Anne-Frank-Gesamtschule
Schule trifft Universität

Havixbeck/Billerbeck -

Die Zusammenarbeit der Anne-Frank-Gesamtschule mit der Westfälischen Wilhelms-Universität läuft schon seit Jahren. Und es gibt immer neue Ideen.

Montag, 11.02.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 11.02.2019, 17:40 Uhr
AFG-Abiturient Fritz Weimar erklärt Bundesministerin Svenja Schulze die Programmierung mit Ardiuno, Dr. Thomas Bartoschek vom Institut für Geoinformatik hört interessiert zu.
AFG-Abiturient Fritz Weimar erklärt Bundesministerin Svenja Schulze die Programmierung mit Ardiuno, Dr. Thomas Bartoschek vom Institut für Geoinformatik hört interessiert zu. Foto: Anne-Frank-Gesamtschule

Seit Jahren arbeitet die Anne-Frank-Gesamtschule ( AFG ) mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) auf vielen Ebenen zusammen. „Diese Kooperation bereichert den Schulalltag, sei es in der Unter-, Mittel- oder Oberstufe“, hebt Schulleiter Dr. Torsten Habbel die Bedeutung dieses Schwerpunktes der AFG hervor und ergänzt: „Als die Schule der Baumbergeregion haben wir die große Chance, unsere Schüler mit den vielen Möglichkeiten der Universität in Münster vertraut zu machen und ihnen so eine konkrete Perspektive für ihr Leben nach der Schule anzubieten.“

Denn die Schülerinnen und Schüler lernen unterschiedliche Fachbereiche der Universität kennen und haben die Möglichkeit, eigene Stärken und Interessen zu entdecken, möglicherweise sogar den passenden Studiengang für die Zeit nach dem Abitur zu finden. In der Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Studierenden der WWU erhalten sie einen Eindruck vom wissenschaftlichen Arbeiten, stets mit einem starken Praxisbezug. Die Studierenden können ihrerseits Erfahrungen am Lernort Schule sammeln.

So kooperiert seit diesem Schuljahr die Arbeitsgruppe „Begabungsforschung/Individuelle Förderung“ unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Fischer mit der Unterstufe der AFG. Sein Mitarbeiter Dr. Andreas Feindt forscht mit Studierenden zu der Fragestellung „Wie geht Schule mit Heterogenität um?“. Mit Lehramtsstudierenden werden Ideen entwickelt, durchgeführt und evaluiert, die den Kerngedanken der Gesamtschule weiter vorantreiben: „Wie fördere und fordere ich am besten jeden einzelnen Schüler auf seinem Leistungsniveau?“

Seit über zehn Jahren arbeitet das Institut für Geoinformatik (IfGi) mit der Gesamtschule zusammen. Jedes Jahr werden neue Projekte durchgeführt, die stets einen lokalen Bezug haben. So sammeln die Schüler Daten zu verschiedenen Aspekten der Klimaerwärmung und werten diese softwaregestützt aus. Oder: In Zusammenarbeit mit dem Stift Tilbeck werden seniorengeeignete Apps erstellt, und im Projekt „SmartCity“ werden Apps zur Optimierung des Busverkehrs entwickelt.

Gudula Volbers, die hierfür verantwortliche Lehrerin an der AFG: „Die Schülerinnen und Schüler lernen aktuelle wissenschaftliche Methoden und innovative Technologien kennen. Sie erhalten einen Einblick in universitäre Arbeitsweisen und können in jedem Jahr aktiv Forschungsarbeit leisten.“ Interessierte Schüler können zudem Praktika am IfGi absolvieren.

Darüber hinaus konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Projektergebnisse schon bundesweit vorstellen, zum Beispiel auf der Didacta oder der Cebit. Anerkennung erhielten sie im Wettbewerb „Schule trifft Wissenschaft“ der Robert-Bosch-Stiftung, bei dem die AFG es bis in die Endrunde schaffte. Die Robert-Bosch-Stiftung schreibt: „Mittels Schülerpraktika, Institutsbesuchen und Schülervorträgen vor Professoren und Studenten werden begabte Schüler in besonderem Maße gefördert, nicht zuletzt durch eine intensive Betreuung durch Doktoranden und Wissenschaftler.“

Zu dieser Kooperation mit dem IfGi hat sich seit 2017 ein Projekt im Fachbereich Mathematik gesellt. In Absprache mit den Lehrerinnen und Lehrern entwickeln Studierende der WWU unter Anleitung von Doktorandinnen webbasierte Lernpfade zur individuellen Förderung von Kompetenzen im Fach Mathematik.

Die Fakultät Physik möchte gerne mit ihren Studierenden in die Schule kommen. Neben Unterrichtsprojekten überlegen die Professoren Susanne Heinicke und Stefan Heusler, mit ihren Studierenden den idealen Fachraum für Naturwissenschaften zu planen. Dieser kann möglicherweise am Billerbecker Standort der AFG eingerichtet werden.

„Schule, Universität und die Gemeinden in Havixbeck und Billerbeck profitieren gemeinsam von der Zusammenarbeit, eine ‚Win-Win-Kooperation‘“, so Schulleiter Dr. Torsten Habbel.

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