Bufdi für Anne-Frank-Gesamtschule
Verwaltung zögerte beim Wunsch der Schule

Havixbeck -

Die Schaffung einer Stelle für einen Bundesfreiwilligen (Bufdi) an der Anne-Frank-Gesamtschule wurde im Schulausschuss einhellig befürwortet. Die Gemeindeverwaltung stand diesem Vorhaben zunächst zögerlich gegenüber.

Mittwoch, 19.06.2019, 17:28 Uhr
Eine Bufdi-Stelle wird an der Anne-Frank-Gesamtschule in Havixbeck geschaffen.
Eine Bufdi-Stelle wird an der Anne-Frank-Gesamtschule in Havixbeck geschaffen. Foto: AFG

Schon seit über einem Jahr bemüht sich die Anne-Frank-Gesamtschule ( AFG ) die Stelle für einen Bundesfreiwilligen (Bufdi) zu schaffen. Arbeit gibt es für einen jungen Mann oder eine junge Frau auf jeden Fall genug an der weiterführenden Schule mit über 1000 Schülern. Am AFG-Zweitstandort in Billerbeck gebe es einen Bufdi und der leiste gute Arbeit im Schulalltag, berichtete Schulleiter Dr. Torsten Habbel während des Schul- und Sozialausschusses.

„Bei den großen Lerngruppen benötigen wir immer eine sogenannte dritte Hand, um Hilfestellung bei einigen Schülern zu gewährleisten“, sagte Habbel. Dieser sei für den Ganztagsbetrieb von 8 bis 16 Uhr eine wertvolle Hilfe. Die Erfahrungen in Billerbeck seien durchweg positiv.

Die Gemeindeverwaltung sah die Schaffung dieser Stelle zunächst als nicht erforderlich an. „Herr Gromöller respektiert die Entscheidung der Stadt Billerbeck im Hinblick auf die Einstellung von Bufdis für die Schule. Dennoch reiche der Sachverhalt, dass andere Schulen einen Bufdi haben, für eine Entscheidung in Havixbeck nicht aus. Ohne des Nachweises eines zwingenden Bedarfs könne er eine solche Stelle nicht befürworten“, heißt es im Schriftverkehr zwischen der Gemeindeverwaltung und der AFG.

„Die Schulleitung der Anne-Frank-Gesamtschule sowie die Kollegen waren von der Entscheidung des Bürgermeisters enttäuscht. Denn wir bemühen uns seit Jahren, dass die Gemeinde Havixbeck ihre Schule mit der Stelle eines Bundesfreiwilligen unterstützt. Dabei beschränken wir uns keineswegs auf das Argument der Vergleichbarkeit mit anderen Schulen“, so Dr. Torsten Habbel.

Da die komplexen Gründe für die Einstellung eines Bufdis bisher offenbar nicht nachvollzogen werden konnten, erläuterte der Schulleiter umfänglich die Gründe der Schule.

Unter anderem stellte Habbel dar, dass die AFG seit Jahren Schüler mit besonderem Förderbedarf aus Havixbeck (und seit zwei Jahren aus Billerbeck) aufnehme und damit den selbst gewählten Leitsatz, Schule des Ortes zu sein, in besonderer Weise nachkomme. Für diese herausfordernde Aufgabe benötige die Schule die Unterstützung des Schulträgers.

Aktuell werden an der AFG in den Klassen 5 bis 9 insgesamt 36 Schüler mit Förderbedarf unterrichtet. Im kommenden Schuljahr kommen 13 Schüler mit entsprechenden Förderbedarfen hinzu, fast alle Kinder kommen aus Havixbeck oder Billerbeck. In einer Klasse werden bis zu sechs Förderschüler beschult, davon zwei Kinder mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“.

Diese und andere Gründe stimmten den Bürgermeister nun um und er ließ einen Beschlussvorschlag erarbeiten, der die positive Bereitschaft der Kommune erkennen lässt.

Eine klare Einstimmigkeit herrschte im Ausschuss am Dienstagabend vor. Die Gemeindeverwaltung übernimmt die Funktion der Abrechnungsstelle und deckt die Mittel (400 Euro im Monat), die nicht aus Bundesmitteln kommen, ab.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6706532?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F162%2F
Christoph Metzelder als Praktikant beim SC Preußen Münster
Aufsichtsrat und Praktikant in Personalunion: Christoph Metzelder.
Nachrichten-Ticker