Anne Frank starb mit 15 Jahren
Juden durften nicht ins Kino oder Schwimmbad

Havixbeck -

Anne Frank wäre am 12. Juni 90 Jahre alt geworden, doch sie starb bereits mit 15 Jahren im Konzentrationslager Bergen Belsen.

Montag, 17.06.2019, 20:10 Uhr
In den vergangenen Tagen beschäftigte sich der achte Jahrgang intensiv, auf vielfältige, individuelle und sehr kreative Weise mit Anne Frank und ihrem Geburtstag.
In den vergangenen Tagen beschäftigte sich der achte Jahrgang intensiv, auf vielfältige, individuelle und sehr kreative Weise mit Anne Frank und ihrem Geburtstag. Foto: AFG

Anne Frank wäre am 12. Juni 90 Jahre alt geworden, doch sie starb bereits mit 15 Jahren im Konzentrationslager Bergen Belsen. An Annes Schicksal, das in ihrem weltberühmten Tagebuch nachzulesen ist, erinnern auch die weltweit 266 Schulen, die nach ihr benannt sind. Ein Großteil davon befindet sich in Deutschland (96), Frankreich (89), Italien (43) und den Niederlanden (17).

„Wir haben es uns selbst zur Aufgabe gemacht, das geistige Erbe von Anne wach zu halten“, betont Schulleiter Dr. Torsten Habbel. Daher sei es selbstverständlich, dass sich die Anne-Frank-Gesamtschule ( AFG ) an dem bundesweiten Aktionstag gegen Antisemitismus, Rassismus und für Demokratie anlässlich von Annes Geburtstag zu beteiligen. Deutschlandweit nehmen 250 Schulen an diesem Aktionstag teil, er motiviert junge Menschen, sich für eine vielfältige und demokratische Gesellschaft einzusetzen.

In den vergangenen Tagen beschäftigte sich der 8. Jahrgang intensiv, auf vielfältige, individuelle und sehr kreative Weise mit Anne Frank und ihrem Geburtstag, dem Motto des diesjährigen Anne-Frank-Tags. Emily Stevermüer , Vorsitzende der Fachkonferenz Gesellschaftslehre, koordinierte die Arbeit rund um den Geburtstag von Anne Frank (12. Juni).

„Es ist für die Schülerinnen und Schüler heute schwer vorstellbar, ihren 13. oder 14. Geburtstag nicht mit all ihren Freunden, einem Ausflug oder einer Party zu feiern. Als Anne 13 Jahre alt wird schreibt sie in ihr Tagebuch: ‚Unsere Freiheit wurde sehr beschränkt; Juden dürfen nicht ins Kino oder Schwimmbad. Sie dürfen quasi überhaupt nichts mehr.‘ All das was Kinder heute an ihren Geburtstagen machen, konnte Anne nicht mehr tun. So etwas mit nur 13 Jahren aushalten zu müssen war nicht leicht“, so Stevermüer.

Die Schüler verglichen ihre Geburtstage mit denen von Anne und gingen dabei auch der Frage nach, welche Bedeutung die Erinnerung an den Holocaust für die Gegenwart besitzt.

Eine kleine Ausstellung zeigt in der Schule die Ergebnisse der Schülerarbeiten. Ihre Arbeit an dem Projekt fassten die Schülerinnen Laura Kock und Malina Dittmann so zusammen: „Es ist für uns nicht denkbar ohne Freunde unseren Geburtstag zu feiern. Wir können uns glücklich schätzen, dass wir die Freiheiten dafür haben und müssen alles dafür geben das dies so bleibt – denn niemand hat es verdienst so behandelt zu werden!“.

„Ich kann mir nicht vorstellen, keine Fehler machen zu dürfen oder dauerhaft leise zu sein, weil man sonst vielleicht getötet wird. Es ist gut, dass es solche Projekte gibt, denn sie zeigen was damals passierte und erinnern immer wieder daran, das dies nicht wieder geschehen darf!“, so das eindrucksvolle Fazit des Schülers Philip Gottschling an der Anne-Frank-Gesamtschule Havixbeck-Billerbeck.

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