Diskussionsabend zur Windkraft
FDP: Rücksicht auf die Menschen nehmen

Havixbeck -

Die Bürgerinitiative „Gegenwind Havixbeck-Hohenholte“ traf sich zum Diskussionsabend in der Gaststätte Füsting. Vertreter der FDP-Fraktion waren zu Gast und wurden befragt.

Freitag, 11.01.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 11.01.2019, 16:12 Uhr
Kilometerlange Wirbelschleppen hinter Windkraftanlagen auf dem Meer werden auf diesem Foto dokumentiert. Die Entstehung ist aus der Flugzeugindustrie schon lange bekannt.
Kilometerlange Wirbelschleppen hinter Windkraftanlagen auf dem Meer werden auf diesem Foto dokumentiert. Die Entstehung ist aus der Flugzeugindustrie schon lange bekannt. Foto: Steiness/Vattenfall

Die Bürgerinitiative „Gegenwind Havixbeck-Hohenholte“ traf sich zum Diskussionsabend in der Gaststätte Füsting. Der Vorsitzende der FDP-Ratsfraktion, Friedbernd Krotoszynski, war von der Bürgerinitiative eingeladen worden. Er wurde begleitet vom FDP-Ortsverbandsvorsitzenden, Michael Ahlers , sowie dessen Stellvertreter und Ratsmitglied Frank Fohrmann.

Über die hiermit bezeugte Bürgernähe haben sich die Teilnehmer sehr gefreut, heißt es in einer Pressemitteilung der BI. Viele der durch die drohende Errichtung gigantischer Windkraftwerke betroffenen Bürger hatten somit Gelegenheit, ihre Sorgen zur gesundheitlichen Auswirkung, Einschränkung ihrer Lebensqualität und Bedrohung ihrer beruflichen Existenz vorzubringen. Zu den Treffen in den nächsten Wochen sollen die Ratsfraktionsvorsitzenden der CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen sowie der Bürgermeister eingeladen werden.

Durch Friedbernd Krotoszynski wurde deutlich, dass sich Ratsmitglieder seitens der Gemeindeverwaltung und der übergeordneten Planungsbehörden unter Druck gesetzt sehen, kurzfristig über die Freigabe von Konzentrationszonen für Kraftwerke in Havixbeck entscheiden zu müssen. Aus Sicht der FDP ist die Abwägung hierzu bei weitem noch nicht abgeschlossen, weil die neuesten medizinischen Erkenntnisse und politischen Entwicklungen noch gar nicht eingeflossen sind.

Man sei zwar für die Nutzung der Windenergie, aber nur unter angemessener Rücksicht auf die betroffenen Menschen. Ein Mindestabstand von 1500 Metern, wie im neuen Landesentwicklungsplan vorgesehen, sei notwendig. Krotoszynski verwies auf das noch ausstehende Gutachten zur gesundheitlichen Auswirkung dieser Industrieanlagen (Schall, Infraschall, Wirbelschleppen) auf die Bewohner des Stifts Tilbeck, welches abgewartet werden müsse.

Es sei ein Moratorium geboten, um keine vorschnelle und unumkehrbare Entscheidung zu fällen. Man könne sich eine Alternativplanung als Erholungsgebiet vorstellen, ein Beitrag zum „Masterplan Baumberge-Touristik 2026“.

In der Pressemitteilung heißt es weiter, dass eine Anregung gemäß §24 Gemeindeordnung NRW zu einem Moratorium der Gemeinde bereits im Dezember durch die Bürgerinitiative zugeleitet wurde und somit allen Ratsmitgliedern vorliegt.

Rechtsanwalt und Notar i.R. Norbert Große Hündfeld stellte die Forderung auf, dass sich die Kommunalpolitiker der Schutzpflicht des Staates gemäß Artikel 20a des Grundgesetzes bewusst werden. Diese Schutzpflicht werde verletzt, wenn man Industrieanlagen genehmige, deren klimarelevanter Nutzen nachweislich die umweltschädigenden Nachteile nicht aufwiegt.

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