. Vergeblich. Daher der Entschluss zur Schließung. „Wir beide sind jetzt noch in einer Situation, in der wir uns frei entscheiden können. Ich glaube, wir machen das Richtige“, freut sich der 66-Jährige auf die künftige private Mehr-Zeit mit seiner Ehefrau.

Die insgesamt zehn Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Voll- und Teilzeit wurden übrigens frühzeitig einbezogen. „Wir sind dankbar für das Engagement und die Treue unserer Mitarbeiter, die uns jetzt noch weiter begleiten werden“, betont das Ehepaar.

Mit dem Januar 2019 startet der große Räumungsverkauf. Der gesamte vorhandene Warenbestand an Marken- und Massivholzmöbeln, an Dekoartikeln, Ma­tratzen, Leuchten und Wohnaccessoires wird zu reduzierten Preisen und begleitet von Sonderaktionen angeboten. „Auch während des Räumungsverkaufs garantieren wir eine individuelle Wohnstilberatung, eine pünktliche Lieferung und die fachmännische Montage“, betonen Jutta und Clemens Schulze Havixbeck. Und: „Selbstverständlich sind wir auch nach der Schließung des Geschäfts für die Kunden weiter erreichbar. Wir übernehmen weiterhin die Verantwortung und die Gewährleistung für alles, was bei uns gekauft wurde und noch gekauft wird.“ Ein echtes Qualitätsversprechen.

Qualität war auch ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung, was nach der Schließung mit der Immobilie und dem Grundstück am Gennericher Weg geschehen soll. „Die Gespräche sind noch nicht abgeschlossen“, möchte Clemens Schulze Havixbeck jetzt noch nicht ins Detail gehen. Aber es laufe auf eine Neubebauung hinaus, um ein hochwertiges Wohnangebot an dieser Stelle zu schaffen. „Wir wollten auf keinen Fall ein leer stehendes Gebäude, das langsam verfällt. Das könnten wir gar nicht ertragen“, betont er. Nein, es gehe darum, das Grundstück einer vernünftigen Nutzung zuzuführen. „Schließlich bleiben wir hier weiter wohnen und der Gemeinde verbunden.“

Ein Blick zurück

Möbel begleiten die Familie Frede seit Generationen. 1803 baute Josef Frede, der Ururgroßvater von Jutta Schulze Havixbeck, in Havixbeck seine ersten Möbel. Im Jahr 1920 stellte dann Xaver Frede den Möbelbau von handwerklicher Fertigung auf eine serienmäßige Produktion um. Das Einrichtungshaus Frede wurde 1954 von Herbert Frede, dem Vater der heutigen Inhaberin, am Kleibrink mit bescheidenen 150 Quadratmetern Verkaufsfläche gegründet. Im Laufe der Jahre kamen durch Umbauten weitere Flächen hinzu, sodass das Möbelhaus heute auf rund 2300 Quadratmetern Verkaufsfläche sein Sortiment anbieten kann. 1977 übernahmen Tochter Jutta und ihr Mann Clemens Schulze Havixbeck das Unternehmen.

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