Osterfeuer
Eiersuche und Andacht im Freien

Hohenholte/Havixbeck -

Die Diskussion um die Umweltbelastung durch Osterfeuer hat die Havixbecker und Hohenholter nicht daran gehindert, zu den Traditionsveranstaltungen zu gehen.

Montag, 22.04.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 22.04.2019, 18:59 Uhr
Die Hohenholter Kinder entzünden das Osterfeuer mit ihren Fackeln, die sie zuvor an der Osterkerze entzündet haben. Im kommenden Jahr soll es wieder ein großes Feuer geben.
Die Hohenholter Kinder entzünden das Osterfeuer mit ihren Fackeln, die sie zuvor an der Osterkerze entzündet haben. Im kommenden Jahr soll es wieder ein großes Feuer geben. Foto: Ina Geske

Trotz aller Zweifel und Debatten, ob Osterfeuer in Zeiten von Diskussionen über Feinstaub und Umweltbelastung noch nötig sind oder nicht, erfreut sich der Osterbrauch in Havixbeck und Hohenholte weiterhin großer Beliebtheit.

„Die Auflagen werden immer mehr. Und wir müssen von Jahr zu Jahr schauen, ob wir so noch weitermachen können“, berichtet Antonius Füsting , dessen Vater Anton Füsting vor 37 Jahren den Brauch auf dem Gelände der Gaststätte ins Leben rief. „Angefangen hat alles mit einem kleinen Feuer und einer Kiste Bier.“

Osterfeuer in Havixbeck

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Inzwischen ist aus dem kleinen Feuer ein ausgewachsenes geworden. Die Besucher können sich an Bratwurststand und Bierwagen stärken, und für die Kleinen sind nicht nur ein paar, sondern gleich 361 bunte Eier versteckt. „Und bei allen Diskussionen über Umweltbelastungen: Unsere Bierbecher landen hinterher in der Biotonne“, hält Füsting stolz die nachhaltigen Behälter hoch.

Bei bestem Wetter stapften die Kinder, unterstützt von tatkräftigen Eltern, am Ostersonntag durch das hohe Gras, schauten hinter jeden Baumstamm und unter jedem Stein nach, ob nicht irgendwo etwas versteckt war. Denn das Team um Antonius Füsting hatte sich auch in diesem Jahr wieder etwas Besonderes ausgedacht. Zehn Eier waren nummeriert, und die Finder wurden mit einer Tasse voller Süßigkeiten belohnt. Im Anschluss durften sich alle bei Stockbrot, liebevoll zubereitet von Maria Füsting, an den kleinen Feuerstellen stärken.

Dass das Osterfeuer auch eine tiefgründige Bedeutung hat, zeigte wieder die Veranstaltung der KJG Hohenholte mit familiärer Andacht in der Ortsmitte. „An Ostern feiern wir Jesu Auferstehung“, wissen schon die Kleinsten aus dem Stiftsdorf, die bereits am Vorabend zu Beginn der Osternachtsmesse mit der gesamten Gemeinde an der Segnung des Osterfeuers, an dem anschließend die Osterkerze entzündet wurde, teilgenommen hatten. „Das machen wir, damit das Licht, wenn wir es brauchen, brennt“, verdeutlichte Pfarrer Siegfried Thesing, der den erkrankten Pastoralreferenten Jens König-Upmeyer vertrat, den Versammelten noch einmal.

Osterfeuer in Hohenholte

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„Das letzte Wort ist immer das Ja“, betonte Thesing. „Ja, ich will, dass du lebst. Gott ist stärker als der Tod. Und dieses Licht, das brauchen wir im Herzen. Und deswegen segnen wir jetzt dieses Feuer.“

Daraufhin durften die kleinen Christen am Licht der Osterkerze, das von Familie Beckmann über Nacht gehütet worden war, ihre Fackeln anzünden, um die Osterfeuer in den Feuerschalen zu entzünden. „Im nächsten Jahr gibt es auf jeden Fall wieder ein großes Feuer“, trotzt die KJG Hohenholte den Debatten und ließ den Ostersonntag gemütlich am Feuer ausklingen.

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