Flüchtlingssituation
Integration hat viele Bausteine

Havixbeck -

Man sieht die Menschen hier und da im Ortsbild. Sie kaufen ein, gehen zum Sprachkurs, betätigen sich im Sport oder dürfen schon ein Praktikum oder eine Ausbildung absolvieren. Die Rede ist von Migranten, die seit ihrer Vertreibung aus der Heimat auch in Havixbeck Zuflucht gefunden haben.

Dienstag, 25.06.2019, 07:00 Uhr
Das Haus an der Altenberger Straße hat Familien und Singles in den sieben Zimmern und drei Wohnungen aufgenommen. Insgesamt wohnen dort 25 Bewohner.
Das Haus an der Altenberger Straße hat Familien und Singles in den sieben Zimmern und drei Wohnungen aufgenommen. Insgesamt wohnen dort 25 Bewohner. Foto: Ansgar Kreuz

Der Sozialausschuss ließ sich von Peter Schreckenbach über die derzeitige Situation in der Baumberge-Gemeinde informieren. Der Sozialarbeiter ist seit einigen Jahren in der Verwaltung dafür zuständig, die Menschen mit ihren unterschiedlichsten Anliegen zu betreuen.

261 Personen sind im Fokus der Sozialen Arbeit in Havixbeck, so der Stand im Juni 2019. Weitere 172 Personen sind ohne Leistungsbezug in den eigenen vier Wänden unterwegs und benötigen keine Hilfe mehr, erklärte Schreckenbach. Die größte Anzahl der Migranten kommt aus Syrien. Das sind 96 Menschen. Gefolgt von Afghanen, Irakern, Iranern, Nigerianern, Tschetschenen, sowie Pakistanern. Zu jeder Gruppe gehören rund 20 Personen. Zwei bis fünf Personen kommen aus Marokko, Ghana, Georgien oder Armenien.

All diese Erwachsenen und auch ihre Kinder müssen übergangsweise untergebracht werden. Dies hat die Gemeindeverwaltung durch ihre dezentrale Unterbringung im Griff. Ein Gebäude wurde an der Altenberger Straße neu errichtet. Andere Häuser wurden angekauft oder gemietet. Von den 261 betreuten Menschen leben 84 bereits in privatem Wohnraum. 177 in den gemeindeeigenen Einrichtungen.

In den größeren Wohnheimen leben Familien und Singles. „In den angemieteten Häusern leben meistens Familien mit ihren Kindern“, sagte Peter Schreckenbach.

Einmal im Monat besucht der Gemeindeangestellte die Wohneinheiten gemeinsam mit einem Hausmeister. „Dabei klären wir die technischen Probleme, aber auch die aktuelle Lebenssituation wird dabei beleuchtet. Nicht alles läuft nach Plan“, weiß Schreckenbach aus Erfahrung. Es gebe immer wieder Konflikte unter den verschiedenen Kulturen. Dies sei aber ganz normal. Er führt Bewohnerversammlungen in den einzelnen Häusern durch. Das gemeinsame Wohnen mache dies erforderlich. Die Themen Sauberkeit, Ordnung und Rücksicht auf Nachbarn seien dabei immer ein Thema für das friedvolle Zusammenleben.

Mehr Besuche mache er oder seine Kollegin Martina Edelkamp bei speziellen Problemlagen, besonders in psychisch belasteten Familien. Diese aufsuchende Betreuung gehöre zur wichtigen Integrationsarbeit, ließ der Fachmann den Kreis der Ausschussmitglieder wissen. Dazu zähle auch, selbstständig zu werden und die Vorbereitung auf den privaten Wohnungsmarkt. Eine weitere Unterstützung erfolge im Rathaus. Die offene Sprechstunde im Familienbüro ermöglicht dies.

Von den 261 Geflüchteten sind 199 anerkannte Flüchtlinge. 27 Menschen seien abgelehnt. 35 steckten noch in einem Asylverfahren, so der Sozialarbeiter.

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