Haus Stapel Liederabend
Lieder von der Liebe

Havixbeck -

Schon mit den ersten Klaviertönen erfüllt ein klarer, offener Klang den Festsaal. Das Publikum lauscht andächtig der von Annette von Droste-Hülshoff stammenden Vertonung zu „Schlafe, mein Kind“, die auch die Sopranistin Heike Hallaschka sichtlich genießt.

Montag, 09.09.2019, 16:59 Uhr
Die Sopranistin Heike Hallaschka und der Pianist Prof. Clemens Rave erhielten am Ende ihres Konzertes im Festsaal des Hauses Stapel begeisterten Applaus.
Die Sopranistin Heike Hallaschka und der Pianist Prof. Clemens Rave erhielten am Ende ihres Konzertes im Festsaal des Hauses Stapel begeisterten Applaus. Foto: Kerstin Adass

Während alle noch in den sanften Harmonien schwelgten, richtete in Vertretung der Schlossbesitzerin Dr. Mechthild Freifrau Raitz von Frentz ihr Vater Hermann Josef Freiherr Raitz von Frentz Worte an die Gäste: „Viele der hier Anwesenden sind treue Besucher unserer Konzerte. Wir hoffen, dass sie auch dieses Mal nicht enttäuscht werden.“

Das Programm des Liederabends auf dem Wasserschloss Haus Stapel trug den Namen „Liebeszauber“ und stand sowohl thematisch als auch epochal im Einklang mit der Romantik. Im ersten Teil der gut besuchten Abende am Samstag und Sonntag erklangen jeweils sechs Lieder von Clara Schumann und ihrem Verehrer Johannes Brahms. Dazwischen spielte Prof. Clemens Rave auf dem historischen Knake-Flügel eine Nocturne und eine Romanze von Schumann, mit denen er seine Virtuosität bei schnellen Läufen und Feinfühligkeit bei zarten Passagen bewies.

Der Flügel von 1873, seinerzeit ein Hochzeitsgeschenk an die Familie Raitz von Frenz, bildet das Herzstück des Festsaals. Seit seiner Restauration durch die Firma Gottschling im Jahr 2012 kommt er alljährlich bei den Liederabenden zum Einsatz. Akustisch fügt das Tasteninstrument sich gut in die Atmosphäre des Festsaals ein und lässt so ein Stück des spätromantischen Glanzes aus dem 19. Jahrhundert wiedererwachen.

Auch nach der Pause versorgten Hallaschka und Rave ihr Publikum mit einer weiteren Dosis Romantik. In seinem Zyklus „Wesendonck-Lieder“ vertonte Richard Wagner fünf Gedichte seiner Geliebten Mathilde Wesendonck. Auch dieses zweite „Liebespaar“ des Abends konnte wohl nur von einem glücklichen Ende träumen, denn sowohl Wagner als auch Wesendonck waren verheiratet. „Sanft an deiner Brust verglühen, und dann sinken in die Gruft“, trug Heike Hallaschka die letzten Zeilen der Wesendonck-Lieder mit solch einer Sehnsucht vor, dass die Melancholie im Saal fast greifbar erschien. Darauf folgte eine Album-Sonate „für Mathilde Wesendonck“, die Wagner als Dank für ein Darlehen dem Ehemann seiner Verehrten zukommen ließ.

Doch Heike Hallaschka kann nicht nur ruhige Balladen singen. Sie meisterte auch belebte, fröhliche Lieder wie Brahms „Juchhe!“ und die Vertonungen „Walpurgisnacht“ und „Niemand hat’s gesehn“ von Carl Loewe mit Leichtigkeit. Verschmitzt und energievoll zog sie das Publikum in ihren Bann und sang als Zugabe das wohlbekannte Lied der Loreley, die mit ihrem Gesang Schiffer derart bezaubert, dass diese gegen gefährliche Felsen im Rhein fahren und ums Leben kommen.

Ein solch tragisches Ende nahm der Liederabend nicht. Im Gegenteil: Nach begeistertem Applaus machten sich alle Gäste vor der Kulisse des Sonnenunterganges auf den Heimweg.

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