Pfarrer em. Albert Wöstmann verstorben
Die Seelsorge war sein Antrieb

Havixbeck -

Am liebsten war Pfarrer em. Albert Wöstmann „mittendrin“ in seiner Schafherde. Im Alter von 92 Jahren verstarb der Seelsorger der Katholischen Kirchengemeinde am Mittwoch.

Samstag, 09.02.2019, 06:00 Uhr
52 Jahre wirkte Pfarrer em. Albert Wöstmann als Priester in Havixbeck. Am Mittwoch starb er im Alter von 92 Jahren.
52 Jahre wirkte Pfarrer em. Albert Wöstmann als Priester in Havixbeck. Am Mittwoch starb er im Alter von 92 Jahren. Foto: Maxi Krähling

Die Menschen in Havixbeck trauern um Pfarrer em. Albert Wöstmann . Der ehemalige Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde St. Dionysius und St. Georg verstarb am Mittwoch im Alter von 92 Jahren. Geistig fit bis zum letzten Tag, ertrug er seine schwere Krankheit mit Fassung und beachtete sie nur beiläufig. Er war bis vor wenigen Tagen noch „mittendrin“, wie er es immer sein wollte. Vor gut einer Woche besuchte Weihbischof Dr. Stefan Zekorn ihn in seiner Wohnung am Kirchplatz. Zekorn spendete ihm das Sakrament der Krankensalbung, was den Emeritus tief berührte.

Wöstmann wurde am 25. Januar 1927 in Warendorf-Milte geboren und empfing am 16. März 1957 in Münster die Priesterweihe. Als Kaplan war er in St. Bonifatius Dorsten-Holsterhausen und St. Pankratius Hamm-Bockum-Hövel tätig. 1963 wurde er Vikar in St. Nikomedes Steinfurt-Borghorst.

Zum Pfarrer von St. Dionysius Havixbeck wurde er 1966 ernannt. 1970 übernahm er zusätzlich die Aufgabe des Definitors im Dekanat Nottuln. Von 1976 bis 2000 war er als Definitor im Dekanat Dülmen zuständig. 2002 wurde er emeritiert.

52 Jahre lebte Albert Wöstmann in Havixbeck, wo er nach eigenen Aussagen nur kurze Zeit bleiben wollte. Am liebsten war er aber mittendrin in seiner „Schafherde“. Zu erzählen hatte er immer etwas. Kleine Witze und Anekdoten fielen ihm bei jeder Gelegenheit ein. Neben dem runden Geburtstag beging der rüstige Senior am 16. März 2017 den 60. Weihetag zum Priester.

Wer kannte ihn nicht, den rührigen Pfarrer? Einige wenige Havixbecker und Hohenholter hatten vielleicht keinen Kontakt zu Wöstmann, aber den meisten Menschen war er gut bekannt. Die Konfession spielte bei ihm keine Rolle.

Die Seelsorge, die die Menschen sehr zu schätzen wussten, zieht sich wie ein roter Faden durch die Jahrzehnte seines Wirkens. Seine Mutter habe ihm zu Beginn seiner Priesterzeit gesagt: „Du musst dahin gehen, wo die Menschen wohnen.“ Dieses Wort habe er beherzigt, und sie habe damit recht gehabt, denn so erfahre ein Pfarrer viel intensiver etwas über das Leben der Menschen, berichtete Wöstmann über den Leitspruch seines Wirkens als Priester.

„Am 15. Mai 1966 bin ich in Havixbeck eingeführt worden. Am 16. Mai habe ich mit den Hausbesuchen begonnen“, erklärte er immer wieder gerne seinen Gesprächspartnern. Noch in den vergangenen Jahren besuchte der Altpfarrer jährlich über 300 Menschen in der Gemeinde. Manchmal waren es drei Besuche an einem Tag. Trauer und Freude lagen dabei immer nah beieinander.

Viel Freude hatte Wöstmann an der Bruder-Klaus-Kapelle auf dem Baumberg, die vor über 30 Jahren auf seine Initiative hin gebaut worden war. Nach einem Spaziergang mit dem damaligen Bischof Dr. Reinhard Lettmann bekam er die kirchliche Genehmigung. In exponierter Lage, mit weitem Blick auf das Münsterland, zieht die Kapelle Menschen mit dem Wunsch nach Versöhnung und Frieden an bestimmten Terminen in jedem Jahr an. Wanderer freuen sich, an diesem Punkt eine Rast einlegen zu können.

Die Geborgenheit in der Kirche hatte es ihm angetan. Schon als Kind in Milte sei er gerne in die Kirche gegangen, um zu beten. „Diese Geborgenheit habe ich in allen Kirchen so empfunden, aber ganz bestimmt die letzten 50 Jahre in Havixbeck“, zeigte sich Albert Wöstmann erst kürzlich dankbar für die lange Zeit und vor allem für die vielen spannenden Begegnungen täglich mit den Menschen aller Altersgruppen in der Baumberge-Gemeinde.

Nun ist die Zeit für den Abschied gekommen: Die Trauerfeier ist am kommenden Montag (11. Februar). Um 14 Uhr findet die Eucharistiefeier in St. Dionysius statt, anschließend ist der gemeinsame Gang zum Friedhof zur Beisetzung. Die Totenvesper findet am Sonntag (10. Februar) um 17 Uhr in St. Dionysius statt. Ein persönlicher Abschied am Sarg in der Kirche ist am Sonntag ab 14 Uhr und am Montag von 9 bis 13 Uhr möglich.

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