Auszubildender Schwimmmeister
Zukunft liegt am Beckenrand

Havixbeck -

Das Bäderteam ist auf der Suche nach einem Auszubildenden. Der genaue Begriff lautet „Fachangestellter für Bäderbetriebe“. Georg Börger ist seit 34 Jahren im Job. Er war lange in Münster tätig und hat dort auch junge Menschen für den Beruf ausgebildet.

Mittwoch, 20.03.2019, 18:10 Uhr
Die beiden Schwimmmeister Sonja Tillmann (l.) und Georg Börger sind zurzeit im Hallenbad tätig. Beide fänden es interessant, wenn ein Auszubildender mit ins Team käme.
Die beiden Schwimmmeister Sonja Tillmann (l.) und Georg Börger sind zurzeit im Hallenbad tätig. Beide fänden es interessant, wenn ein Auszubildender mit ins Team käme. Foto: Klaus de Carné

Am Pool liegen, die Sonne genießen und ein bisschen die Schwimmbecken beaufsichtigen. Diese Vorstellung herrscht teilweise bei der Bevölkerung vor, wenn es um die Arbeit von Schwimmmeistern geht. „Das ist etwas zu kurz gedacht“, kommentiert Georg Börger , Leiter der Havixbecker Bäder, die Aussage. Er und seine neue Kollegin sowie ein weiterer Kollege seien im Sommer sehr viel an der frischen Luft, aber nicht nur. Arbeit gibt es mehr als genug für die drei Angestellten der Gemeinde.

Deshalb ist das Bäderteam auf der Suche nach einem Auszubildenden. Der genaue Begriff lautet „Fachangestellter für Bäderbetriebe“. Georg Börger ist seit 34 Jahren im Job. Er war lange in Münster tätig und hat dort auch junge Menschen für den Beruf ausgebildet.

„Das würde ich auch gerne in Havixbeck wieder in Angriff nehmen. Die Ausbildung ist so vielschichtig und interessant. Das lohnt sich für einen jungen Menschen“, erklärt Börger. Leider könne er in Havixbeck noch keinen Lehrling vorweisen, aber das müsste doch ab dem 1. August klappen.

Drei Jahre dauert die Ausbildung. Die Chance, einen Arbeitsplatz zu bekommen, ist fast in jeder Kommune gegeben. „Schwimmmeister werden händeringend gesucht“, so Börger.

Wer nach Abschluss der Klasse 10 in die Ausbildung einsteigen möchte, ist in Havixbeck richtig. Man müsse nicht in der DLRG gewesen sein oder ein sportlicher Schwimmer sein. „Für das Element Wasser muss man sich allerdings erheitern können“, erklärt Georg Börger.

„Wenn der Schwimmmeister offen auf die Menschen zugeht, dann hat er schon gewonnen“, hat Sonja Tillmann erfahren. Die 43-Jährige ist seit einem halben Jahr in Havixbeck beschäftigt. Sie hat in Münster ihren Beruf erlernt und war schon in Greven, Nordwalde und in Ochtrup tätig. Georg Börger kennt sie aus der Zeit. „Ich finde es in Havixbeck super angenehm und bin gerne an der frischen Luft“, berichtet die erfahrene Schwimmmeisterin, die endlich wieder in einem Ort arbeiten darf, wo es ein Frei- und Hallenbad gibt.

Wie praktisch es sei, dass die Grundschule direkt ein Hallenbad vor der Tür habe. „Die Wege sind kurz. Für die Kinder ist das ideal“, verabschiedet sie gerade eine Klasse aus dem Hallenbad. Kinder müssten eigentlich Schwimmen können, wenn sie in die Grundschule kämen. Dies sei leider nicht mehr die Regel.

Sonja Tillmann wünscht sich auch einen Auszubildenden im Team. Der junge Mensch würde während der dualen Ausbildung sehr viel lernen. Die erforderlichen Rettungsscheine können während der Ausbildung nach und nach abgelegt werden. Selbst ein Erste-Hilfe-Kursus, einschließlich der Auffrischungen, werde innerhalb der Arbeitszeit absolviert.

Da die Wasserqualität täglich geprüft werden muss, gehören ein paar Chemiekenntnisse zum Standard. „Bei uns wird es nicht langweilig. Von A bis Z ist alles dabei“, freut sich Georg Börger auf die Herausforderungen des Alltags. Zu den Badegästen gehörten Alt und Jung. Da würde es nie langweilig, weiß Sonja Tillmann aus den letzten 27 Jahren.

Zu den Wochenenddiensten, die auch vorkommen, gehört aber auch der freie Tag in der Woche. Eine 39-Stunden-Woche ist festgeschrieben und wird in die Dienstpläne mit eingearbeitet. Zu den angestellten Schwimmmeistern kämen im Sommer noch Aushilfen sowie die Mitglieder der DLRG dazu, die fleißig am Becken und im Wasser tätig sind.

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Bei guten Berufsaussichten und Verdienstmöglichkeiten beurteilt Georg Börger die Ausbildung als sehr gut. Aktuell liegt die Vergütung im ersten Ausbildungsjahr bei 750 Euro, im zweiten Jahr bei 800 und im dritten Jahr bei 850 Euro.

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