Anne-Frank-Gesamtschule verabschiedet Lehrer
Mit Herz und Verstand unterrichtet

Havixbeck -

Fünf Lehrer der Anne-Frank-Gesamtschule wurden zum Ende des Schuljahres in den Ruhestand verabschiedet. Nach langen Dienstjahren feierten sie ihren Abschied.

Mittwoch, 17.07.2019, 06:00 Uhr
Schulleiter Dr. Torsten Habbel (3.v.l.) verabschiedete (v.l.) Dorothea Maunz, Heiner Meschede, Friederike Held-Stangemann, Joachim Schmidt und Anette Blawatt aus dem Lehrerkollegium der Anne-Frank-Gesamtschule Havixbeck-Billerbeck.
Schulleiter Dr. Torsten Habbel (3.v.l.) verabschiedete (v.l.) Dorothea Maunz, Heiner Meschede, Friederike Held-Stangemann, Joachim Schmidt und Anette Blawatt aus dem Lehrerkollegium der Anne-Frank-Gesamtschule Havixbeck-Billerbeck. Foto: Isabell Steinböck

Lehrer sind das Gesicht einer Schule. Generationen von Schülern erinnern sich an bestimmte Worte oder die humorvolle, vielleicht auch ironische Art ihres Lieblingspaukers. Wer nach langen Dienstjahren auf seine Schulkarriere zurückblickt, geht oft mit einem lachenden und weinenden Auge. So auch die fünf Lehrenden des Kollegiums der Anne-Frank-Gesamtschule, die zum Schuljahresende ihren Abschied feierten. Schulleiter Dr. Torsten Habbel fand für jeden ganz persönliche Worte.

Es sei ihre runde Brille gewesen, die dafür sorgte, dass sich Anette Blawatt für die Schule entschieden habe. „Bei ihrem Abitur sagten alle: Anette, Du wirst Lehrerin!“, erzählt Habbel schmunzelnd. Nach dem Referendariat arbeitete Blawatt allerdings zunächst in der freien Wirtschaft, kümmerte sich um Kinder und Familie. 2002 – ihr Sohn machte gerade Abitur an der AFG – bekam sie dort ihre erste Stelle. Besondere Stärken der Lehrerin für Hauswirtschaft und Englisch lagen im sozialen Bereich, etwa bei Streit in der Klasse. „Anette Blawatt hat mit Herz und Verstand unterrichtet“, beschrieb Habbel die Kollegin.

Auch Friederike Held-Strangemann , die ebenfalls erst spät Lehrerin wurde, übte ihren Beruf mit großem Engagement als Klassen- und Beratungslehrerin aus. Habbel betonte ihren Einsatz für die Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten von Referendaren an der AFG und die Weiterentwicklung von Methoden für individuelles, eigenständiges Lernen. Um ihren hohen Ansprüchen gerecht zu werden, habe Held-Strangemann die Stundenzahl reduziert. Für die Zukunft plant die Lehrerin für Erdkunde und Mathematik eine Weltreise im Wohnmobil.

Drei Durchgänge mit Schülern von Klasse 5 bis 10 hat Dorothea Maunz begleitet. „So konnte ich sehen, wie meine Schüler gedeihen“, sagte die Pädagogiklehrerin. Unter Kollegen als „Königin der Korrekturen“ bekannt, korrigierte sie in Englisch und Pädagogik bis zu acht Klassenarbeiten und Klausuren gleichzeitig. Ihr Lieblingsfach Pädagogik habe sie so „stark gemacht“, dass es in Havixbeck heute als beliebtes Abiturfach gilt. Im Ruhestand lässt sich die Pädagogin nun für den Umgang mit Demenzkranken fortbilden.

Heiner Meschede hat 40 Schuljahre unterrichtet, an der AFG fand er seine Heimat. Zahlreiche Projekte gehen auf sein Konto, darunter das Mutoto-Projekt, das bedürftige Kinder im Kongo unterstützt. Mehrfach gingen Spendengelder, die bei AFG-Sponsorenläufen erzielt worden sind, nach Lubumbashi. „Wie gut es uns hier in Deutschland geht, wurde im Kontakt mit Mutoto nicht nur den Schülern, sondern auch uns Lehrern bewusst“, sagt Habbel. Ein weiteres Projekt des Chemie- und Technik-Lehrers war die Förderung von Regenerativität, sei es durch Solarmodule auf dem Dach oder durch den mobilen Solarwagen der AFG. „Was 1990 die großen Staatschefs in Rio beschlossen – die Agenda 21 – hat Heiner Meschede heruntergebrochen auf unsere Schulebene“, lobte Habbel.

Joachim Schmidt hat die AFG kurz nach der Gründung vom zweiten Jahr an begleitet. „Das war ein hartes Stück Arbeit“, erinnert sich Schmidt. Dass sich der Deutsch- und Sportlehrer mit der Schule so verbunden fühlt, liegt nicht nur an seiner Pionierarbeit oder an der engagierten Hilfe zur Integration von Flüchtlingen, sondern auch daran, dass alle seine drei Kinder zur AFG gegangen sind und sogar zum Teil Partner haben, die ebenfalls auf dieser Schule waren. „In meiner Familie ist viel AFG drin“, so Schmidt, der in der Schule wohl auch weiterhin ein gern gesehener Gast ist, denn: In zwei Jahren wird der erste Enkel dort angemeldet.

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