Münsterlandschule Tilbeck
Elftklässler hinterfragen DNA-Analyse

Havixbeck -

Mathematik und Politik lassen sich gut verbinden. Das bewiesen Elftklässler der Münsterlandschule, die sich mit dem erweiterten DNA-Test in der Strafverfolgung beschäftigt hatten. Bundestagsabgeordneter Marc Henrichmann hörte genau zu.

Montag, 08.04.2019, 06:00 Uhr
Mathestunde mit Bundestagsabgeordnetem: Marc Henrichmann (l.) diskutierte mit Elftklässlern der Münsterlandschule über eine geplante Gesetzesänderung zu DNA-Analysen.
Mathestunde mit Bundestagsabgeordnetem: Marc Henrichmann (l.) diskutierte mit Elftklässlern der Münsterlandschule über eine geplante Gesetzesänderung zu DNA-Analysen. Foto: Büro Marc Henrichmann

In Strafverfahren soll die DNA-Analyse auf äußerliche Merkmale wie Haar-, Augen- und Hautfarbe sowie das Alter ausgeweitet werden. So hat es die Große Koalition in Berlin vereinbart. Elftklässler der Münsterlandschule Tilbeck haben aus dem Gesetzesvorhaben eine komplexe Matheaufgabe entwickelt, die sie dem Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann jetzt vorrechneten.

Dafür, wie intensiv sich die Klasse mit dem Thema auseinandersetzt, zollte der CDU-Politiker den Schülern sowie ihrem Lehrer Heinz Böer großen Respekt, heißt es in einer Pressemitteilung des Bundestagsabgeordneten. Die Befürchtung der Klasse: Obwohl der DNA-Test mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit richtige Ergebnisse liefert, bestünde die Gefahr, dass eine Minderheit zu Unrecht unter Generalverdacht geraten könnte.

Aktuell stimmten sich das Justiz- und das Innenministerium über die Gesetzespläne ab, berichtete Henrichmann vom Stand des Verfahrens. Noch in diesem Jahr sollen sich aber auch die Parlamentarier damit befassen. „In der Debatte werden alle Aspekte, auch Modellrechnungen wie die der Matheklasse, mit berücksichtigt“, versicherte er.

Die Bundesregierung möchte der Polizei eine weitere Möglichkeit an die Hand geben, um Verbrechen aufzuklären und für Sicherheit zu sorgen. „Technisch ist schon viel möglich“, erklärte der CDU-Abgeordnete. „Beweismittel sind aber immer zu hinterfragen“, betonte er. Das Rechtssystem stelle sicher, dass zum Beispiel eine erweiterte DNA-Analyse allein nicht für eine Verurteilung reiche. „Sie ist nur ein Baustein, wie er in den Niederlanden und Österreich schon erfolgreich genutzt wird.“

Die Schüler gingen in ihrer Rechnung von einer Stadt mit 10 000 Einwohnern aus, darunter 200 mit dunkler Hautfarbe. Genau diese kleine Minderheit könnte trotz geringer Fehlerquote eines DNA-Tests, der auf einen dunkelhäutigen Täter hinweise, überproportional unter falschen Verdacht geraten, rechnete Finn van de Pol an der Tafel vor. „Damit werden dann Vorurteile bedient“, erklärten die Elftklässler.

Diese Sorge konnte Henrichmann nachvollziehen, auch wenn „Behörden sehr verantwortungsbewusst mit Ermittlungsergebnissen umgehen“ – gerade um Hetzern nicht in die Hände zu spielen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6524353?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F162%2F
Tränen fließen schon vor der Trauung
Groß war die Freude bei (v.l.) Dorothee Ostermann, dass sie an der Trauung von Catarina Merz und Sohn Nils Hölting teilnehmen konnte. Ermöglicht haben das der Wünschewagen des ASB und die Helfer (v.r.) Franziska Burlage, Marlies Kogge und Christian Zimpel.
Nachrichten-Ticker