Milchschafzucht
Kleine Betriebe immer außen vor

Havixbeck -

Die Havixbecker Milchschafzüchter sorgen sich um ihre Zukunft. Während der Mitgliederversammlung waren die Blauzungenkrankheit und die Ausweisung von Wolfsgebieten zentrale Themen.

Mittwoch, 27.03.2019, 17:22 Uhr
Sorgen um die Zukunft der Schafzucht machen sich die Mitglieder des Milchschafzuchtvereins Havixbeck. Tierseuchen und die Zuwanderung des Wolfes bewegen ihre Gemüter.
Sorgen um die Zukunft der Schafzucht machen sich die Mitglieder des Milchschafzuchtvereins Havixbeck. Tierseuchen und die Zuwanderung des Wolfes bewegen ihre Gemüter. Foto: Klaus de Carné

Die Rückkehr der Blauzungenkrankheit und die Folgen der neuen Wolfsgebiete in Nordrhein-Westfalen waren zentrale Themen der Mitgliederversammlung des Milchschaftzuchtvereins Havixbeck. Im vergangenen Jahr konnte der Verein sein 80-jähriges Bestehen feiern.

Der Vorstand wurde von den Mitgliedern komplett im Amt bestätigt. Vorsitzender Helmut Bolwin wurde ebenso wiedergewählt wie die stellvertretende Vorsitzende Ulla Kauling, Zuchtwart August Homann und Kassiererin Margret Füssmann-Jaswetz. Neuer Kassenprüfer für die nächsten zwei Jahre wurde Robert Tünsmann neben Heinz Inkmann, der noch ein Jahr im Amt bleibt.

Die Blauzungenkrankheit ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die erstmals in den Jahren 2006 bis 2008 in Deutschland auftrat und durch flächendeckende Impfungen wieder ausgerottet werden konnte. In anderen EU-Ländern sei dies legerer gehandhabt worden, sodass die Krankheit wieder auf dem Vormarsch sei, berichtete Vorsitzender Helmut Bolwin. Erste Nachweise gab es bei Routineuntersuchungen in Rinderbeständen in der Zeit von Dezember 2018 bis Januar 2019 in Baden-Württemberg. Impfungen gegen die Blauzungenkrankheit seien möglich und würden auch von den Behörden empfohlen, anders als 2006 bis 2008 müssten die Schafhalter die Kosten allerdings selbst tragen, erläuterte Helmut Bolwin.

Auch durch die Zuwanderung des Wolfes sehen die Vereinsmitglieder die Zukunft der Schafzucht in Nordrhein-Westfalen bedroht. Denn anders als häufig in der Öffentlichkeit behauptet werde, gebe es für Wolfsschäden keinen Schadensersatzanspruch. „Die Wolfsopfer stehen vielmehr wie Bittsteller da, denen je nach Kassenlage Zuwendungen gewährt werden können“, kritisierte der Vorsitzende der Havixbecker Milchschafzüchter. Dazu zählen beispielsweise Zahlungen für getötete und verletzte Tiere, aber nicht für Dauerschäden wie den erhöhten Arbeitsaufwand.

Bei Ausweisung eines Wolfsgebietes verschärfe sich die Lage drastisch. „Dort werden nämlich grundsätzlich keine Wolfsschäden ausgeglichen, es sei denn, der Schafhalter hat extreme Schutzmaßnahmen ergriffen“, so Bolwin. Abgesehen von der technischen Machbarkeit bleibe dabei noch die Kostenfrage zu klären.

Zwar könnten Großbetriebe Zuschüsse für den Aufwand erhalten, den meisten Schafhaltern nütze das aber nichts, weil sie zu wenige Tiere besitzen und deshalb von Fördergeldern ausgeschlossen werden. „Keine volle Kostenübernahme, keine Möglichkeit für erhöhte Schutzmaßnahmen, keine Beihilfen im Schadensfall – Ende der Schafhaltung bedeutet letztlich der Inhalt der ‚Förderrichtlinie Wolf‘ des Landes NRW auf den Punkt gebracht“, war sich die Versammlung einig.

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