Nach dem Abi erst die Welt entdecken
Ab Donnerstag Assistent-Teacher

Havixbeck -

Leonie Höltmann ist dabei, sich einen Traum zu erfüllen: In der kommenden Woche fliegt sie über Istanbul nach Daressalam. Ein Jahr wird sie in Afrika, ganz nah am Indischen Ozean, bleiben und Grundschüler unterrichten.

Samstag, 10.08.2019, 07:00 Uhr
Für ein Freiwilliges Jahr geht Leonie Höltmann nach Tansania.
Für ein Freiwilliges Jahr geht Leonie Höltmann nach Tansania. Foto: Privat

Sie ist bemerkenswert gelassen, strahlt innere Ruhe aus. Hat sie wirklich überhaupt kein Reisefieber? Leonie Höltmann lächelt. Nein, sagt sie, sie merke nichts. Beneidenswert! Denn in nur fünf Tagen, am 15. August, fliegt Leonie Höltmann nach Tansania – für ein ganzes Jahr.

An der Friedensschule in Münster hat die 19-Jährige ihr Abitur gemacht. Der Gedanke, nach der Schule erst einmal Auslandserfahrung zu sammeln, eine andere Sprache zu lernen, andere Menschen aus einer ganz anderen Kultur – näher als es in einem Urlaub möglich ist – kennenzulernen, habe sie das erste Mal mit 16 gehabt, erzählt sie. In der 11. oder 12. Klasse habe sie dann einen Vortrag gehört von einem ehemaligen Schüler, der, wie sie selbst jetzt, über das Bistum Münster ein Freiwilliges Jahr im Ausland verbracht hatte. Das hat sie bestärkt, der Entschluss stand fest: „Das mach‘ ich auch.“

Fast, erzählt die Havixbeckerin, hätte es nicht geklappt. In buchstäblich letzter Minute wurde Leonie Höltmann noch zu einem von zwei Auswahlseminaren eingeladen. 180 junge Frauen und Männer hätten sich auf die Plätze beworben, die das Bistum zur Verfügung gestellt habe. Knapp 30 fliegen jetzt nach Südafrika, nach Ghana, in die Dominikanische Republik, nach Uganda, Ruanda, Mexiko oder eben wie Leonie Höltmann nach Tansania.

Von Düsseldorf aus geht es erst in die gigantische Metropole Istanbul. Leonie Höltmann fliegt in einer Gruppe mit einer weiteren jungen Frau und zwei jungen Männern, die sich wie sie beim Bistum beworben hatten. Einige Stunden hat das junge Quartett Aufenthalt und die Gelegenheit, die internationale Atmosphäre auf dem Flughafen Istanbul auf sich wirken zu lassen – dann geht es von diesem imposanten Drehkreuz, das die ganze Welt verbindet, weiter nach Daressalam, in eine der bedeutsamsten Städte Tansanias mit einem Handelshafen an der Küste des Indischen Ozeans. Wahrscheinlich wird die Deutschen dann ein Bus ins Landesinnere bringen, nach Iringa. Iringa ist eine der Verwaltungsregionen im Südwesten Tansanias mit etwa 940 000 Einwohnern (Volkszählung 2012), deren Hauptstadt ebenfalls Iringa heißt.

Swahili ist die Nationalsprache Tansanias. Ein bisschen spricht Leonie Höltmann bereits Swahili, sie hat einen Crash-Kursus hinter sich.

Worauf freut sie sich am meisten? Leonie Höltmann überlegt kurz, bevor sie antwortet. „Ich freue mich auf die Kinder, auf die Arbeit – darauf, die ganzen Leute, die uns unterstützen, kennenzulernen, und darauf, ein anderes Land zu sehen“, sagt sie. Auch auf Weihnachten und Silvester ist Leonie Höltmann gespannt: Beide Feste würden die Bistums-Assistent-Lehrer traditionell auf Sansibar verbringen – auf der Insel also, die im Indischen Ozean vor Tansania liegt. Leonie Höltmann wird ein Jahr lang als Freiwillige des Bistums Münster die Lehrer in Iringa unterstützen. Beim Informatikunterricht werde sie dabei sein, auch beim Sport, erzählt sie. Sie und die anderen Assistent-Lehrer werden auch zusammen wohnen.

Wer schon in Afrika war, weiß es: Impfungen sind ein Muss. Viele hat die 19-Jährige bekommen: gegen Tetanus, Hepatitis A und B oder Gelbfieber zum Beispiel.

Ihre Eltern lässt sie jetzt für ein Jahr allein, darüber hinaus einen großen und einen kleinen Bruder – und Sansa, den einjährigen Hund der Familie. Wie der sich wohl freuen wird, wenn er die jetzt 19-Jährige 2020 wiedersehen wird!

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