Diskussion über Windkraft
Es gibt keinen Grund, jetzt eine Entscheidung zu treffen

Havixbeck -

Die Diskussion wurde erwartungsgemäß sehr kontrovers geführt, da bekannt ist, dass sich insbesondere die SPD-Fraktion für die Errichtung dieser Kraftwerke in Havixbeck einsetzt.

Donnerstag, 24.01.2019, 11:00 Uhr
Größenvergleich zwischen einem riesigen Windkraftwerk an der A1 in Roxel (rechts) und den noch viel gigantischeren Kraftwerken mit Höhen von 200 Metern, die in Havixbeck geplant sind (links). Der Rat stimmt in Kürze zu diesem Thema ab.
Größenvergleich zwischen einem riesigen Windkraftwerk an der A1 in Roxel (rechts) und den noch viel gigantischeren Kraftwerken mit Höhen von 200 Metern, die in Havixbeck geplant sind (links). Der Rat stimmt in Kürze zu diesem Thema ab. Foto: Bürgerinitiative

Die Bürgerinitiative „Gegenwind Havixbeck-Hohenholte“ traf sich mit der SPD-Ratsfraktion zur Diskussion. Die Ratsmitglieder Fred Eilers , Ludger Messing und Dirk Postruschnik wurden von den Teilnehmern mit Applaus begrüßt. Viele Bürger, die sich durch die geplante Errichtung von mindestens sechs riesigen Windkraftwerken bedroht fühlen, hatten wieder Gelegenheit, ihre Sorgen zur gesundheitlichen Auswirkung, Einschränkung ihrer Lebensqualität und Bedrohung ihrer beruflichen Existenz vorzubringen.

Der Mediziner Dr. Heinz Kellinghaus erläuterte die schwerwiegenden Bedenken, die aufgrund von medizinischen Studien gegen die Errichtung dieser Anlagen sprechen. Er berichtete von Windkraftopfern in seiner eigenen Praxis, bei welchen die typischen Symptome wie Benommenheit, Angstzustände, Schlafstörungen und Bluthochdruck festgestellt wurden. Eine ausführliche Auflistung von Dr. Kellinghaus zu den möglichen Gesundheitsschäden wurde den Ratsmitgliedern übergeben, in welcher auf die besondere Gefährdung von menschlichen Embryonen und älteren Mitbürgern hingewiesen wird.

Mehrere anwesende Juristen wiesen die Ratsmitglieder darauf hin, dass es keinen Grund gibt, zum jetzigen Zeitpunkt eine Entscheidung herbeizuführen. Vielmehr sei es angebracht, die aktuellen bundes- und landespolitischen Entwicklungen abzuwarten, die in Richtung eines deutlich erhöhten Mindestabstands zwischen Wohngebieten und Kraftwerken abzielen. Die Ergebnisse der CDU-SPD-Arbeitsgruppe im Bund würden bis Ende März bekannt gegeben und der neue Landesentwicklungsplan mit seiner 1500-Meter-Vorgabe solle bis Mitte 2019 in Kraft treten.

Ein weiterer Diskussionspunkt waren die negativen Auswirkungen der Kraftwerke auf die Kulturlandschaft und die Erholungsfunktion der Region, was im von der Gemeinde beauftragten Gutachten klar bestätigt wird. Dies könne laut Bürgerinitiative nicht im Sinne eines „Masterplan Baumberge-Touristik 2026“ sein, an dem die Gemeinde beteiligt ist.

Seitens der Bürgerinitiative wurde auch auf den von vielen Maklern angeführten Wertverlust von Immobilien in Kraftwerksnähe verwiesen. Die vorgebrachten Einwände ließen die SPD-Vertreter laut Pressemitteilung mehrheitlich nicht gelten. Man betonte, diesen Vorgang endlich vom Tisch haben zu wollen, da man sich hiermit schließlich schon jahrelang beschäftigt habe.

Die Ratsmitglieder wurden aufgefordert, jetzt nicht ohne Not eine unumkehrbare Entscheidung über die Änderung des bestehenden Flächennutzungsplans zu treffen. Wenn man sich nicht sicher sei, solle man nach seinem Gewissen abstimmen oder sich bei der Abstimmung der Stimme enthalten. Schließlich gehe es hier um die Gesundheit und Existenz derjenigen Havixbecker Bürger, die im Bereich der geplanten Konzentrationszonen leben.

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