Baumberger-Sandstein-Museum
Steuerzahler haftet im schlimmsten Fall

Havixbeck -

Die Kritiker der geplanten Erweiterung des Baumberger-Sandstein-Museums zum Kompetenzzen­trum für Naturstein und Baukultur bleiben skeptisch.

Dienstag, 05.02.2019, 20:00 Uhr
Die Zukunft des Baumberger-Sandstein-Museums ist ungewiss. Am Sonntag sollen die Bürger die Weichen stellen.
Die Zukunft des Baumberger-Sandstein-Museums ist ungewiss. Am Sonntag sollen die Bürger die Weichen stellen. Foto: Frank Vogel

„Wollen wir wirklich dieses Risiko eingehen?“, fragen die Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen die geplante Erweiterung des Baumberger-Sandstein-Museums zum Kompetenzzen­trum für Naturstein und Baukultur in ihrer letzten Stellungnahme vor dem Ratsbürgerentscheid am Sonntag (10. Februar).

Der Bürgermeister, blickt die Initiative zurück, habe in der Ratssitzung im Juni 2015 überraschend mitgeteilt, die Kommunalaufsicht fordere ein Haushaltssicherungskonzept, obwohl es zuvor immer geheißen habe, alles sei in Ordnung. Deshalb sei Misstrauen angebracht, wenn er jetzt behaupte, die Gemeinde könne sich das Kompetenzzentrum leisten.

Im Januar 2015 habe die Verwaltung in einer Pressemitteilung geäußert, „nur wenn es gelingt, den Gemeindeanteil ohne Kreditaufnahme zu finanzieren und die zusätzlichen Betriebskosten durch Erlöse aus Vermietung abzudecken, könne das Projekt realisiert werden.“ Noch im September 2016 sprach die Verwaltung von der realistischen Möglichkeit, dass das Defizit aus Museumsbetrieb sich nicht erhöhen würde.

„Und bei den heutigen Zahlen gibt es keine Risiken?“, fragen die Kritiker des Projektes in ihrer Mitteilung. Der Bürgermeister sage, dass es Risiken gibt, „er sagt aber nicht, welche. Aber er weiß, dass die ‚gestaltbar‘ sind.“ Andere Befürworter meinten, es gäbe ein „Restrisiko“, aber man müsse eben später die „notwendigen finanziellen Anpassungen mit Konsequenz“ durchführen. „Kultur first – gesellschaftliche Solidarität sieht anders aus“, findet die Initiative.

Ohne diesen Umbau würde das Museum schließen, heiße es im Flyer der Pro-Initiative. Diese Einschätzung teilen die Kritiker nicht. „Alternativen und die Sorgen vieler Havixbecker werden ignoriert. Genau genommen heißt das doch: ‚Jetzt lasst uns erst mal bauen.‘“ Im schlimmsten Falle hafte aber der Steuerzahler, schreiben die Kritiker der Museumspläne.

„Schlimmer ist noch: Geht es schief, fehlt der Gemeinde das Geld an anderer Stelle zum Beispiel für freiwillige Zuwendungen, auf die unsere vielen Vereine angewiesen sind. Und auf deren Arbeit dürfen wir auf keinen Fall verzichten, denn die machen Havixbeck lebenswert und nicht ein Kompetenzzentrum“, so die Initiatoren des Bürgerbegehrens.

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