19. Imkertag in Havixbeck
Facetten der modernen Imkerei beleuchtet

Havixbeck -

Gut besucht war der 19. Imkertag des Imkervereins Havixbeck und Umgebung. Über 200 Teilnehmer folgten dem Vortrag von Imkermeister Jürgen Binder.

Dienstag, 19.03.2019, 18:46 Uhr aktualisiert: 20.03.2019, 18:06 Uhr
Werner Gerdes (r.), Vorsitzender des Imkervereins, begrüßte als Referenten des sehr gut besuchten Imkertages Jürgen Binder, Leiter der Professor Ludwig Armbruster Imkerschule.
Werner Gerdes (r.), Vorsitzender des Imkervereins, begrüßte als Referenten des sehr gut besuchten Imkertages Jürgen Binder, Leiter der Professor Ludwig Armbruster Imkerschule. Foto: Klaus Schulte

Über 200 Hobby- und Berufsimker füllten beim 19. Imkertag des Imkervereins Havixbeck und Umgebung den Saal im Landgasthaus Overwaul. Die Besucher kamen nicht nur aus dem Münsterland, sondern ebenso aus dem Emsland, dem Sauerland und den Niederlanden. Mit Imkermeister Jürgen Binder , dem Gründer und Leiter der Professor Ludwig Armbruster Imkerschule, hatte der Veranstalter einen allseits gefragten Referenten in die Baumberge gelockt.

„Bienen wollen es wohlig warm“, überbrachte Jürgen Binder gleich seine Kernbotschaft. Die Arbeit seiner Imkerschule orientiere sich an aktuellen und historischen Forschungsergebnissen zu Fragen des Wärmehaushaltes im Bienenvolk und der von Ferdinand Gersting beschriebenen Einheit des Bienenvolks als Gesamtorganismus „Bien“.

Anhand einer Präsentation zeigte Binder die Erfolge beim Imkern im einräumigen, angepassten Brutraum. Die Zuschauer in den vorderen Reihen fühlten sich gleich an ihre Schulzeit erinnert, bezog der Referent sie doch immer mal wieder mit ein und stellte Fragen zum Thema. „Als wichtiger Indikator für eine gesunde Völkerführung wird die Leistungsfähigkeit des Volkes betrachtet“, führte der Imkermeister weiter aus.

„Energie ist Honig“

Durch die Reduktion der Brutwaben auf die tatsächlich reduzierte Menge werde die schwarmauslösende, wärmeabsorbierende Menge des eingelagerten Pollens vermindert und die Regelung des Temperaturhaushalts im Brutraum während des Jahres mit beidseitig angebrachten Wärmeschieden deutlich erleichtert. „Der Bien ist ein Wärmeorganismus, dessen Brutnest – das Herz – keinesfalls auseinandergerissen werden darf“, mahnte der Referent. „Eine gut gedämmte Beute reduziert den Energieverbrauch der Bienen. Energie ist Honig“, brachte Jürgen Binder es auf den Punkt. Es gehe grundsätzlich darum, mittels der Trennschiede den Platz im Brutraum der Volksstärke anzupassen, um eine optimale Brutentwicklung und guten Honigertrag zu erreichen.

Kurzweilig führte Binder durch die zahlreichen Facetten einer modernen Imkerei und stellte dabei viele Aussagen und Handlungsweisen altbekannter Bienenwissenschaftler mit nachvollziehbaren Beispielen und Belegen in Frage. Viele neue oder auch bekannte verdrängte Betrachtungen einer wirtschaftlichen Betriebsweise kamen zur Sprache und lösten bereits beim Vortrag bei den Imkern Nachdenklichkeit und kritisches Hinterfragen der eigenen Betriebsweise aus.

Bienenvölker vorsichtig erweitern

Am Nachmittag informierte Jürgen Binder über die Völkerführung bei einsetzender Tracht. Er riet, das Volk vorsichtig zu erweitern, um ein langsames Anwachsen des Brutwachstums zu erreichen. Das wirke sich günstig auf die Langlebigkeit der Bienen aus und würde somit dem Schwarmtrieb entgegenwirken. Auch wenn die Diskussion um die Varroa-Problematik „den Blick auf das Bienenvolk verstellt“, ging er dennoch darauf ein. Die völlige Brutentnahme nach der letzten Ernte sei eine Möglichkeit zur Reduzierung der Varoamilbe. Hierbei wird das Volk veranlasst, sich ein neues Brutnest, frei von Milben, anzulegen.

„Ich habe keine Vision, ich imkere nur besser als früher und ernte mehr Honig. Probiert es aus und ihr werdet den Unterschied sehen!“, gab Jürgen Binder Skeptikern mit auf den Heimweg.

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