Installation und Diskussion
Die Zukunft des Erinnerns

Havixbeck -

Es wird nicht leichter, über den Nationalsozialismus zu sprechen, je länger er vorbei ist.

Dienstag, 12.03.2019, 12:12 Uhr aktualisiert: 12.03.2019, 12:30 Uhr
Prof. Dr. Malte Thießen, Leiter LWL-Institut.
Prof. Dr. Malte Thießen, Leiter LWL-Institut. Foto: LWL/Kathrin Nolte

Es wird nicht leichter, über den Nationalsozialismus zu sprechen, je länger er vorbei ist. Doch wie erinnern wir das scheinbar fern liegende Grauen des 20. Jahrhunderts: den Faschismus in ganz Europa, die Shoa, Zerstörung und Flucht – und an welchen Orten? Welche künstlerischen Mittel sind legitim und welche nicht? Um diesen Fragen nachzugehen öffnet Burg Hülshoff – Center for Literature (CfL) – unter dem Titel „Die Zukunft des Erinnerns“ für sechs Tage das Rüschhaus. Vom 12. bis 17. März, jeweils von 12 bis 18 Uhr, laufen Audio- und Videoinstallationen, geben Zeit und Raum, um sich mit Erinnerungen auseinanderzusetzen.

Zum einen ist das die Quellen sprechen, ein umfangreiches Archiv an Quellen aus der Zeit des Nationalsozialismus, die durch den Bayerischen Rundfunk vertont wurden; Zeitungsberichte, Hilferufe, Verordnungen, Befehle, Tagebuchaufzeichnungen und Privatbriefe. Zum anderen läuft Föhrenwald, ein Hörstück mit Bildspur der Künstlerin Michaela Melián .

Anhand eines konkreten Ortes, der zuerst Zwangsarbeiterlager, später Auffanglager für Displaced Persons war, inszeniert Melián mit Feingefühl Erwachsenen- und Kinderstimmen, lässt sie Berichte von Zeugen und Aktentexte nachsprechen, spürt den Widersprüchen dieses Ortes nach.

Am 13. März (Mittwoch) um 19 Uhr lädt das Center for Literature zu einer öffentlichen Diskussion ein. Als Experten sind die Künstlerin Michaela Melián, Katarina Agathos, Chefdramaturgin des Bayerischen Rundfunk Hörspiel/Dokumentation/Medienkunst und Prof. Dr. Malte Thießen, Leiter des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte, eingeladen. Als Grundlage der Diskussion läuft anfangs Föhrenwald, anschließend sprechen Agathos, Mélian und Thießen mit den „Lesebürger*innen“ des CfL und dem Publikum über die Frage der Zukunft des Erinnerns.

Zum Thema

Haus Rüschhaus, Am Rüschhaus 81, Münster. Eintritt: 10 Euro regulär, 5 ermäßigt. Das Ticket gilt für die Installationen und Diskussion und ist nicht übertragbar.

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