Kinderpornografisches Bild weitergeleitet
Zu 1800 Euro Strafe verurteilt

Havixbeck/Coesfeld -

Wegen des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischer Schriften hatte sich ein 41-jähriger Mann aus Havixbeck vor dem Amtsgericht Coesfeld zu verantworten.

Dienstag, 02.04.2019, 20:00 Uhr
Vor dem Amtsgericht Coesfeld fand die Verhandlung statt.
Vor dem Amtsgericht Coesfeld fand die Verhandlung statt. Foto: Dieter Klein

Zu einer Geldstrafe von 1800 Euro ist am Montag ein 41-jähriger Havixbecker verurteilt worden. Der Mann hatte sich wegen des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischer Schriften vor dem Amtsgericht Coesfeld zu verantworten.

Konkret ging es um ein Foto, auf dem der entblößte Unterleib eines noch nicht volljährigen Mädchens zu sehen gewesen ist. Der 41-Jährige, der sich in einem Chat angemeldet hatte, hatte dieses Bild per Mobiltelefon erhalten und auch weitergeleitet, wie er selbst zugab. Die Polizei war ihm dabei auf die Schliche gekommen.

„Bei der Durchsuchung bin ich aber als jemand abgestempelt worden, der ich gar nicht bin“, sagte der Angeklagte.

Immer wieder beteuerte der kräftige, große Mann mit weinerlicher Stimme, dass er nicht nachgedacht habe, was er mit dem Chatten anrichte und welche „Kreise das Ganze ziehe“. Er habe „Leute kennenlernen“ wollen. Manchmal habe er sich dann als Frau ausgegeben, um mehr Rückmeldungen zu bekommen.

„Ich wollte das alles nicht“, sagte der Havixbecker, der inzwischen bei einem Diplom-Psychologen in Münster in Behandlung ist. Seine Lebensgefährtin, mit der er seit zwölf Jahren zusammen sei und mit der er zwei Kinder habe, habe von seinem Chatten nichts gewusst. Sie sei aber argwöhnisch geworden, weil die Telefonrechnungen so hoch gewesen seien.

Mit dem Urteil erhöhte die Richterin die Geldstrafe, die die Staatsanwältin gefordert hatte. Diese wollte die Strafe bei 1500 Euro festgelegt wissen, weil der Angeklagte nicht einschlägig vorbestraft sei.

Auch die Reumütigkeit, die Einsicht des Unrechts und die Einwilligung zu einer Therapie wurden dem Angeklagten zugute gehalten. Immerhin wäre bei dem Vergehen eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren möglich gewesen.

Der Angeklagte kommentierte: „Ich habe mir die Höchststrafe selbst gegeben, weil ich Mist gebaut habe.“ Mit der „Höchststrafe“ meinte er das zerstörte Vertrauensverhältnis zu seiner Lebensgefährtin und seinen Kindern. Das Mobiltelefon des Angeklagten hat das Gericht eingezogen, weil es das Tatmittel gewesen sei.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6514724?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F162%2F
Nachrichten-Ticker