Buchautor bei BI Gegenwind zu Gast
Erholungsräume schützen

Havixbeck -

Sollen die Baumberge, eine der reizvollsten Kulturlandschaften des Münsterlandes, mit mehr als 200 Meter hohen Windkraft-Giganten verschandelt werden?

Montag, 08.04.2019, 17:22 Uhr
Nach dem Vortrag und der Diskussion unternahmen die Mitglieder der Bürgerinitiative und Gäste eine Spaziergang zur Bruder-Klaus-Kapelle. Von dort blickten sie auf die bereits in der Umgebung bestehenden Windkraftanlagen.
Nach dem Vortrag und der Diskussion unternahmen die Mitglieder der Bürgerinitiative und Gäste eine Spaziergang zur Bruder-Klaus-Kapelle. Von dort blickten sie auf die bereits in der Umgebung bestehenden Windkraftanlagen. Foto: Gegenwind

Sollen die Baumberge, eine der reizvollsten Kulturlandschaften des Münsterlandes, mit mehr als 200 Meter hohen Windkraft-Giganten verschandelt werden? Um diese Frage ging es in einem Vortrag, zu dem am Samstagnachmittag die Bürgerinitiative „Gegenwind Havixbeck und Hohenholte“ in das mitten in den Baumbergen gelegene Ausflugslokal Teitekerl eingeladen hatte.

Gastredner war der in München lebende Autor und Journalist Georg Etscheit , der sich intensiv mit Fragen von Landschaftsschutz und Landschaftsästhetik in Zeiten der Energiewende befasst und dazu 2016 das viel beachtete Buch „Geopferte Landschaften“ vorgelegt hat.

„Es wäre ein Akt der Barbarei, auch diesen zauberhaften Flecken auf dem Altar vorgeblicher Klimarettung zu opfern“, sagte Etscheit in seinem Vortrag. Diese Windkraftanlagen seien eine Kulturschande und eine Bedrohung für den regionalen Tourismus, der in Zeiten des Klimawandels immer mehr an Bedeutung gewinne. „Wenn immer wieder gefordert wird, dass die Menschen weniger fliegen sollen, um das Klima zu schützen, müssen die regionalen Erholungsräume umso mehr geschützt werden.“

Fundamentale Kritik übte Etscheit am gesamten Konzept der Energiewende, die Mensch und Natur immensen Schaden zufüge, während die CO2-Emissionen bisher nicht nennenswert gesunken seien.

Im Anschluss an Vortrag sowie einer lebhaften Diskussion stand eine Wanderung zur nahe gelegenen Bruder-Klaus-Kapelle auf dem Programm, so die BI Gegenwind in einer Pressemitteilung. Von hier bot sich ein Ausblick auf das, was es nach dem Willen der Bürgerinitiative unbedingt zu verhindern gelte: Die im Norden bei Schöppingen und den angrenzenden Orten gelegenen Windanlagenfelder.

Die Teilnehmer waren sich einig: Man schaue schon heute auf eine durch maßlos überzogene Eingriffe in die Natur verwundete Landschaft. „Das ist erst der Anfang. Sollten die aktuellen Pläne für Windkraftwerke etwa in Havixbeck und Nottuln verwirklicht werden, hätten wir es mit Anlagen bisher ungekannter Größe von zum Teil weit über 200 Metern zu tun, die sich die Landschaft durch völlige Auflösung der natürlichen Proportionen optisch unterwerfen“, konstatierte Dr. Knut Metzler von der BI Gegenwind.

Die Landschaft werde so zum sinnlosen Opfer einer verfehlten Energiepolitik, denn die Effizienz dieser Technik sei wegen fehlender Speicher und Fernleitungen noch gering, das Schädigungspotenzial für Mensch und Tier nach den vorläufigen Ergebnissen entsprechender Studien dagegen hoch.

Die Politik habe all diese Faktoren zwischenzeitlich erkannt und sei dabei, ihre Auffassung zur Genehmigung von Windkraftanlagen zu überdenken und die rechtlichen Rahmenbedingungen anzupassen; zu sehr sei der Windkraftausbau auf die Widerstände in der Bevölkerung gestoßen. Wenn Gemeinden jetzt noch kurz vor Inkrafttreten dieser Änderungen den Ausbau der Windkraft vorantrieben, könne man dies nur mit finanziellen und ideologischen Gründen, nicht aber Aspekten des Umwelt- und Klimaschutzes erklären, meinte Georg Etscheit.

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