Aquarell dem Heimatverein überlassen
Torbogen zum Leuchten gebracht

Havixbeck -

Der Künstler Raimund Kassner war fasziniert, als er im Jahr 2006 die Szenerie mit dem Torbogen in einem Aquarell festhielt. Das Originalbild schenkte der Kölner jetzt dem Heimatverein. Im Haus Sudhues fand das Werk dauerhaft seinen Platz.

Samstag, 27.07.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 31.07.2019, 17:02 Uhr
Offizielle Übergabe des Aquarells im Haus Sudhues (v.l.): Heimatvereins-Vorsitzender Friedhelm Brockhausen, Fachbereichsleiterin Monika Böse, Künstler Raimund Kassner sowie die Vermittler Rudolf und Evelyn Schechtel.
Offizielle Übergabe des Aquarells im Haus Sudhues (v.l.): Heimatvereins-Vorsitzender Friedhelm Brockhausen, Fachbereichsleiterin Monika Böse, Künstler Raimund Kassner sowie die Vermittler Rudolf und Evelyn Schechtel. Foto: Ansgar Kreuz

Der Torbogen mit der Pfarrkirche St. Dionysius im Hintergrund ist die klassische Ortsansicht, die Einheimische ebenso wie Touristen mit Havixbeck verbinden. Unzählige Male wurde dieses Gebäudeensemble auf Fotos und Gemälden verewigt. Auch der Künstler Raimund Kassner war fasziniert, als er im Jahr 2006 die Szenerie in einem Aquarell festhielt. Das Originalbild schenkte der Kölner jetzt dem Heimatverein. Im Haus Sudhues fand das Werk dauerhaft seinen Platz.

„Es war ein herrlicher Sonnentag“, erinnert sich Raimund Kassner an den Entstehungstag des Bildes. Mit anderen Künstlern hatte er sich im Ortskern niedergelassen, um den Torbogen und St. Dionysius zu malen. „Wir wollten den besonderen Blick auf die alten Gemäuer herausbringen“, berichtet der Künstler an der Kaffeetafel im Haus Sudhues weiter. Besonders der durch den Baumberger Sandstein hell leuchtende Torbogen beeindruckte den Maler. „Die Maltechnik ist rein expressionistisch geprägt. Sie lässt das Bild aufleuchten in einem neuen Farbstil“, so Kassner.

Den Weg nach Havixbeck fand das Aquarell, weil Raimund Kassner damit begonnen hat, seinen Nachlass zu sortieren. Den Kontakt in die Baumberge-Gemeinde stellten Rudolf und Evelyn Schechtel aus Münster her, die den Künstler während eines Urlaubs auf der Insel Norderney kennengelernt hatten. Rudolf Schechtel sprach bei Bürgermeister Klaus Gromöller vor, der wiederum den Heimatverein und das Haus Sudhues ins Spiel brachte.

Und so trafen sich der Künstler Raimund Kassner, Vertreter des Heimatvereins Havixbeck und Fachbereichsleiterin Monika Böse von der Gemeindeverwaltung zur offiziellen Übergabe des Bildes im Haus Sudhues. Monika Böse bedankte sich im Namen der Havixbecker Bürger für dieses Geschenk. Im Heimathaus kämen immer wieder viele Menschen zusammen, auch Trauungen würden dort durchgeführt. „Das Haus Sudhues ist der passende Rahmen für dieses Bild“, befand Monika Böse.

Raimund Kassner, geboren 1936 in Gelsenkirchen, kam durch seinen Vater zur Malerei, die ihn auch das ganze Leben hindurch begleitete. Beruflich ging es aber in eine andere Richtung. Nach Abitur und Studium in Innsbruck und Köln mit Abschluss Diplom-Kaufmann arbeitete er als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater in Köln. Seine Kunstausbildung erhielt Kassner bei Martin Lutz (Speyer), Gerhard Almbauer (Graz), der Kunstakademie Bad Reichenhall und bei Ilse Straeter (Essen). In mehreren Ausstellungen zeigte der Maler seine Werke. Eine Auswahl seiner Bilder veröffentlichte er in bislang fünf Kunstkalendern.

Vermitteln möchte der Künstler mit seinen Bildern vor allem Lebensfreude und Lebensenergien. Das Wecken von Urlaubssehnsüchten ist ihm ein weiteres Anliegen. „So bin ich in vielen Urlauben stets mit Malblock und Aquarellkasten unterwegs gewesen“, berichtet Raimund Kassner. „Die Malerei war das Pendant zu den manchmal trockenen Bilanzen und Steuererklärungen in den früheren Jahren, der kreative Ausgleich zum beruflichen Alltag.“

Von der impressionistischen Malerei entwickelte sich der Kölner weiter zum Expressionismus. „Ich werde die Farben noch mehr zum Klingen bringen“, erklärt Raimund Kassner seine Stilrichtung. So wie in der Ansicht von Havixbeck. „Das leuchtende Weiß des Torbogens führt in die Ewigkeit“, beschreibt der Maler. Gleich darauf hat er einen irdischen Ratschlag: „Die Kunst darf nicht zu teuer sein, sie muss finanzierbar bleiben.“

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