Pflegeplätze stark nachgefragt
Marienstift schafft Platz

Havixbeck -

Der demografische Wandel macht sich langsam aber sicher auch in Havixbeck stärker bemerkbar. „Wir bekommen sehr viele Anfragen und können längst nicht jede Person sofort aufnehmen“, erklärt Tobias Vormann, Einrichtungsleiter des Marienstifts.

Freitag, 19.04.2019, 15:00 Uhr
Im Erdgeschoss des Seitenflügels des Marienstifts sollen in Zukunft wieder Pflegezimmer eingerichtet werden. Jetzt findet dort noch Servicewohnen ohne Pflege statt. Einrichtungsleiter Tobias Vormann (r.) und Sozialdienstleiter Martin Wiedau bekommen viele Anfragen, die sie schon länger nicht mehr befriedigen können.
Im Erdgeschoss des Seitenflügels des Marienstifts sollen in Zukunft wieder Pflegezimmer eingerichtet werden. Jetzt findet dort noch Servicewohnen ohne Pflege statt. Einrichtungsleiter Tobias Vormann (r.) und Sozialdienstleiter Martin Wiedau bekommen viele Anfragen, die sie schon länger nicht mehr befriedigen können. Foto: Klaus de Carné

Im Alter ins Pflegeheim ziehen? Das wünschen sich die wenigsten Senioren und vielen mutet der Umzug in eine Einrichtung wie eine „Reise ohne Wiederkehr“ an. Doch ein Umzug in ein Pflegeheim kann viele Vorteile für Betroffene und Angehörige mit sich bringen. Oft geht es auch nicht anders, da die Kinder gar nicht mehr vor Ort wohnen.

Die älteren Menschen verbringen zusammen mit Gleichaltrigen ihren Lebensabend, werden rundum versorgt und können an vielen Veranstaltungen teilnehmen. Für pflegende Angehörige verbessert sich die Lage. Sie müssen sich keine Sorgen mehr machen, können sich von der Belastung erholen und haben mehr Zeit für ein entspanntes Miteinander.

Der demografische Wandel macht sich langsam aber sicher auch in Havixbeck stärker bemerkbar. „Wir bekommen sehr viele Anfragen und können längst nicht jede Person sofort aufnehmen“, erklärt Tobias Vormann , Einrichtungsleiter des Marienstifts. Vor Jahren stellte sich die Situation noch ganz anders dar, als das Marienstift über 102 Plätze verfügte, diese aber längst nicht alle in Anspruch genommen wurden.

Nach einem Umbau der Zimmer und Flure reduzierte sich die Anzahl auf 78 Plätze. „Heute haben wir noch sechs Doppelzimmer, die wir laut NRW-Erlass auch haben dürfen“, so Tobias Vormann. Die Situation fehlender Pflegeplätze habe sich aber im ganzen Kreis Coesfeld verschärft.

„Die Anfragen kommen fast täglich“, weiß auch Marienstift-Sozialdienstleiter Martin Wiedau . Erst am Montag habe ein Anrufer um einen Platz im Marienstift gebeten. 40 Einrichtungen hatte der Suchende angerufen. Ohne Erfolg. Angehörige seien in Not, wenn die zu Pflegenden schnellstens aus einem Krankenhaus entlassen würden. Am Wochenende sei dies oft der Fall, wie auch montags besonders. Wiedau ist für Aufnahmen, Kurzzeitpflege und das sogenannte heimverbundene Wohnen zuständig.

„Wir können nach der neuen Einteilung der Pflegegrade nur Menschen aufnehmen, die den Pflegegrad zwei von insgesamt fünf Stufen offiziell erhalten haben“, erklärt Fachmann Wiedau im Gespräch mit unserer Zeitung.

Marienstift Droste zu Hülshoff: Einrichtungsleiter Tobias Vormann (r.) und Sozialdienstleiter Martin Wiedau.

Marienstift Droste zu Hülshoff: Einrichtungsleiter Tobias Vormann (r.) und Sozialdienstleiter Martin Wiedau. Foto: Klaus de Carné

Ausnahmen gebe es zwar auch, aber die seien immer nur für kurze Zeit machbar. Die Kurzzeitpflege sei seit Jahren ein Thema, das immer mehr in Anspruch genommen werde. Bei der Pflege auf Zeit würde langfristig geplant. Das Marienstift habe schon Anmeldungen für 2020.

Wie soll der Zimmer-Engpass behoben werden? „Wir machen uns schon länger Gedanken mit dem Kuratorium, wie es Entlastung geben könnte“, so Tobias Vormann. Die zehn Appartements, die seit Jahren für das Servicewohnen ohne Pflege vermietet sind, sollen wieder in den Pflegebereich zurückgeführt werden. Im Sandsteingebäude, wo sich auch der Saal der Begegnung befindet, sollen in der zweiten Etage zukünftig die Servicewohnungen ihren Platz erhalten.

Auf der sicheren Seite befindet sich das Marienstift noch mit dem Personal. 29 Vollzeitstellen verzeichnet das Pflegeheim auf dem Personaltableau. Dazu kommen immerhin 15 Auszubildende. „Das ist für uns ein riesiges Pfund, was wir sehr zu schätzen wissen“, erklärt Tobias Vormann, der gerne die jungen Mitarbeiter übernimmt.

Wer nachweisen kann, dass nur Fachkräfte in der Einrichtung arbeiten, der bekommt eine „Spahn-Stelle“ dazu. „Wenn ich wüsste, wo ich die Person hernehmen soll, dann wären wir noch besser dran“, sagt Vormann. Er weiß genau, dass in allen Häusern in den Nachbarkommunen kein Personal zu bekommen ist.

Wichtig für die Zukunft, so Vormann und Wiedau: „Die Angehörigen müssen sich frühzeitig bei uns melden und noch frühzeitiger den Medizinischen Dienst einschalten.“ Das Marienstift würde alles unternehmen, um den Menschen eine gute Unterkunft zu bieten.

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