AWO erinnert an Marie Juchacz
Historische Rede gehalten

Havixbeck -

Als erste Frau hielt Marie Juchacz vor 100 Jahren im Berliner Reichstag eine Rede. Daran erinnert die Arbeiterwohlfahrt Havixbeck.

Dienstag, 19.02.2019, 06:00 Uhr
Marie Juchacz hielt vor 100 Jahren als erste Frau im Reichstag eine Rede.
Marie Juchacz hielt vor 100 Jahren als erste Frau im Reichstag eine Rede. Foto: AWO-Archiv Berlin

Vor genau 100 Jahren, am 19. Februar 1919, hielt Marie Juchacz , die Begründerin der Arbeiterwohlfahrt , als erste Frau im Reichstag eine Rede. Darauf weist die AWO Havixbeck in einer Pressemitteilung hin.

Marie Juchacz war damals Frauensekretärin im Zentralen Parteivorstand der SPD . Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg war in der „Weimarer Republik“ gerade erst das Frauenwahlrecht eingeführt worden. 37 Frauen waren in die „Weimarer Nationalversammlung“ gewählt worden. In dieser Versammlung wurde unter anderem die „Verfassung des Deutschen Reiches“ konzipiert.

Marie Juchacz führte in dieser historischen vierminütigen Ansprache aus: „Meine Herren und Damen! Es ist das erste Mal, dass eine Frau als Freie und Gleiche im Parlament zum Volke sprechen darf, und ich möchte hier feststellen, ganz objektiv, dass es die Revolution gewesen ist, die auch in Deutschland die alten Vorurteile überwunden hat.“

„Ich möchte hier feststellen, und glaube damit im Einverständnis vieler zu sprechen, dass wir deutschen Frauen dieser Regierung nicht etwa in dem althergebrachten Sinne Dank schuldig sind. Was diese Regierung getan hat, das war eine Selbstverständlichkeit: sie hat den Frauen gegeben, was ihnen bis dahin zu Unrecht vorenthalten worden ist.“ Bei den Reichstagswahlen von 1920 bis 1933 wurde Marie Juchacz regelmäßig wieder in den Reichstag gewählt.

1985 erhielt die damals neue Altenbegegnungsstätte der Havixbecker AWO an der Dirkes Allee den Namen „Marie Juchacz“. Damit sollte die herausragende Bedeutung dieser Parlamentarierin als Sozialreformerin und Frauenrechtlerin gewürdigt werden.

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