Baumberger-Sandstein-Museum
Wähler haben es in der Hand

Havixbeck -

Am Sonntag (10. Februar) wird über die Zukunft des Baumberger-Sandstein-Museums abgestimmt. Bürgermeister Klaus Gromöller nimmt im Interview Stellung.

Dienstag, 05.02.2019, 19:00 Uhr
Am kommenden Sonntag findet der Ratsbürgerentscheid darüber statt, ob die bisherigen Planungen zur Erweiterung des Sandstein-Museums zum Kompetenzzentrum für Naturstein und Baukultur fortgeführt und umgesetzt werden sollen oder nicht.
Am kommenden Sonntag findet der Ratsbürgerentscheid darüber statt, ob die bisherigen Planungen zur Erweiterung des Sandstein-Museums zum Kompetenzzentrum für Naturstein und Baukultur fortgeführt und umgesetzt werden sollen oder nicht. Foto: Frank Vogel

Zum ersten Mal hat der Gemeinderat die Entscheidung über ein für Havixbeck bedeutsames Projekt direkt den Bürgern übertragen. Im Interview mit WN-Redakteur Klaus de Carné hofft Bürgermeister Klaus Gromöller daher auf eine große Beteiligung am Ratsbürgerentscheid über die Pläne für das Baumberger-Sandstein-Museum am kommenden Sonntag (10. Februar).

An welchen Stellschrauben kann gedreht werden, um den Zuschuss der Gemeinde für den späteren laufenden Betrieb des Kompetenzzentrums zu senken?

Klaus Gromöller: Die von der Gemeinde zu tragenden Betriebskosten ergeben sich aus der Differenz von Aufwand und Ertrag. Die Aufwandsseite berücksichtigt Kosten für Sachmittel, Gebäudeunterhaltung, Personal und vieles mehr. Die Ertragsseite wird im Wesentlichen durch die Veranstaltungsentgelte, Zuschüsse für bestimmte Veranstaltungsformate und die Besucherfrequenz bestimmt. Der Aufwand wird im Wesentlichen vom Personaleinsatz bestimmt. Hier gilt es, mit einem funktionsfähigen Mix aus Festanstellungen und projektweisen Ergänzungen zu arbeiten. Generell gilt: Je erfolgreicher das Kompetenzzentrum betrieben wird, umso niedriger ist der Zuschussbedarf aus Gemeindemitteln. Es gibt also nicht nur eine Stellschraube, sondern wir behalten alle einzelnen Positionen im Blick und steuern dort, wo es nötig ist.

Stimmt es, dass Havixbeck ohne die Museumserweiterung der Zugang zu Fördermitteln auf Dauer verwehrt bleibt?

Gromöller: Der bevorrechtigte Zugang zu Städtebauförderungsmitteln in Verbindung mit der Regionale 2016 ist tatsächlich in nächster Zeit verbaut, wenn das Kompetenzzentrum nicht kommt. Ob, in welcher Höhe und wann andere Fördermöglichkeiten erschlossen werden können, ist im Einzelnen zu prüfen und steht heute noch nicht fest. Die Sicherheit der Förderkulisse mit Kompetenzzentrum wird aufgegeben zugunsten einer unsicheren Möglichkeit der Förderung aus anderen Töpfen. Dabei ist auch zu bedenken, dass für jedwede öffentliche Förderung Planungskonzepte erstellt und in umsetzbarer Qualität entwickelt werden müssen.

Entscheiden die Bürger mit Ja, laufen die Planungen weiter. Gibt es einen Plan B, wenn die Mehrheit mit Nein stimmt? Droht gar die Schließung des Museums?

Gromöller: Einen Plan B gibt es nicht. Wenn das Kompetenzzentrum von der Havixbecker Bevölkerung nicht gewollt ist, muss der Gemeinderat entscheiden, wie die weitere Entwicklung des Museumsstandortes konkret aussehen soll. Ich gehe davon aus, dass eine umfassende Neubetrachtung erfolgen wird, bei der alle möglichen Optionen diskutiert werden. Das Baumberger-Sandstein-Museum ist im Moment Diskussionsstoff Nummer eins. Foto: Frank Vogel

Hätten frühzeitige und umfassende Informationen über das Regionale-Projekt nicht allen Beteiligten viel Arbeit erspart?

Gromöller: Jeder Projektschritt im Zuge der Regionale-2016-Qualifizierung sowie Architektenwettbewerb und erste Planungsschritte sind in öffentlichen Rats- und Ausschusssitzungen behandelt worden. Über die vielen Teilschritte zur Entwicklung des heute vorliegenden Konzeptes haben die Westfälischen Nachrichten jeweils berichtet. Darüber waren und sind noch alle Unterlagen im öffentlichen Teil des Ratsinformationssystems einsehbar. In 2017 gab es eine Infoveranstaltung zu den beiden Kulturprojekten Burg Hülshoff/Droste-Kulturzentrum und Erweiterung des Sandsteinmuseums. Obwohl sogar Preise verlost wurden, blieb die Beteiligung leider hinter den Erwartungen zurück. In mehreren Neujahrsansprachen habe ich das Thema aufgegriffen. Wer sich informieren wollte, hatte auch dank Ihrer Zeitung sehr viele Gelegenheiten.

Der Rat hat beschlossen, die Bürger selbst entscheiden zu lassen. Wie wichtig ist die Teilnahme an der Abstimmung?

Gromöller: Die Bürgerschaft hat erstmals die Möglichkeit, anstelle des Rates eine für die Entwicklung Havixbecks maßgebliche Entscheidung selbst in die Hand zu nehmen. Dies bedeutet aber auch die Übernahme von Verantwortung. Ein klares Votum über die Entwicklung des Kompetenzzen­trums – und zwar möglichst deutlich über dem notwendigen Quorum von knapp 2000 Stimmen – wäre für den Ort und die Politik ein starkes Signal.

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