Julius Wessels bei den Grünen
„Nicht nur meckern – mitmachen“

Havixbeck -

Julius Wessels (22) hat sich vor vier Jahren den Jungen Grünen im Kreis Coesfeld angeschlossen und ist schon lange mittendrin.

Samstag, 08.06.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 08.06.2019, 15:03 Uhr
Der Havixbecker Julius Wessels (22) ist seit vier Jahren bei Bündnis 90/Die Grünen aktiv. Er möchte mitgestalten und nicht zusehen, wie die Umwelt zerstört wird.
Der Havixbecker Julius Wessels (22) ist seit vier Jahren bei Bündnis 90/Die Grünen aktiv. Er möchte mitgestalten und nicht zusehen, wie die Umwelt zerstört wird. Foto: Klaus de Carné

Jung, tatkräftig, überzeugend und lebensfroh – diese Attribute wünschen sich die Parteien für ihren Nachwuchs. Es ist schwer, jüngere Menschen für die politische Arbeit zu gewinnen. Das wissen auch die vier Parteien in Havixbeck. Der Ortsverein von Bündnis 90/ Die Grünen kann aber seit einiger Zeit mit einem gewaltigen Pfund punkten.

Julius Wessels (22) hat sich vor vier Jahren den Jungen Grünen im Kreis Coesfeld angeschlossen und ist schon lange mittendrin. Beim Europawahlkampf konnten ihn die Bürger am Infostand kennenlernen. Er gehört inzwischen zum Vorstand der Grünen in Havixbeck und hat das Amt des stellvertretenden sachkundigen Bürgers im Sozialausschuss übernommen.

„Meckern kann jeder, aber mitgestalten wollen nur wenige. Deshalb war es mein Ziel, in die politische Arbeit einzusteigen, um Dinge anzustoßen und mitgestalten zu können“, erzählt Julius Wessels in seiner frischen und unkomplizierten Art. Es habe ihn gefreut, dass das Ergebnis der Europawahl so super für die Grünen ausgefallen sei. Jetzt müssten aber auch Taten folgen und die Umweltthemen noch mehr in den Fokus rücken.

Mit dem Fahrrad nach Münster kämen die Havixbecker ja schon ganz gut über die Radwege, meint Julius, den seine Freunde besser unter „Tingel“ kennen. Den Spitznamen hat er aus der Serie „Die Simpsons“ übernommen, da er Ähnlichkeit mit dem Tingeltangel-Bob hat. „Ich trage meine westfälische Naturkrause schon mal als Afro-Look.“

Mit dem Zweirad nach Münster sei für ihn kein Problem. Ob die Fahrt immer an der Straße entlang gehen müsse, sei für die Zukunft ein Thema. Radschnellwege wie in anderen Ländern seien ein gutes Beispiel, wie es besser gehe. „Das motiviert die Leute doch viel mehr auf das Radel umzusteigen. Sportlichkeit verbindet man heute mit Umweltbewusstsein.“

„Du musst Teil der Veränderung sein“

Mit der Grünen Jugend Münster, „Kaktus“, war „Tingel“ vor Kurzem in Saerbeck, um dort die ausgezeichnete Klimakommune kennenzulernen. „Ich war richtig beeindruckt von der Dimension und den Möglichkeiten, erneuerbare Energien einzusetzen. Wenn wir nur einige Windräder nach Havixbeck bekommen würden, das wäre schon ein Erfolg für die Zukunft“, findet der junge Mann. „Wenn du etwas verändern möchtest, musst du Teil der Veränderung sein. Und das bin ich.“

Die Aktion „Fridays for Future“ habe sich prima entwickelt und vielen konservativen Politikern aufgezeigt, wie die Jugend, aber auch viele junge Erwachsene, dächten. „Da wollen die Schüler nicht einen freien Vormittag einheimsen. Nein, die wollen immer wieder auf die Möglichkeit der Veränderung hinweisen. Und das finde ich total richtig“, erklärt Julius Wessels im Gespräch mit unserer Zeitung.

Ja, Politik sei spannend, findet der Havixbecker. Er kommt viel herum. Auch als Posaunist des Sinfonischen Blasorchesters. Wessels unterhält sich gerne mit den Menschen über Gott und die Welt. Unkompliziertheit und Wissen sind seine Stärken. Deshalb ist er bei allen Altersklassen beliebt. „Die jungen Menschen bringen doch einen anderen Blickwinkel mit auf das Geschehen.“ Besonders wenn er mit Landwirten über Massentierhaltung spreche, würde ihm bewusst, wie schwierig es sei, Veränderungen herbeizuführen.

„Die Brüsseler Politik ist weit weg“

„Die Brüsseler Politik ist weit weg und viele verstehen auch die Vorgehensweise der EU nicht. Warum werden denn nur die Großen in der Landwirtschaft gefördert? Warum nicht der Bauer, der innovativ für die Zukunft denkt? Da läuft noch zu viel nach alten Systemen ab“, sagt Julius Wessels mit einem Runzeln auf der Stirn. Veränderung tue Not, aber er sei positiv gestimmt, dass die nächsten Jahre eine Kehrtwende brächten, denn die Politik der Grünen finde bei zahlreichen Menschen immer mehr Anerkennung.

In der Anne-Frank-Gesamtschule sei politische Bildung ein hohes Ziel. „Da habe ich schon fleißig mitdiskutiert.“ Man müsse die Schulen mit in das Ortsgeschehen einbinden. Er schlägt vor, dass die Eltern nicht mehr ihre Kinder mit dem Auto zur Schule und zur Kita brächten. Dies sei völlig unnötig und mit dem Fahrrad gut zu schaffen, fordert Julius die vielen Eltern direkt auf, dies sofort umzusetzen.

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